Breakdance mit dem Weltmeister, hieß es an der Mittelschule Zeil-Sand und an der Eltmanner Realschule. Die 5G fieberte in Zeil "Kriz", dem Coach der Breakdance-Weltmeister vom DDC Schweinfurt, entgegen. Und der zweistündige Workshop begeisterte auch die Eltmanner Jugendlichen mit "battles", "freezes" und "moves".


Atemberaubende Sprünge

An den Anfang setzte "Kriz" atemberaubenden Sprünge und Drehungen. Das weckte bei den Mädchen und Buben die Lust, sich selbst an solchen Übungen auszuprobieren. Als die ersten Tipps des Profis fruchteten beim ein oder anderen spektakulären Element rief macher beglückt: "Ich kann's!"


Breakdance auf der Wunschliste

"Ich fand es voll cool, im Sportunterricht auch einmal etwas Neues auszuprobieren. Diese verschiedenen Freezes wie den Ellbogen-Freeze oder den Baby-Freeze zu lernen, hat mich total begeistert und ich werde wahrscheinlich mit Breakdance anfangen." Für Antonia Biener stand das in Eltmann fest nach dem "Workshop mit Breakdance" bei Profitänzer Krzysztof Malicki von der inzwischen berühmten DDC-Formation aus Schweinfurt.

Annika Wohlleber fand es "saugeil und cool, dass zu uns ein Profitänzer nach Eltmann gekommen ist, um uns ein bisschen Breakdance beizubringen. Das ist ihm auch mehr als gelungen." Wie kam es dazu? Eine Krankenkasse hat sich mit der DDC Schweinfurt für Prävention unter dem Motto "gesunde Kinder - gesunde Zukunft" zusammengetan. Es geht um mehr Bewegung, Respekt und Toleranz in lockerer Atmosphäre.

In Eltmann bewarb sich Sportlehrerin Gudrun Gasiew für einen solchen Workshop, in Zeil kümmerte sich Klassenlehrerin Bettina Kunkel um das Projekt. "Breakdance", das Wort wirkte auf die Jugendlichen elektrisierend, es herrschte Aufregung und der Weg in die Sporthalle fiel leichter als sonst.

Der 22-jährige Krzysztof Malicki ist seit 2005 Tänzer, kommt aus der Tanzschule Pelzer in Schweinfurt und ist seit 2012 Breakdance-Tanzprofi. Die Schüler waren ganz Ohr, als er ihnen kurz die Geschichte des Breakdance beschrieb. "Ursprünglich war es eine Tanzform von der Straße, Teil der Hip-Hop-Bewegung unter afroamerikanischen Jugendlichen in Manhattan und New York. Der Armut und der Kriminalität wollte man mit friedlichen Blockparties entgegentreten. Der Tanz als Alternative zur Gewalt der Straßen-Gangs.

Bei der Hintergrundmusik hielt es die Schüler kaum, doch erst zeigte "Kriz" (Krzysztof), wie es abgeht: "Top Rocking", "Freezes&Powermoves", "Head Spin" (Rotieren auf dem Kopf) - das ging runter wie Öl bei den Schülern.


Erst mal die einfachen Elemente

Sie übten mit Begeisterung den die einfacheren Elemente von "Top Rock", dem Tanzen im Stehen. Dann kam das "Down Rock" - Tanzen auf dem Boden, was schon sehr gut aussah. Ja und die Schüler wagten sich mit ihrem Profi auch an die anspruchsvollen Elemente der "Freezes": Der Körper friert in möglichst eindrucksvollen Positionen ein (freeze).

Bei den "Powermoves", dem Rotieren auf einer Körperstelle oder entlang einer Körperachse, sahen die Schüler natürlich ihre Grenzen. Solche Figuren erfordern jahrelange Übung, um die Vollendung von "Breakdance" zu erreichen.

Die außergewöhnliche Sportstunde hatte in Eltmann nur eine Klasse gewonnen, aber von den Rängen der Georg-Schäfer-Sporthalle schauten schon etliche Schüler zu und schnappten sich zumindest einen visuellen Leckerbissen.

Viele Fragen beantwortete "Kriz" quasi nebenbei: So sind die Tänzer von "DDC" inzwischen in der ganzen Welt bekannt. Nachdem sie 2012 das "Triple" schaffen, Deutscher Meister, Europameister, Weltmeister, waren sie heuer drei Wochen in China. Dort bekamen sie an der Seite von weltberühmten Artisten einen Sonderpreis. Seit 2013 gehörten auch Show- und Fernsehauftritte wie bei Florian Silbereisen oder der Sternstunden-Gala zum Alltag.


Alle haben mitgemacht

Hanna Bittel war am Ende richtig zufrieden, Kriz hatte "alles langsam erklärt, so dass man wirklich schrittweise alles nachmachen konnte". Elena Arwanitis fand es "cool, da alle von der Klasse mitgemacht haben und man auch schnell die ersten Schritte lernen konnte. Es war zwar anstrengend, aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt." Begeisterung prägte Salome Helbig: "Es war richtig geil, der beste Schultag überhaupt. Ich persönlich habe viel gelernt und möchte jetzt mit Breakdance anfangen." Und selbst Sportlehrerin Gudrun Gasiew bilanzierte: "Ich freue mich natürlich riesig, dass alle so mitgemacht haben. Das würde ich mir auch für andere Sportstunden wünschen. Ich verstehe aber auch, dass man mit Geräteturnen oder ähnlichen Übungen die Schüler nicht mehr so erreicht."