Zusammen mit Diakon Joachim Stapf, Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche sowie Mitbürgern wurde daran gedacht, dass vor 75 Jahren in ganz Deutschland Synagogen in Flammen aufgingen, ein Pogrom an jüdischen Nachbarn stattfand. Umrahmt wurde die Gedenkstunde vom Posaunenchor unter Leitung von Herbert Hofmann.

Jene Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 sei auch in Ebelsbach eine schreckerfüllte Nacht gewesen, rief Bürgermeister Walter Ziegler in Erinnerung. Die Synagoge im Judenhof sei zerstört, das Inventar aus dem Fenster geworfen und verbrannt worden. In anderen Orten wurden jüdische Mitbürger an Leib und Leben bedroht und in Konzentrationslager verschleppt sowie ihre Wohnungen und Geschäfte verwüstet und geplündert.

In Ebelsbach lebten schon sehr lange Juden.
Sie gingen ihren Berufen nach und pflegten ihr Familienleben, begeisterten sich für Kultur und Sport und engagierten sich für allgemeine Belange.

Die Brutalität der Nazis

Die Nazis zielten darauf ab, die jüdische Bevölkerung aus dem gesellschaftlichen Leben zu drängen, griffen in ihrem Rassenwahn zu immer brutaleren Mitteln. Ab 1942 wurden in Auschwitz Menschen systematisch mit Gas umgebracht.

"Wir haben eine Erinnerungskultur entwickelt, die die deutsche Verantwortung für den Holocaust anerkennt", hob Walter Ziegler hervor. Er wies darauf hin, dass man gegen jede Form von Antisemitismus und Rassismus auftreten solle.

"Warum?" fragte der Diakon Joachim Stapf angesichts der vielen verfolgten und getöteten Juden, gegen die sich die menschenverachtenden Nazis erhoben haben. Es gelte zu gedenken, zu erinnern und wachsam zu sein gegen alle Gefahren von rechts, sagte er.