"Jeder Ortsteil für sich wäre zu schwach, nur Gemeinsamkeit bringt Erfolg." Diese Meinung vertrat Bürgermeister Hermann Niediek (CSU) am Dienstag bei der Bürgerversammlung im Burgpreppacher Ortsteil Leuzendorf. Dass diese Geschlossenheit von Erfolg gekrönt ist, zeigte er anhand verschiedener Projekte in der Gemeinde auf. Die Sanierung des Dorfsees in Leuzendorf sei das beste Beispiel, erklärte er.

Um endlich auch in Burgpreppach weiterzukommen, sei von der Gemeinde-Allianz-Hofheimer-Land ein Entwicklungskonzept erstellt worden. Aufgrund dieses Konzepts seien der See in Leuzendorf und der katholische Pfarrsaal in Burgpreppach vom Amt für ländliche Entwicklung gefördert worden.


Leuzendorf gut ausgestattet

Für den Markt bleiben nach den als punktuelle Dorferneuerung bezeichneten Projekten noch 150 000 Euro für weitere Investitionen übrig. Die Leuzendorfer Bürger würden diese am liebsten gleich in weitere Projekte in ihrem Dorf stecken. Hier bremste Bürgermeister Niediek die Erwartungen, denn seiner Meinung nach wäre der Ortsteil Leuzendorf schon gut ausgestattet. "Auch andere Ortsteile möchten ein Stück vom Kuchen", sagte er. So wurde für Hohnhausen eine umfassende Dorferneuerung angestoßen, die nun in Planung ist und die Bürger-Projekte einschließt.

Ein größeres Problem stellt in Burgpreppach der Dorfmittelpunkt mit dem ehemaligen Gasthaus "Goldener Löwe" dar, wo ein Ortszentrum entstehen soll. Der anwesende Schlossbesitzer von Leuzendorf, Christopher von Hugo, erläuterte den Sachstand seiner Planung in dieser Angelegenheit, die ein Ärztehaus, Gastronomie und eine barrierefreien Wohnanlage vorsieht. "Burgpreppach ist ja nicht gerade ein Zuwanderungsgebiet", meinte er, "und wirtschaftlich stark auch nicht". Deshalb müsse man aktiv werden und sich gegen die Entwicklung stemmen. Darum könnten aber nicht nur die "Grauhaarigen" kümmern; auch die Jugend sei gefordert, war seine Meinung.


Umfassend saniert

Um Zukunftschancen zu sichern , hat die Gemeinde die Grundschule umfassend saniert und damit den Schulstandort gesichert. Bürgermeister Niediek informierte die Bürger, dass aktuell der Wasserleitungsbau von Birkach nach Üschersdorf laufe. Später sollen die Arbeiten Richtung Hofheim fortgesetzt werden. Mit dem an die Stadt Hofheim verkauften Wasser hofft Niediek, den Wasserpreis in Burgpreppach auf dem derzeitigen Niveau halten zu können.

Die Arbeiten für die Breitbandversorgung und das schnelle Internet sind vergeben. Bei einer Förderung von 90 Prozent hofft Niediek, dass in neun Monaten das gesamte Gemeindegebiet mit dem schnellen Internet versorgt ist.


"Saniert oder weg"

Weiter wurden die Bürger darüber informiert, das in spätestens fünf Jahren das Problem Schlossmühle - aktuell ein Schandfleck von Burgpreppach - gelöst sein sollt. "Entweder ist das historische Gebäude saniert oder weg", erklärte das Gemeindeoberhaupt. Eines "Sorgenkind" des Bürgermeisters stellt der Lebensmittelmarkt Müller dar, der aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden soll. Dann verlöre die Gemeinde Burgpreppach einen weiteren Baustein der Grundversorgung. Bürgermeister Niediek zeigte sich jedoch optimistisch, wieder einen Nachfolger zu finden, um die Grundversorgung im Markt zu sichern. Er wäre, wie er sagte, für jeden dankbar, der hier Engagement zeigen würde.

Den immer wieder geäußerten Vorwurf, er, Niediek, habe Probleme mit den Leuzendorfern, trat er vehement entgegen. Er sehe keine Probleme, allerdings seien etliche Punkte zu klären. Dass er den Steg im Dorfsee entfernen ließ, sei nur aus Sicherheitsgründen erfolgt, erklärte er neuerlich. Niemand sei auf ihn zugekommen, um über eine Sanierung zu sprechen.
Mehr Erfolg hatte er in der Bürgerversammlung, als eine Aufsichtsperson für den Zeltplatz gesucht wurde. Elmar Appel bot an, sich um die Anlage zu kümmern.
Appel seinerseits bemängelte, dass der gemeindliche Schaukasten dezentral am Feuerwehrgerätehaus angebracht wurde. Seiner Meinung nach sollte er besser in der Nähe des Kommunikationszentrums am See aufgestellt werden. Seit dem Bau der Wasserleitung in Leuzendorf verschwanden etliche Dorfbrunnen, die Appel wieder aufstellen möchte. "Ein Brunnen gehört einfach zu einem schönen Dorf", erklärte er. Beide Punkte will Bürgermeister Niediek dem Gemeinderat vorlegen.
Die Bürger wünschen sich ferner, dass im Friedhof ein Splittvorrat angelegt wird, den die Nutzer des Friedhofs an den Gräbern verteilen können.