Nach den Bürgerversammlungen in den Ortsteilen stand nun das Bürgerforum im Hauptort in Ebelsbach an. Rund 30 Bürger brachten dabei zahlreiche Wünsche und Anliegen vor. Der "Schandfleck" Schloss war dabei genauso ein zentrales Thema wie die zusätzliche Verkehrsbelastung durch das neue Bebauungsgelände "Am Herrenwald", das besonders im "Nadelöhr" Gleisenau weitere Probleme aufwerfen wird.


"Schandfleck von Ebelsbach beseitigen"

Bürgermeister Walter Ziegler begrüßte auch Pfarrer Volkmar Gregori unter den Bürgern. Dieser machte kein Hehl daraus, was ihn stört: das Schloss Ebelsbach. "Jedes Mal, wenn ich mit Freunden davor stehe, fragen sie, was hier los sei. Wir haben doch jetzt eine Staatsministerin, die hier zu Hause ist, und noch dazu einen fränkischen Ministerpräsidenten. Da müsste es doch möglich sein, dass man gemeinsam etwas auf den Weg bringt. Dieser Schandfleck muss beseitigt werden, und hier sollte ein schönes Zentrum für die Gemeinde entstehen."
Bei der Frage nach dem Stand der Verhandlungen, meinte Bürgermeister Ziegler: "Rechtsanwalt Herzog ist damit beauftragt, einen neuen Eigentümer zu finden." Und Alfred Schöpplein sah erst einen Erfolg, "wenn Dorothee Bär Seehofer als Nachfolgerin beerbt und das Heimatministerium übernimmt", während andere meinten, dass sich alles so lange hinziehe, damit auch der Rechtsanwalt möglichst lange sein Geld bekomme.
Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) war eingangs auf die Einwohnerentwicklung eingegangen. Bei 3783 Einwohnern sei die Gemeinde in der Gesamtsumme stabil. Allerdings habe der Gemeindeteil Ebelsbach um 32 Einwohner ab- und dagegen der Ortsteil Gleisenau um 31 zugenommen. Die Erklärung folgte: "In Ebelsbach sind die Flüchtlinge zum großen Teil wieder weggezogen, und es überwiegen insgesamt die Sterbefälle gegenüber den Geburten. In Gleisenau kann man die positiven Zahlen mit den Neubaugebieten erklären." Der Ort Ebelsbach selbst habe 2221 Einwohner.


Finanzlage spürbar besser

Mit den Worten "Ohne Moos nix los" leitete Bürgermeister Ziegler auf die Finanzen der Gemeinde über. Diese hätten sich in den letzten Jahren spürbar verbessert, weil auch die Kommunen vom Staat besser ausgestattet worden seien. So werde der Haushalt im Jahr 2018 mit einem Gesamtvolumen von 6,5 Millionen Euro abschließen. Hier seien die Einkommenssteuer mit 1,8 Millionen Euro und die Schlüsselzuweisungen mit 1,3 Millionen Euro die größten Einnahmen. Dem stünden Ausgaben wie die Kreisumlage mit 1,5 Millionen Euro, die VG-Umlage mit 500 000 Euro oder 317 000 Euro für die Schulen gegenüber. Die Schulden seien von 5,2 Millionen Euro (2002) auf nunmehr 1,4 Millionen Euro (2018) abgebaut worden.
Der Bürgermeister streifte dann verschiedene Maßnahmen wie den Wehrabbau und den Aufbau einer Fischtreppe am Ebelsbach. Dadurch sei eine wunderschöne Bachlandschaft entstanden, die auch von Kindern und Eltern gerne genutzt werde.
Bei der Breitbanderschließung sei man ein gutes Stück vorangekommen. Für das Jahr 2018 stünden weitere Baumaßnahmen an. Hierbei nannte er vor allem die energetische Sanierung des Verwaltungsgebäudes im Schloss Gleisenau, die mit rund 600 000 Euro veranschlagt sei. Bei einem Zuschuss von 90 % wolle man hier die Dächer dämmen, Fenster austauschen, den Außenanstrich erneuern sowie eine Hebebühne und einen Spindelaufzug zur Barrierefreiheit installieren.
Der Friedhof von Ebelsbach sei außerdem ein großes Projekt, das man schon lange vor sich herschiebe, das nun aber in Angriff genommen werden soll. Hierbei gehe es insbesondere um die Gestaltung der Aussegnungshalle, die Errichtung eines "Urnenbeetes" und die Verbesserung der Zufahrten und Wege im Friedhof.
"Die Maßnahme Ortsumgehung in Richtung Stettfeld ist schon lange im Flächennutzungsplan eingezeichnet. Nun haben wir die Planung vergeben. Mein Wunsch wäre es, dass ich noch in meiner Amtszeit im Frühjahr 2020 den ersten Spatenstich dazu ausführen kann", betonte Bürgermeister Ziegler.
Seine Freude brachte er über den Neubau von Aldi zum Ausdruck: "Wir haben lange genug dafür gekämpft, dass er in Ebelsbach bleibt, und für Frühjahr 2019 ist die Eröffnung vorgesehen."
Ebenso stellte er den Plan für das Baugelände "Am Herrenwald" vor, in dem man mit dem ersten Bauabschnitt für 32 Bauplätze beginnen wolle. "Obwohl die Bebauung hier noch in weiter Ferne liegt, haben wir auch schon dafür zehn Reservierungen vorgenommen", begründete er die Notwendigkeit dieser Maßnahme.


Alternativen zum "Nadelöhr" Gleisenau

Reinhard Kuhla brachte die Siedlungsentwicklung zur Sprache und meinte, dass eine Erweiterung in Richtung Steinbach oberhalb des Gewerbegebietes möglich sei und damit auch eine Verkehrsentlastung erreicht würde.
Der ehemalige Kämmerer Alfred Schöpplein erinnerte daran, dass eine "Steinbacher Lösung" schon in den 70er Jahren angedacht gewesen sei. "Es ist auf jeden Fall sinnvoll, eine Entlastungsstraße zu bringen, denn jedes Baugebiet führt über die Schönbergstraße zurück in den Ort, und eine solche Bebauung bringt eine große Belastung für alle Bürger, auch beim Wasser und Kanal. Eine solche Verkehrserschließung wird eine Katastrophe." Den Hinweis auf Probleme mit dem Naturschutzgebiet ließ er nicht gelten, "denn Zeil hat es vorgeführt und es trotz Naturschutzgebiet zu einem zweiten Kreisel und einem Bebauungsplan gebracht. Du musst nur zu dem Projekt stehen und deinen Willen bei den Behörden durchsetzen. Am Ebelsberg haben wir schon genug Naturschutz, und das muss man den Behörden deutlich sagen, um eine Entlastung zu bekommen."
Bürgermeister Ziegler gab aber zu bedenken, dass dies nicht so einfach sei und es eben auch unterschiedliche Naturschutzgebiete gebe. Außerdem hätte man dies schon viel früher bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes vorbringen müssen.


Geschäftsmann sucht vergeblich Gewerbefläche

Hinsichtlich der Bautätigkeit meldete sich auch Manfred Kremer zu Wort und sagte, dass er schon vor vier Jahren das Versprechen bekommen habe, von der Gemeinde ein Grundstück zu erlangen, wenn es nicht von der Gemeinde benötigt werde. Er hätte dies für eine Einzelhandelsfläche und ein Dienstleistungsgebäude benötigt, mit dem Ziel einen Markt zu gründen, bei dem man von 40 Arbeitsplätzen ausgehen konnte. Der Gemeinderat sei hier nicht richtig informiert worden mit dem Bau einer Wohnfläche. Es sei für ihn ärgerlich, wenn er eine solche Fläche nicht bekomme und damit den Neubau aufgeben müsse.
Bürgermeister Ziegler verwies auf einen Beschluss des Gemeinderates, und es liege an der Gemeinde, was sie mit ihren Grundstücken macht. Der Gemeinderat habe die Intension gehabt, das schöne alte Baywa-Gebäude in seinem äußeren Erscheinungsbild zu erhalten. Es gebe diesen Beschluss, und daran ändere sich nichts.
Die Umgestaltung des Friedhofes war ein weiterer Punkt, zu dem es viele Fragen gab. Edda Strauß wünschte sich, dass die Toiletten während des Tages geöffnet würden. Alfred Schöpplein stellte sogar den offiziellen Antrag, Haselnussbäume zu entfernen. Andere wünschten sich einen geschlossenen Raum für Beerdigungen oder fragten auch nach einem Platz für anonyme Bestattungen.
Auch Verkehrssituationen an den verschiedensten Stellen von Ebelsbach wurden von einigen Bürgern angesprochen. Sowohl Pfarrer Volkmar Gregori als auch Thomas Wendler sorgten sich um das Parken und die Einfahrt bei der Kirchstraße in Gleisenau zur Georg-Schäfer-Straße. Mit viel zu hohen Geschwindigkeiten werde auch in anderen Siedlungsstraßen wie der Hangstraße gefahren, und schließlich wurde auch der Vorschlag eingebracht, vor Kindergarten und Schule durch Straßenerhöhungen oder Poller für eine Verkehrsberuhigung zu sorgen und Extra-Schilder aufzustellen. In diesem Zusammenhang warf Patricia Mück ein: "Wer dort zu schnell fährt, sind oft die Eltern und keine anderen."


Kunststoffrasen statt Rückbau des Hartplatzes

Gerald Makowski ging auf die Sanierung des Sportgeländes ein, die Bürgermeister Ziegler angekündigt hatte. Hier soll nach ersten Gesprächen die Aschenbahn erneuert, die Segmente hinter den Toren begrünt und der Hartplatz um die Hälfte zurückgebaut werden. Makowski vertrat jedoch die Meinung, dass man den Kunststoffplatz von seiner Größe nicht zurückbauen, ihn aber vielmehr als "Kunstrasenplatz" ausbauen sollte. Nach seinen Recherchen wäre das auch nicht teurer bei Kosten von etwa 60 000 Euro. Damit wäre eine Nutzung, auch durch Kinder, ganzjährig möglich. Das vorgesehene Beachvolleyball-Feld würde auch hinter das Tor passen.
Schließlich warf Alfred Schöpplein noch die Frage auf, was denn mit dem "Seniorenheim" sei, das im Bereich der Schule vorgesehen war. Bürgermeister Ziegler ging dabei auf das Problem der Eigentumsverhältnisse ein, wo es noch eine juristische Auseinandersetzung mit den anderen drei Mitgliedsgemeinden des Schulverbandes gebe. Grundsätzlich bestehe aber noch ein Interesse des Investors.