Warum vor sechs Jahrzehnten eine neue Pfarrei begründet wurde, ist der Errichtungsurkunde vom 5. April 1953 zu entnehmen. Döpfner schreibt darin, dass infolge der Ansiedlung von Industrie die Gemeinde Ebelsbach stark angewachsen sei. "Wir haben uns im Benehmen mit unserem Hochwürdigsten Domkapitel und nach Anhören der Beteiligten entschlossen, für diese Gemeinde und das übrige, nördlich des Mains gelegene Gebiet der ausgedehnten Pfarrei Eltmann eine eigene Pfarrei Ebelsbach zu errichten", heißt es in der Urkunde.

Mit Wirkung vom 1. Mai 1953 wurde das nördlich des Mains gelegene Gebiet der Pfarrei Eltmann mit den Kirchengemeinden Ebelsbach (876 Katholiken), Schönbach (156 Katholiken) und Gleisenau (69 Katholiken) aus dem Verband der katholischen Pfarrei Eltmann gelöst und der selbstständige Pfarrsprengel Ebelsbach mit dem Sitz in der Gemeinde Ebelsbach errichtet.


Die neue Pfarrei umfasste 1101 Katholiken bei 558 Andersgläubigen. Als Pfarrkirche diente die 1929/1930 erbaute Kirche "Maria Magdalena", als Pfarrhaus das am 16. Januar 1952 von der katholischen Kirchenstiftung erworbene Anwesen in der Stettfelder Straße, in dem auch die Schwesternstation, der Kindergarten, der Pfarrsaal und das Jugendheim untergebracht waren.

Als erster Pfarrer wirkte Gustav Hußlein vom 1. Mai 1953 bis zum 31. März 1959 in Ebelsbach. Ihm folgte Richard Motz, der vom 12. Mai 1959 bis zum 7. Januar 1960 Pfarrer in Ebelsbach war. Vom 15. Februar 1960 bis zum 20. September 1978 war Willi Geßner in der Pfarrei Ebelsbach. Am 26. März 1979 begann Pfarrer Ottmar Pottler sein segensreiches Wirken in Ebelsbach. Seit dem 3. Juni 2009 ist Dr. Matthias Rusin Pfarrer in Ebelsbach.

Für den ersten Pfarrer Gustav Hußlein war es ein schwerer Anfang. Nicht einmal 2000 Mark waren vorhanden. Die katholische Kirchenstiftung verfügte laut Stiftungsurkunde über folgende Einkünfte: "Zinsertrag aus Stiftungskapital von 100 DM jährlich" und außerdem "Reichnisse Kirchenstiftung Schönbach 1,70 DM". Nur durch ständiges Sammeln, Theaterspielen und Tombolas konnten die nötigen Mittel aufgebracht werden.

Richard Motz, der zweite Pfarrer von Ebelsbach, konnte wegen einer Erkrankung nur ein knappes Jahr lang in der Gemeinde wirken. Unter Pfarrer Willi Geßner stand der Neubau des Kindergartens mit Schwesternwohnung und Jugendräumen an. 1965 ging man an die Erweiterung der Pfarrkirche, die mit der Altarweihe am 16. Juli 1966 durch den damaligen Weihbischof Alfons Kempf abgeschlossen wurde.

Pfarrer Ottmar Pottler kam die Aufgabe zu, die Kirche und die Pfarrräume auszustatten. Nach der Pfarrhausrenovierung (1979) wurde die Kirche innen restauriert (1986). Ein Großprojekt war die Anschaffung der neuen Orgel durch die Firma Hofmann aus Ostheim/Rhön mit 36 Registern, 2127 Zinnpfeifen und 356 Holzpfeifen, die am 11. Dezember 1983 Domkapitular Schultes aus Würzburg einweihte. Im Jahr 1990 wurde der Kirchturm gefestigt und renoviert. Drei neue Bronzeglocken wurden beschafft, die Weihbischof Helmut Bauer am 5. Mai 1990 segnete.

Zum 15. Mai 2009 hat Bischof Friedhelm Hofmann die Pfarrei Ebelsbach mit Filiale Schönbach, die Pfarrei Stettfeld sowie die Kuratie Steinbach an Pfarrer Matthias Rusin verliehen. Unter seiner Regie wurde das Gotteshaus in Ebelsbach neu konzipiert (Seitenaltar-Kapelle).

Die katholische Pfarrei begeht ihr 60. Jubiläum am Sonntag, 21. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Magdalena mit einem Festgottesdienst. Zelebrant wird Domdekan Prälat Günther Putz sein. Zur musikalischen Gestaltung trägt der Magdalenenchor bei, zur Aufführung kommt Haydns "Missa brevis F-Dur". Im Anschluss findet vor der Kirche ein Stehempfang statt.