Noch ist's ein Draufzahlgeschäft, doch bis 2014 hofft die "Biomassewärme Ebern GmbH" die Gewinnzone zu erreichen. Geschäftsführer Josef Müller beurteilte die Geschäftsentwicklung als "zufriedenstellend". Dies war sein Fazit, als er dem Stadtrat von Ebern in dessen jüngster Sitzung Rechenschaft ablegte. Kritische Nachfragen blieben aus. Der Stadtrat übt sich in Geduld und baut darauf, dass sich dieser Beitrag zur Energiewende bald durchsetzen wird.

Energie aus Hackschnitzeln


Mit dem Versorger "Gasuf" war das Unternehmen, an dem die Stadt 51 Prozent der Anteile hält, vor zwei Jahren gegründet worden, um Liegenschaften in der ehemaligen Kaserne mit regenerativer Wärme und Warmwasser aus Biomasse (Hackschnitzel) zu versorgen. Dazu nutzt man die frühere Heizzentrale der Bundeswehr.

Inzwischen haben zwar fast alle Kasernen-Gebäude einen neuen Nutzer gefunden, doch die Zahl der Wärmekunden blieb hinter den Erwartungen der Gesellschaft zurück. Damit musste Müller eine Feststellung wiederholen, die er vor zwölf Monaten an gleicher Stelle getätigt hatte. Jetzt zeichnet sich ab, dass sich die Zahl der Anschlüsse noch in diesem Jahr von fünf auf zehn Abnehmer verdoppeln wird.

Nur zur Hälfte ausgelastet


Im Wirtschaftsjahr 2011 habe man rund 300 Megawattstunden (MWh) verkauft, 627 MWh wurden produziert, womit die Anlage einen Wirkungsgrad von knapp 48 Prozent erreichte. Mit jedem neuen Abnehmer, sagt Müller, werde sich das bessern. Insgesamt ist die Anlage auf 1,2 Millionen MWh ausgelegt. Zunächst muss weiter investiert werden, und so kündigte Müller auch für 2012 nochmals einen Jahresfehlbetrag von etwa 28.000 Euro an. Doch solche Vorausleistungen und eine derartige Anlaufzeit seien üblich.

Müller: "Wir müssen einfach mehr Wärme verkaufen." Zudem merkte er an, dass weitere Geschäftsfelder, wie eine Biogasanlage Ebern oder ein Nahwärmenetz für die Kernstadt "wirtschaftlich außerordentlich wichtig wären."