Zwei gerissene Rehe bei Zeil entdeckt - Goldschakal im Kreis Haßberge am Werk? Im unterfränkischen Zeil am Main sind zwei tote Rehe entdeckt worden. Spaziergänger meldeten am 25. Januar und am 8. Februar jeweils eine gerissene Rehgeiß an den zuständigen Jäger Klaus Schulz. Dieser geht davon aus, dass sich der Goldschakal im Landkreis Haßberge angesiedelt hat.

Je eine trächtige Rehgeiß, wie die weiblichen Rehe genannt werden, fand Jagdpächter Klaus Schulz in Zeil tot vor. Aufgrund der Verletzungen der Rehe kommt für ihn nur ein Raubtier infrage - der Goldschakal. "Er schleicht sich an, beißt sich an der Gurgel fest und lässt nicht mehr los", erklärt Schulz inFranken.de. Seine Vermutung beruht auf jahrelanger Jagderfahrung. Schulz hat 20 Jahre in Ungarn gejagt. Dort hat er einen der ersten Goldschakale überhaupt erlegt.

Gerissene Rehe bei Zeil gefunden: Goldschakal in Haßbergen am Werk?

Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt ist der Goldschakal eng mit dem Wolf verwandt. Die Tiere sind aber deutlich kleiner und leichter. Ihren Namen haben sie aufgrund ihrer meist goldgelben Fellfärbung erhalten. Diese variiert von Region zu Region. Der Goldschakal gilt als sehr scheues Tier, das in der Regel den Kontakt zu Menschen vermeidet. 

Goldschakale haben ein sehr großes Verbreitungsgebiet, das von den tropischen und subtropischen Regionen Asiens über den Nahen Osten bis nach Südosteuropa reicht. Eine Ansiedlung in Deutschland ist prinzipiell möglich. Auch weil sich das Tier sehr schnell verbreitet. "Der Goldschakal darf in Ungarn erlegt werden. Trotzdem nimmt er immer mehr zu und verbreitet sich über Österreich nach Deutschland", erklärt Schulz. 

Die schnelle Ausbreitung der Tiere bereitet Schulz Sorgen: "Ich weiß nicht, warum man das nicht stärker verfolgt." Der Goldschakal dürfe aus Gründen des Naturschutzes in Deutschland nicht geschossen werden, erklärt der Jagdpächter. Dazu müsse man einen Antrag bei der Regierung stellen und auf eine Genehmigung warten. Ob das im Landkreis Haßberge nötig ist, bleibt abzuwarten. Das Landratsamt Haßberge erklärt auf Nachfrage, dass dem Landkreis kein bestätigter Fall eines Goldschakals vorliegt. 

Zum Schutz von Wildtieren: Die CSU versuchte mit einem Antrag, einen Schutz der Wildtiere zwischen 1. März und 15. Juni durchzusetzen. Doch dafür gibt es keine Gesetzesgrundlage.