Sie ist rund 54 Kilometer lang und mündet in der Stadt gleichen namens in den Main: die Baunach. Aber wo entspringt eigentlich der Fluss, der die Gegend um Ebern mit all seinen Nebengewässern prägt und der die eigentlichen Haßberge von den Zeilbergen trennt?

Die Quelle ist im Sulzfelder Forst zu finden, 445 Meter über N.N., südlich des Großen Breitenbergs und nordwestlich von Bundorf. Der Name Baunach stammt von dem indogermanischen Wort für Fluss: bunahu (wörtlich übersetzt schwellendes Wasser), doch tatsächlich entspringt der Fluss einem Waldsee, dem Baunachsee, und es bedarf etlicher Kilometer und Zuflüsse bis die Baunach tatsächlich zu einem Gewässer angeschwollen ist, das die Bezeichnung Fluss auch verdient.


Schutzgebiet

Die Quellbäche und der Wasserlauf prägen das FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) "Bundorfer Wald und Quellbäche der Baunach" entscheidend mit und zusammen mit dem Vogelschutzgebiet "Haßbergetrauf und Bundorfer Wald" ist der Bereich in das europäische Netz besonderer Schutzgebiete "Natura 2000" der EU eingebunden. Diese Gebiete zeichnen sich durch das Vorhandensein von Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten aus, die Naturschützer als besonders wertvoll bewerten.

Nun genießt dieser Bereich also besonderen Stellenwert und deswegen ist es auch im Interesse der Bayerischen Staatsforsten und des Forstbetriebs Bad Königshofen, den status quo zu erhalten. Der Forstbetrieb, der sich von Zeil bis in die Hohe Rhön erstreckt, hat nun laut einer Mitteilung seines Betriebsleiters Christoph Fellermeyer, der einst auch das Forstamt Ebern leitete, mit "enormer Anstrengung den Baunachsee entschlammt und damit vor der drohenden Verlandung bewahrt". Das schützt auch die Ufervegetation samt Schilfgürtel.


Refugium für Schwarzstorch und Co.

In die Maßnahme einbezogen waren weite Teile des Sees, denn der Stoffeintrag als Folge der Erosion nach Starkniederschlägen führte dazu, dass der Wasserstand des Sees gerade in trockenen Sommern so abgefallen war, dass ein "Umkippen" drohte. "Die offene Wasserfläche wäre in allernächster Zeit vermutlich weitgehend verschwunden gewesen", berichtet der Forstdirektor. Ein See werde seinem Namen nur dann gerecht, wenn er auf Dauer einen ausreichenden Wasserstand mit offenen Wasserflächen aufweisen kann.

An Fischbesatz ist laut Fellermeyer nicht gedacht. "Der Baunachsee war schon in der Vergangenheit ohne Fischereinutzung und wird dies auch künftig bleiben", konstatiert der Forstmann. Der See stelle ein wichtiges Biotop für den Schwarzstorch dar, aber auch für verschiedene andere, seltene Vogel- Insekten- und Pflanzenarten.


Eine Gemeinwohlleistung

Die aufwendige Maßnahme, die mit schwerem Gerät durchgeführt wurde, war im Vorfeld mit dem amtlichen Naturschutz abgesprochen und über besondere Gemeinwohlleistungen des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt und der Eigenleistung des Forstbetriebes Bad Königshofen finanziert worden. Die Organisation lag vor allem in Händen der zuständigen Revierleiterin Leona Gerth vom Forstrevier Bundorf. Ausgeführt wurde die Entschlammung von einer Firma aus Iphofen.

Infolge der lange Zeit ausbleibenden Niederschläge in diesem Frühjahr habe die Wiederbefüllung des weitgehend versteckt liegenden Baunachsees einige Zeit in Anspruch genommen, berichtet Fellermeyer.
Er spricht von "Engagement im Sinne einer integrativen Forstwirtschaft", die auch den Erhalt des ökologisch bedeutenden Baunachsees beinhalte.