Bekommt das Geracher Rathaus einen barierrefreien Zugang? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Zum Hintergrund: Die Kirchenverwaltung St. Gerach Vitus will im kommenden Jahr einen Blitzableiter am Kirchturm anbringen lassen, was eine Erneuerung des Kopfsteinpflasters im direkten Kirchenumfeld erfordert. Um die Kosten nicht alleine tragen zu müssen, fragte die Kirchenverwaltung nun bei der Gemeinde an, ob die Kommune nicht die Gelegenheit nutzen wolle, einen barrierefreien Zugang zum Rathaus zu schaffen. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Weg nach dem Grundbuch im Eigentum der Kirchenstiftung liege. Insgesamt rechne man mit mit Kosten in Höhe von 40 000 Euro, wobei eventuell das Entfernen und Wiedereinlegen der Steine als Eigenleistung erbracht werden könne.

Eigentlich waren diese Maßnahmen für die Dorferneuerung vorgesehen, erinnerte Gemeinderat Gerhard Ellner (SPD), die Treppe sollte laut Amt für Ländliche Entwicklung an die Gemeinde übergehen. "Die Kirche steht unter Denkmalschutz, wie steht es mit dem historischen Pflaster, welches auch am Domplatz vorkommt?", stieß Ellner die Diskussion an. Bürgermeister Sascha Günther (CSU) testierte allerdings, dass die Maßnahmen um die Kirche aus der Planung zur Dorferneuerung herausgenommen worden seien.

Gemeinderätin Petra Schmitt (CSU) stellte fest, dass viele der Steine nur gekippt wären, und merkte an: "Wenn wir mit finanziell einsteigen, dürfen wir dann auch mitreden?" Der Finanzierungsplan der Kirchenverwaltung sieht nämlich zwei Fünftel (40 Prozent) Beteiligung durch die Gemeinde vor.

Nachdem der Gemeinderat nicht abgeneigt war, dieses Projekt mit der Kirchengemeinde zusammen zu stemmen, erklärte sich Bürgermeister Günther bereit, entsprechenden Kontakt aufzunehmen. Wünschenswert wäre es jedoch, so die allgemeine Tendenz, bezüglich des Wegerechts zum Rathaus eine Grunddienstbarkeit einzuräumen.

30er-Zone für ganz Gerach?

Wie die Wirkung eines Dominosteins, der an seinen Nachbarn gestoßen wird und eine Kettenreaktion auslöst, darf der Antrag von Anliegern in der Unteren Dorfstraße von Gerach verstanden werden. Jene haben sich an den Gemeinderat gewandt, um dort eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h zu erreichen. Beweggrund war es wohl, so darf man aus der nachfolgenden Diskussion schließen, dass die Anwohner bei der bisherigen Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge Probleme haben, sicher von ihrem Grundstück aus auf die öffentliche Straße zu gelangen.

Bürgermeister Sascha Günther (CSU) kündigte den Räten an, dass für die nächste Sitzung bereits ein weiterer Antrag vorliege, nämlich eine Geschwindigkeitsreduzierung für den Priegendorfer Weg. Gemeinderätin Michaela Batz (CSU) meinte, "bei uns in der Hauptstraße ist es auch gefährlich", weswegen sie dort ebenfalls den Antrag zur Geschwindigkeitseinschränkung in den Raum stellte.

Gerhard Ellner erinnerte an die Möglichkeit, eine 30 km/h-Zone einzurichten. Nach Vorschlag von Zweitem Bürgermeister Thomas Motschenbacher (CSU) solle dies für alle Straßen geprüft werden, außer den Kreisstraßen, wobei der Erste Bürgermeister nachfragte: "Innerhalb der Grenzen des ganzen Gemeindegebietes?" Hier erinnerte Ellner daran, dass bei einer 30er-Zone "rechts vor links" gelte. Da läge dann das Problem bei den Bergstraßen, so Bürgermeister Günther: "Vorfahrt gewähren ist im Winter bei Glatteis für die von oben Kommenden sehr schwer einzuhalten."

Für und Wider

Als weitere Möglichkeit schlug Michaela Batz die Verlegung von Gummi-Matten vor. Allerdings seien diese, so Bürgermeister Günther, für den Schwerlastverkehr nicht geeignet und müssten ständig ausgetauscht werden. Auf die Anregung der Gemeinderätin zu einer Straßenverengung folgte der Einwand von Gerhard Ellner, dass dann wiederum die Mähdrescher behindert wären.

Das Anbringen eines Spiegels - wohl die einfachste Möglichkeit - wäre mit viel Geld verbunden, jedoch würden dann weitere Anwohner zur Ausfahrt aus ihrem Grundstück einen Antrag auf einen solchen stellen, wie Thomas Motschenbacher (CSU) einwarf. Im Winter seien diese jedoch meist angelaufen und vereist, kam ein erneuter Einwand von Bürgermeister Günther. So erhielt der Ratsvorsitzende den Auftrag, abklären zu lassen, unter welchen Voraussetzungen das Einrichten einer 30er-Zone im Gemeindegebiet möglich sei. In der Zwischenzeit wolle er sich darum kümmern, vom Landkreis ein Geschwindigkeitsmessgerät auszuleihen, denn seiner Beobachtung nach "fahren viele den Berg runter wie die Henker".