anette Schreiber Selbst dem Vorsichtigsten bleibt ein Anlass, im Innenbereich auf viele Menschen zu stoßen, nicht erspart: Zum Leben braucht es Lebensmittel und die gibt es nun eben nur in den Märkten. Wie steht es hier coronabezogen um die Hygiene? Neben der Befragung von fünf großen Discountern, siehe unten, haben wir uns selbst auf Recherche begeben und um der Vergleichbarkeit willen, speziell auf drei Aspekte geachtet: Wie wird der Kunde für die im Markt geforderten Maßnahmen sensibilisiert? Wie ist das Personal ausgerüstet? Welche Maßnahmen sollen im Kassenbereich für die Einhaltung der Abstände sorgen?

Mit einem Schild im Eingang stellt Aldi den Kunden auf die Forderungen ein, ein zweites folgt im Durchgangsbereich. Ähnlich ist es bei Norma, wo eine eindeutige Bildsprache langes Lesen erübrigt. Mit gleich vier Plakaten im Außenbereich versucht Lidl wohl absolut auf Nummer sicher zu gehen. An das, was man zu beachten und tun gehabt hätte, weist bei Edeka ein sehr großes Plakat hin. Auf das stößt man allerdings erst, wenn man den Markt wieder verlässt. Vielleicht ja als Erinnerung für den nächsten Einkauf oder als Hausaufgabe gedacht.

Auffällig ist, dass kein Mitarbeiter Handschuhe getragen hat. Das wäre gerade im Kassenbereich sinnvoll, wo ja Waren angefasst werden, die Kunden zuvor oft mehrmals in Händen hielten. Mundschutz wurde von wenigen Kassenmitarbeitern getragen. Darunter einmal auch nur ein Schutz für den Mund, der diesen nicht ganz bedeckt hat.Unterschiedlich professionell anmutende Plexiglasscheibenkonstrukte sollen die Marktmitarbeiter schützen, wobei die Norma-Version am größten wirkte.

Abstandsmarkierungen - Streifen, Punkte, Rechtecke - fanden sich in allen Märkten zumindest im Kassenvorbereich. Bei Rewe waren die Markierungen über die gesamte Verkaufsfläche verteilt. Diverse finden sich bei Lidl, wobei ein System auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.

Zwischen vier und sechs Abstandszonen finden sich vor dem Bezahlpunkt. Mal Kreise, dann Striche in unterschiedlichen Farben und Ausführungen. Die größte Fläche dafür verwendet Norma, allerdings sind die rot umrandeten Rechtecke durch häufiges Überschreiten doch sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Wer sich in so vielen Märkten nacheinander bewegt, so wie wir beim Test - in zwei Stunden am gleichen Ort - , der sehnt sich geradezu nach Desinfektionsmitteln. Findig wird man hier bei Rewe im Außenbereich, allerdings muss man schon gezielt suchen. Zweifelhaft ist die Flasche im Edeka-Eingangsbereich, die auf dem Präsentationsmöbel auffällig positioniert ist. Wenn jedoch jeder den Spender in die Hand nimmt, ergibt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit. So wie die nach dem Plakat, das informiert, Menschen mit Symptomen sollen nicht in den Markt. Man müsste allerdings schon einen Handstand machen, um es zu lesen, weil es auf dem Kopf stand. Am professionellsten kommt der Spender bei Lidl daher, der sich bequem mit dem Unterarm bedienen lässt. Und es stehen sogar Papiertücher fürs Reinigen der Wagengriffe zur Verfügung. Doch wird diese Vorrichtung offenbar so gut angenommen, dass die Lösung aus war, als wir sie nutzen wollten.

Am Rande nahmen wir positiv zur Kenntnis, dass an Backstationen Kunststoffhandschuhe angeboten werden, wenngleich sie ökologisch bedenklich sein mögen. Freilich stellt sich die Frage nach dem Nutzen, wenn die Verwendung nicht obligatorisch ist und somit jeder Kunde einfach so ins Fach greifen könnte, oder die Zangen mit der bloßen Hand benutzt werden könnte.

Mit Reinigungsmitteln unterwegs

Bei unseren Momentaufnahmen sahen wir immer wieder Personal, das mit Reinigungsmitteln unterwegs war, freilich hätte man hier länger vor Ort sein müssen, um zu erfahren, in welchen Abständen welche Flächen gereinigt und desinfiziert werden.

Fazit: Die Märkte setzen im Prinzip auf ähnliche Maßnahmen, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Es ist wohl davon auszugehen, dass hier eine härtere Gangart eingelegt wird, sobald auch bei uns die Fallzahlen wieder steigen.