von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold

Coburg — Mit der Diagnose Krebs verändert sich die Lebenssituation dramatisch. Zu den Ängsten und Sorgen kommen oft auch existenzielle Nöte. Für Erkrankte und ihre Angehörige gibt es seit dem 1. April in Coburg ein neues Angebot der bayerischen Krebsgesellschaft. Im Stadtbüro der Diakonie in der Metzgergasse 13 finden die Betroffenen eine Anlaufstelle. Bettina Prechtl, Diplom-Sozialarbeiterin und Psychoonkologin, berät freitags von 9 bis 13 Uhr kostenlos und vertraulich und hilft weiter in allen Fragen rund um die Diagnose Krebs.
Bei der Außenstelle handelt es sich um ein Angebot der psychosozialen Krebsberatungsstelle in Bayreuth. Geschäftsführer Markus Besseler, Psychologe und Psychoonkologe, weiß um die Sorgen und Nöte der betroffenen Familien. In der neuen Anlaufstelle soll Menschen bei der Bewältigung der Krankheit ein Hilfsangebot gemacht werden. Aber auch alle sozialrechtlichen Fragen werden beantwortet. Besseler: "Jeder Patient hat seine eigenen Sorgen und Ängste, die verarbeitet werden müssen, viele Erkrankte brauchen vor Ort in dieser belastenden Situation vor allem Orientierung und ein offenes Ohr." Bettina Prechtl nimmt sich in Coburg Zeit und möchte helfen, neue Perspektiven zu finden. "Die Diagnose Krebs erschüttert die Betroffenen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und beeinflusst sowohl das soziale als auch das familiäre Leben", erläutert sie.
Die Psychoonkologin hilft dabei, durch die belastende Phase der Therapie zu kommen, aber vor allem auch in der Zeit danach. Regina Ruckdeschel von der Selbsthilfegruppe III in Coburg weiß, wie wichtig die Hilfe auch nach der abgeschlossenen Therapie ist. "Nach der Behandlung können Freunde und Familie das Thema Krebs oft nicht mehr hören." Ruckdeschel kennt auch die Ängste, die vor jeder Nachuntersuchung den Krebspatienten plagen. "Um so wichtiger ist dieses Angebot", betont sie. Aus der Selbsthilfegruppe beobachtet sie, dass positive Erlebnisse auch die Selbstheilungskräfte stärken.

Gut erreichbar im Stadtzentrum

Angesiedelt ist die Beratung im Stadtbüro der Diakonie und damit gut erreichbar im Zentrum der Stadt. Stefan Kornherr von der Diakonie sieht die Außensprechstunde als gute Ergänzung zu den bestehenden Beratungsangeboten, die alle soziale Themen umfassen, wie zum Beispiel ein breites Feld an Familienberatungen.
Die Unterbringung im Stadtbüro gewährleiste zudem eine gute telefonische Erreichbarkeit. Bei Bedarf kann die Außensprechstunde auch erweitert werden. "Erkrankte und Angehörige sind herzlich aufgerufen, sich bei Fragen und Problemen an die Außensprechstunde zu wenden, persönlich oder telefonisch", sagt Bettina Prechtl. Rufnummer: 09561/ 79 90 504.
Finanzielle Unterstützung erhält die bayerische Krebsgesellschaft im Rahmen der Stiftung "Bayern gegen Krebs" durch die Firma Brose Fahrzeugteile GmbH, die HUK Coburg und die Sparkasse Coburg Lichtenfels.