von unserem Mitarbeiter 
Stephan Herbert Fuchs

Bayreuth — Der Rinderzuchtverband Oberfranken hat im abgelaufenen Geschäftsjahr über 31 000 Tiere vermarktet und damit einen Gesamtnettoumsatz von 15,6 Millionen Euro erzielt. Diese Zahlen haben Vorsitzender Georg Hollfelder und Zuchtleiter Markus Schricker bei der Jahresversammlung in Bayreuth bekannt gegeben.
Während die Zahl der vermarkteten Zucht- und Nutztiere um über 1300 anstieg, sank der Umsatz nach zwei Rekordjahren in Folge um rund 600 000 Euro. Grund dafür war nach den Worten des Zuchtleiters im Wesentlichen der stark gesunkene Nutzkälberpreis, der zirka 75 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.

Schwankende Kälberpreise

Von derart schwankenden Kälberpreisen, aber auch von den fallenden Milchpreisen sei das zurückliegende Jahr stark geprägt gewesen, sagte der Vorsitzende. Die Steigerung bei den vermarkteten Tierzahlen führte er auf die männlichen Nutzkälber zurück.
Deutsche Zuwächse habe es auch bei den weiblichen Nutzkälbern und bei den Zuchtrindern gegeben. Trotz des Umsatzrückgangs freut man sich beim Verband über die guten Vermarktungszahlen beim Zucht- und Nutzvieh, so Zuchtleiter Schricker, der im vergangenen Jahr die Nachfolge des Ende 2013 überraschend verstorbenen Frank Oertel angetreten hatte.
Insgesamt habe der Rinderzuchtverband Oberfranken 1560 Mitgliedsbetriebe, 84 weniger als noch vor einem Jahr. Allerdings sei die Herdbuch-Kuhzahl um knapp über 1000 Kühe auf nun 71 500 angestiegen. Damit würden pro Herdbuchbetrieb 46 Kühe gehalten.
Oberfranken sei eines der bedeutendsten Rinderzuchtgebiete in Deutschland, sagte der Bayreuther Landrat Herrmann Hübner. Ein wichtiger Beitrag dazu komme auch aus dem Landkreis Bayreuth. Deshalb sei es auch notwendig, beispielsweise mit der Unterstützung des Grünen Zentrums an der Adolf-Wächter-Straße, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen.
Bayreuths 3. Bürgermeisterin Beate Kuhn nannte die Bilanz des Verbandes beachtlich. Sie wies darauf hin, dass der Bayreuther Kälbermarkt nicht nur der größte in Deutschland, sondern auch preisbildend für den gesamten süddeutschen Raum sei. Die Landwirtschaft als bedeutsamen Wirtschaftszweig, der letztlich viele Leistungen für die gesamte Gesellschaft erbringt, stellte der oberfränkische BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif heraus.
Insgesamt gibt es in Oberfranken noch 3745 Rinderhalter mit 233 509 Tieren. Pro Halter ergebe sich damit ein durchschnittlicher Rinderbestand von 62 Tieren einschließlich der Milchkühe. Während sich damit die Zahl der Halter deutlich verringerte, sei die Zahl der Rinder sogar leicht angestiegen.
Die meisten Rinder pro Betrieb werden der Statistik zufolge in den Räumen Hof und Coburg gehalten, die wenigsten in Forchheim und Kronach.
Ebenfalls angestiegen ist im zurückliegenden Jahr die Zahl der Milchkühe. Hier kommt die Statistik auf 92 438, was einem leichten Anstieg um knapp 800 Tiere gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Insgesamt hatten 141 Landwirte die Milchkuhhaltung während der zurückliegenden zwölf Monate aufgegeben.
Für herausragende Leistungen wurden die folgenden Mitglieder gesondert ausgezeichnet: Siegfried Opitz aus Kirmsees als bester Betrieb für die Jahresleistung nach Fett und Eiweiß, Ingrid Ruckdeschel aus Wüstensaal als bester Betrieb für die höchste Milchleistung und Jürgen Raab aus Lessau für die Kuh mit der höchsten Lebensleistung.
Für herausragendes Abschneiden bei nationalen und internationalen Leistungsschauen erhielten Stefan Güthlein aus Rechenneusig, Christel Böhm aus Neuhaus und Walter Kraus aus Herzogenreuth Preise des Verbandes.