Die Auswirkungen der Corona-Krise für die Wirtschaft sind enorm. Umsatzeinbrüche, Kurzarbeit, Insolvenzen - die meisten Unternehmen leiden unter den Folgen der Pandemie. Wie aber ergeht es sozialen Betrieben und Inklusionsunternehmen in der Region? Die CSU-Europaabgeordnete Marlene Mortler wollte dieser Frage nachgehen und sprach vor Ort mit Verantwortlichen und Betroffenen des Sozialunternehmens Laufer Mühle. Dieses unterhält an zehn Standorten zwischen Bamberg und Herzogenaurach, zwischen Neustadt und Eckental insgesamt 17 gemeinnützige Unternehmungen. Sucht- und psychisch Kranke sowie Langzeitarbeitslose und Migranten finden an diesen Standorten nicht nur therapeutische, pädagogische und sozialarbeiterische Hilfen, sondern auch Möglichkeiten, sich fortzubilden und zu qualifizieren. Knapp 300 Menschen nehmen diese Angebote in Anspruch.

Schmerzhafte Schließungen

Die Politikerin, die unter anderen im Europa-Ausschuss für ländliche Entwicklung sitzt, erfuhr bei ihrem Besuch im Kreislauf-Kaufhaus, dass auch die Laufer-Mühlen-Betriebe coronabedingt hart getroffen wurden. So mussten über mehrere Wochen hinweg die fünf Sozialkaufhäuser und drei Gastronomiebetriebe geschlossen werden, was einen betriebswirtschaftlichen Verlust im sechsstelligen Bereich bedeutete. Manche Mitarbeiter mussten aufgrund der Betriebsschließungen auch in Kurzarbeit. "Das war umso tragischer, da es gerade die Menschen traf, die erst kurz zuvor eine Langzeitarbeitslosigkeit überwunden hatten", berichtete Geschäftsführer Michael Thiem. Gleichzeitig seien mit den Standortschließungen auch über einen längeren Zeitraum die tagesstrukturierenden Unterstützungshilfen für die zu versorgenden Menschen nicht mehr zugänglich gewesen.

Berührt zeigte sich die Europaabgeordnete, dass es "besonders auch unsere Mitbürger trifft, die sowieso schon am Rande unserer Gesellschaft stehen". Sie bedankte sich in diesem Zusammenhang, dass die Laufer Mühle über diese Zeit hinweg jedoch nichts unversucht gelassen habe, Formen der Notfallbetreuung an den verschiedenen Standorten aufrechtzuerhalten. "Aus meiner Zeit als Bundesdrogenbeauftragte kenne ich das unermüdliche Ringen der Laufer Mühle nach konstruktiven Lösungen, vor allem in ungewöhnlichen Situationen", so Mortler. Deshalb sei ihr Besuch auch als Anerkennung von politischer Seite gedacht, "dass Soziale Einrichtungen wie die Laufer Mühle auch in Ausnahmezeiten ihrem gesellschaftlichen und gemeinnützigen Auftrag gerecht werden".

Zudem versprach sie bei ihrem Besuch die volle Unterstützung für ein neues Projekt des Sozialunternehmens, denn infolge der Corona-Krise werde unsere Gesellschaft wieder verstärkt ein Auge auf Qualifizierungsmaßnahmen für Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, richten müssen. So besprach Michael Thiem mit Marlene Mortler ein dementsprechendes, zukunftsweisendes Qualifizierungsprojekt, das er gerne mit europäischen Finanzmitteln und mit Unterstützung der IHK Mittelfranken durchführen möchte. Der Vorsitzende des Freundeskreises Laufer Mühle, Reinhard Lugschi, stellte spontan seine Unterstützung in Aussicht, worüber sich Mortler als aktives Mitglied des Fördervereins freute: "Gemeinsam werden wir das doch sicherlich schaffen." red