Was würde eine Generalssanierung des Stadtsteinacher Freibads kosten? Vier Millionen Euro oder vielleicht nur drei? In jedem Fall zu viel für die Konsolidierungskommune. Bisher zumindest.

Ein neues Förderprogramm der Bundesregierung könnte dies allerdings nun doch möglich machen. Die Information überbrachten die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Anette Kramme aus Bayreuth und Andreas Schwarz aus Bamberg bei ihrem Besuch in Stadtsteinach. Zum Ausgleich von Einbrüchen im Zuge der Corona-Pandemie würden weitere 600 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur bereitgestellt, wenn sie von besonderer Bedeutung sind und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

"200 Millionen sind schon weg", mahnte Schwarz zur Bedarfsanmeldung spätestens zum 30. Oktober. Das Freibad, in dem Bürgermeister Roland Wolfrum mit Stadträten aller Fraktionen die beiden Abgeordneten empfangen hatte, wäre durchaus ein Projekt, das die Kategorien erfüllt, erläuterte er. Das Bad sei mittlerweile fast 50 Jahre alt und zunehmend reparaturanfällig. Die Beheizung über eine Photovoltaikanlage sei bereits vor 40 Jahren ein EU-Leuchtturmprojekt gewesen und auch jetzt noch eine Anlage im Sinn des Klimaschutzes.

Große regionale Bedeutung

Zudem sei das Bad für den gesamten ehemaligen Landkreis Stadtsteinach von regionaler Bedeutung. Dafür würde Stadtsteinach allein das Defizit von mindestens 100 000 Euro jährlich tragen, denn man könne nicht verlangen, dass die finanziell klammen Orte im Oberland hierzu einen Beitrag leisten, auch wenn deren Bevölkerung vom Bad profitiert.

Für Anette Kramme war noch der Hinweis wichtig, dass Projekte gefördert werden, die das soziale Miteinander der Region pflegen. Die Förderung sei pro Projekt auf drei Millionen Euro gedeckelt; betroffene Kommunen "in Haushaltsnotlage" müssten lediglich zehn Prozent der Kosten selbst tragen.

Andreas Schwarz bot an, einen Antrag Stadtsteinachs vorzuprüfen und diesen dann an das ausführende Innenministerium weiterzuleiten. "Dabei reicht zunächst eine Kurzbeschreibung mit dem Wesentlichen", sagte er. Dabei solle man auch zum Beispiel an Rückbauten denken für Anlagen, die nach heutigen Gewohnheiten weniger genutzt werden, wie zum Beispiel aufwändig zu unterhaltende Umkleide-Abteilungen.

Nicht mit leeren Händen

Es sollten aber auch Verbesserungen beschrieben sein. "Wenn ich das Planschbecken für die Kleinsten sehe, dann ist das nicht mehr so, wie man es sich heute als pädagogisch tauglich vorstellt," merkte er an. Auch Grünflächen für Begegnungen wären förderfähig oder ungenutzte historische Bauten, wenn sie einem künftigen Miteinander dienen - wie im Fall Stadtsteinachs Gemeinschaftshäuser oder der Stadtpark.

Bürgermeister Wolfrum zeigte sich erfreut, dass die Abgeordneten zwar ohne Geschenke, jedoch nicht mit leeren Händen gekommen waren.