Der Schneckenloher Gemeinderat fällte auch in der jüngsten Sitzung Entscheidungen, die das Leben der Bürger beeinflussen. Unter anderem ging es darum, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, wie man künftig gemeindliche Zuschüsse an Vereine und Organisationen vergibt.

Derzeit orientiere man sich am Bedarf der entsprechenden Institutionen, die bei den jeweiligen Maßnahmen Anträge an die Gemeinde stellen. Diese Einzelentscheidungen will man jetzt auf den Prüfstand stellen. Für eine neue Lösung gibt es drei Ansätze: Verteilt man künftig nach einem Gießkannenprinzip, trifft man weiter Einzelentscheidungen, oder wird es eine ausgeklügelte Regelung mit festen Konstanten geben?

Zum Vergleich zog Bürgermeister Knut Morgenroth (SPD) die Gemeinden Mitwitz, Marktgraitz und Sonnefeld heran. Die verfolgen unterschiedliche Herangehensweisen. Höchstgrenzen, feste Prozentsätze, Förderung nur auf konkrete Maßnahmen, zeitliches Limit, keine Bezuschussung des laufenden Betriebes. Die Frage war, was passt für die Gemeinde Schneckenlohe? Es waren zu viele Komponenten. Aus diesem Grund wurde den Gemeinderäten Zeit gegeben, sich gedanklich mit der Thematik auseinanderzusetzen. In der nächsten Gemeinderatssitzung will man dann einen Konsens finden und Leitlinien festlegen.

Die Tagesordnungspunkte waren an dieser Stelle eigentlich schon abgehakt, in den Bekanntgaben von Morgenroth jedoch fanden sich interessante Informationen. Unter anderem stand das Neubaugebiet "Roter Hügel" gleich zweimal im Fokus. Das erste Mal ging es um die Wasserversorgung für das Gebiet, die aus bestimmten Gründen abgestellt werden sollte. Was dann kam, erinnerte eher an einen Schildbürgerstreich. Die ausführende Firma erkundigte sich nämlich im Vorfeld nicht, an welcher Stelle sie abstellen muss und drehte "wahllos Schieber zu". Das führte dann dazu, dass die Gemeinden Beikheim und Leutendorf plötzlich ohne Wasser waren. Im Gemeinderat traf diese Aktion auf kein Verständnis. Morgenroth: "Hätten die mal jemanden gefragt, der sich auskennt." Mittlerweile sei aber wieder alles in trockenen Tüchern.

Diskussion um Ringschluss

Eine Diskussion drehte sich um den "Ringschluss" im "Roten Hügel", der als Schotterweg nicht alle glücklich mache. Vor allem die zahlreichen Grundstücksinteressenten, die sich zur Sitzung eingefunden hatten, forderten, gehört zu werden. Damit das möglich war, musste der Gemeinderat sein Einverständnis erklären. Im Anschluss gab Morgenroth eine Einführung in den Sachstand. Er sprach von einer "Minimallösung", für die es natürlich gute Gründe gäbe. Das Baugebiet sei mit einer asphaltierten Straße erschlossen worden und die sei in beiden Richtungen befahrbar. Einen Ringschluss gebe es deshalb nur in Form eines Schotterweges, weil man Altanlieger nicht noch einmal zur Kasse bitten wolle für eine Straße, die sie gar nicht nutzen und auch nicht brauchen. Außerdem habe man die Grundstückspreise entsprechend niedrig halten wollen. Man könne die geschotterte Ringstraße ja befahren, räumte Morgenroth ein, aber wenn hier zu viel Verkehr stattfinden würde, müsse man eine Sackgasse daraus machen.

Die Bauinteressenten waren über diese Auskunft allerdings nicht ganz so glücklich, aber Morgenroth verteidigte das Vorgehen der Gemeinde: "Es ist eine gute und praktikable Lösung für alle." Am Ende stellte Gemeinderat Jens Blinzler (DG) eine pfiffige Lösung in Aussicht. Er könne sich vorstellen, dass sich die Jagdgenossenschaft, die die Straße ebenfalls nutze, unter Umständen bereit erkläre, Rasengittersteine zu setzen. Natürlich müsse das noch mit der Vorstandschaft abgesprochen werden und die Gemeinde müsse ebenfalls einen Beitrag dazu leisten, aber denkbar wäre es. Ob es aber auch dazu kommt, werden die Gespräche mit den zuständigen Personen zeigen.

Kein Baustrom mehr

Einen zweiten "Schildbürgerstreich" gab es im geplanten Bürgerhaus. Hier wurde über das Bayernwerk die Unterbrechung der Stromversorgung beantragt und auch ordnungsgemäß durchgeführt. Was dabei aber nicht bedacht worden war: Dieser Aktion fiel auch der notwendige Baustrom zum Opfer. Und da bekanntlich ohne Strom gar nichts geht, mussten sich die Firmen vorübergehend beim Nachbarn damit versorgen. Und auch hier muss Morgenroth kurz mit dem Kopf schütteln: "Da hat man die Zähler abgeklemmt, nur um dann festzustellen, dass man ja keinen Strom mehr hat."

Baubeginn Ende Oktober

"Es ist ein Wahnsinn." Damit meinte Knut Morgenroth die Kanalsanierung im Gemeindeteil Beikheim. Hier musste man den geplanten Baubeginn am 14. September leider verstreichen lassen. Grund war eine durch Beikheim verlaufende Umleitung für den Schwerlastverkehr wegen der Straßensanierung der B 85 bei Gundelsdorf. Aus diesem Anlass verweigerte das Landratsamt eine erforderliche verkehrsrechtliche Anordnung zur Durchführung der Kanalarbeiten auf der Mitwitzer Straße/Staatsstraße 2208. Nun soll Ende Oktober mit den erforderlichen Arbeiten begonnen werden.