Eine Überraschung für das Gremium hatte Rätin Bianka Knauer (CSU) mitgebracht. Beim Abriss der Scheune in Leutendorf sei man auf nachweislich alte Dachziegel gestoßen. Die Ziegel, die wohl aus dem 17. Jahrhundert stammen, wurden allesamt abgeholt und werden auf dem Dach eines historischen Hauses eine Wiederverwendung finden, verprach Plewa. "Sie werden sozusagen recycelt."
Der Erlass der neuen Geschäftsordnung 2020 bis 2026 brachte ein paar kleinere Änderungen. Der Bauausschuss darf künftig Aufträge bis zu einer Höhe von 50 000 Euro erteilen.
Eine kurze Diskussion entspann sich um die Summe, die dem Bürgermeister für die Gewährung von Zuschüssen an Vereine zur Verfügung steht. Hier darf Plewa künftig 1000 Euro ausgeben, ohne vorher einen Beschluss einholen zu müssen. Eigentlich habe man diese Summe erhöhen wollen, aber es kamen Bedenken aus dem Gemeinderat, die Sache könne vielleicht "inflationär" werden, wenn plötzlich viele Vereine an die Tür des Bürgermeisters klopfen würden. Diese Bedenken räumte Urban aus: "Wenn kein Geld dafür im Haushalt eingestellt wurde, dann ist auch keines da. Folglich kann man es auch nicht ausgeben." Plewa fügte an: "Diese Maßnahme dient der Entlastung des Gemeinderates."
Bürgersprechstunde für Anliegen
Eine weitere Diskussion drehte sich um den Punkt: Stellungnahme von Besuchern zu Themen der öffentlichen Sitzung. Plewa: "Es könnte ja sein, dass sich beim Thema ,Wald' zufällig ein Förster im Publikum befindet. Vielleicht bitten wir ihn dann, uns seine Sachkenntnis zur Verfügung zu stellen." Martin Heidenbluth (FW) stellte die Frage in den Raum, ob das nicht auch für "betroffene Bürger" gelten könne, die sich dann hier zu Wort melden dürften. Entsprechende Anfragen seien nämlich diesbezüglich schon bei ihm eingegangen. Hier meldete Plewa seine Bedenken an. "Wir sind die gewählten Vertreter der Bürger und sollen entscheiden. Außerdem könnte eine Diskussion mit Betroffenen ziemlich schnell emotional werden und lässt sich dann nur sehr schwer wieder einfangen. Man kann sich entweder in der Bürgerfragestunde zu Wort melden, seine Anliegen an einen Gemeinderat herantragen oder bei einer Bürgerversammlung sprechen."
Weitere Anliegen kamen von Seiten der Gemeinderäte. Sie betrafen unter anderem ein Gesamtkonzept für die Temporeduzierung von Ortsdurchfahrten auf 30 Stundenkilometer. In den Fokus genommen werden soll aber auch die Mitwitzer Ortsdurchfahrt (B303). Thema war auch die Parkplatzsituation in der Neundorfer Straße und in der Kirchstraße. Außerdem regte Oliver Kern (SPD) an, dass man künftig die Bürger auch per Videostream informieren könne. "Das ist transparent, zeitgemäß, schnell und umweltfreundlich." Außerdem könne man damit vor allem auch jüngere Bürger ansprechen. Hier versprach Plewa, dass man den Außenauftritt der Gemeinde gerade Schritt für Schritt aufbaue und solche Überlegungen natürlich mit einbeziehen werde.
Einen mahnenden Finger hatte eingangs schon Friedrich Bürger gehoben. Anlässlich der Fragerunde wies er darauf hin, dass die Carports unterhalb vom Rathaus einer dringenden Aufhübschung bedürften. Außerdem solle man die Ergebnisse einer Gemeinderatssitzung im Mitteilungsblatt veröffentlichen. Für das Gerüst in der Kronacher Straße wollte Gerhard Frank eine Lösung. Das stünde schon seit einem Jahr und rage teilweise sogar in sein Grundstück. Genehmigt wurden bei der Sitzung auch alle anstehenden Bauanträge.