"Daseinsvorsorge", so nennt Bürgermeister Oliver Plewa (CSU) unter anderem zwei Maßnahmen: Den Bau der Kinderkrippe und des Kinderhorts. Bei der Begehung durch den Gemeinderat konnte sich das Gremium einen Überblick verschaffen. Das Ergebnis landete dann als Tagesordnungspunkt auf der Agenda der jüngsten Sitzung.

Den Sachstandsbericht zu etlichen Baumaßnahmen gab Plewa selbst: "25 neue Krippenplätze werden im Anschluss an den Kindergarten entstehen und 50 neue Hortplätze in einem Neubau bei der Schule." Abgeschlossen seien die Planungen der Krippe. "Die Unterlagen sind zur Prüfung bei der Regierung." Derzeit bereite man die Ausschreibungen vor. Die Planungen, die man übernommen habe und die als abgeschlossen galten, waren es wohl nicht so wirklich, räumte Plewa ein, denn die Zufahrt rutschte durch. Jetzt müsse sich das Gremium mit dieser Frage beschäftigen.

Ebenfalls abgeschlossen seien die Planungen der Hortplätze. "Die Bewilligung durch die Regierung wurde erteilt und die Ausschreibungen werden vorbereitet." Davon hänge letztendlich der Baubeginn ab.

In Bezug auf die Fernwirktechnik habe die Einweisung bereits stattgefunden. Plewa erklärte, dass man künftig alles von einer zentralen Stelle aus steuern könne. Das habe den Vorteil, dass bei einem Defekt die Meldung sofort auftauche und man dementsprechend schnell reagieren könne. Derzeit entstünde ein Werkplan mit einhergehendem Bauzeitenplan.

Kanalbau vor der Fertigstellung

Der Kanalbau am Pachtershofgelände werde in den nächsten Tagen fertiggestellt. Hier seien Dienstbarkeiten noch einzutragen. Für die Erschließung der "Gebrüder-Dötschel-Straße 1" stellte er einen voraussichtlichen Beginn in der 19. Kalenderwoche in Aussicht. Damit verbunden sei eine Vollsperrung für etwa eine Woche. Entsprechende Infos will man in den gemeindlichen Medien veröffentlichen.

Insektenfreundliche Staudenmischungen hat man in Burgstall gepflanzt. Hier sollen sie an der Abzweigung der B 303 in die Ortsdurchfahrt blühen. Plewa: "Bei dieser Bepflanzung handelt es sich um eine Versuchsfläche. Bei Erfolg könnte sie auf weiteren gemeindlichen Pflanzbeeten übernommen werden."

Abgeschlossen habe man die Sanierung des Schuldaches und den Einbau der Versickerungs-Rigolen. Bei der Alten Schule verlege man gerade die Außendämmung im Sockelbereich. Außerdem ging Plewa noch einmal kurz auf die Pflege der außerörtlichen Grünflächen ein. Ein "nachhaltiges Pflegekonzept" soll gestartet werden, was bedeute, dass man das Grüngut erst im Spätsommer mähen will und es anschließend weggebracht werde. Das würde im Normalfall dann auf dem Kompostplatz landen. Hier regte Siegmund Katholing (FW) an, das Schnittgut ans Biomasseheizwerk zu geben. Zum Projekt selbst meinte Plewa: "Es handelt sich um einen Praxisversuch, bei dem Erfahrungswerte gesammelt werden."

Eine Überraschung für das Gremium hatte Rätin Bianka Knauer (CSU) mitgebracht. Beim Abriss der Scheune in Leutendorf sei man auf nachweislich alte Dachziegel gestoßen. Die Ziegel, die wohl aus dem 17. Jahrhundert stammen, wurden allesamt abgeholt und werden auf dem Dach eines historischen Hauses eine Wiederverwendung finden, verprach Plewa. "Sie werden sozusagen recycelt."

Der Erlass der neuen Geschäftsordnung 2020 bis 2026 brachte ein paar kleinere Änderungen. Der Bauausschuss darf künftig Aufträge bis zu einer Höhe von 50 000 Euro erteilen.

Eine kurze Diskussion entspann sich um die Summe, die dem Bürgermeister für die Gewährung von Zuschüssen an Vereine zur Verfügung steht. Hier darf Plewa künftig 1000 Euro ausgeben, ohne vorher einen Beschluss einholen zu müssen. Eigentlich habe man diese Summe erhöhen wollen, aber es kamen Bedenken aus dem Gemeinderat, die Sache könne vielleicht "inflationär" werden, wenn plötzlich viele Vereine an die Tür des Bürgermeisters klopfen würden. Diese Bedenken räumte Urban aus: "Wenn kein Geld dafür im Haushalt eingestellt wurde, dann ist auch keines da. Folglich kann man es auch nicht ausgeben." Plewa fügte an: "Diese Maßnahme dient der Entlastung des Gemeinderates."

Bürgersprechstunde für Anliegen

Eine weitere Diskussion drehte sich um den Punkt: Stellungnahme von Besuchern zu Themen der öffentlichen Sitzung. Plewa: "Es könnte ja sein, dass sich beim Thema ,Wald' zufällig ein Förster im Publikum befindet. Vielleicht bitten wir ihn dann, uns seine Sachkenntnis zur Verfügung zu stellen." Martin Heidenbluth (FW) stellte die Frage in den Raum, ob das nicht auch für "betroffene Bürger" gelten könne, die sich dann hier zu Wort melden dürften. Entsprechende Anfragen seien nämlich diesbezüglich schon bei ihm eingegangen. Hier meldete Plewa seine Bedenken an. "Wir sind die gewählten Vertreter der Bürger und sollen entscheiden. Außerdem könnte eine Diskussion mit Betroffenen ziemlich schnell emotional werden und lässt sich dann nur sehr schwer wieder einfangen. Man kann sich entweder in der Bürgerfragestunde zu Wort melden, seine Anliegen an einen Gemeinderat herantragen oder bei einer Bürgerversammlung sprechen."

Weitere Anliegen kamen von Seiten der Gemeinderäte. Sie betrafen unter anderem ein Gesamtkonzept für die Temporeduzierung von Ortsdurchfahrten auf 30 Stundenkilometer. In den Fokus genommen werden soll aber auch die Mitwitzer Ortsdurchfahrt (B303). Thema war auch die Parkplatzsituation in der Neundorfer Straße und in der Kirchstraße. Außerdem regte Oliver Kern (SPD) an, dass man künftig die Bürger auch per Videostream informieren könne. "Das ist transparent, zeitgemäß, schnell und umweltfreundlich." Außerdem könne man damit vor allem auch jüngere Bürger ansprechen. Hier versprach Plewa, dass man den Außenauftritt der Gemeinde gerade Schritt für Schritt aufbaue und solche Überlegungen natürlich mit einbeziehen werde.

Einen mahnenden Finger hatte eingangs schon Friedrich Bürger gehoben. Anlässlich der Fragerunde wies er darauf hin, dass die Carports unterhalb vom Rathaus einer dringenden Aufhübschung bedürften. Außerdem solle man die Ergebnisse einer Gemeinderatssitzung im Mitteilungsblatt veröffentlichen. Für das Gerüst in der Kronacher Straße wollte Gerhard Frank eine Lösung. Das stünde schon seit einem Jahr und rage teilweise sogar in sein Grundstück. Genehmigt wurden bei der Sitzung auch alle anstehenden Bauanträge.