Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit bei seiner Ausstellung im Frühjahr dieses Jahres hat sich der Maler Robert Reiter dazu entschieden, den Städtischen Sammlungen Coburg vielfältige Zeugnisse seines Austauschs mit anderen, namhaften Coburger Künstlern zu übergeben. Neben zahlreichen Einzelblättern enthält die Sammlung auch private Postkarten und Briefe, die mit kleinen künstlerischen Arbeiten angereichert sind. Des Weiteren stiftet die ehemalige Kreisheimatpflegerin Gudrun Zwingelberg über 20 Kränze und Kronen, die einst von Mädchen und Frauen im Landkreis Coburg zu festlichen Anlässen getragen wurden. Auch die über viele Jahre gesammelten rund 500 Spitzentaschentücher und bestickten Taschentuchbehälter werden nun einen Platz in den Städtischen Sammlungen finden.

"Ich freue mich für das Puppenmuseum und das Amt für Schulen, Kultur und Bildung, dass unsere Sammlungen erweitert werden", sagte Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak bei der Übergabe der Exponate. Gudrun Zwingelberg und Robert Reiter übergaben aus ihren Beständen an Museumsleiterin Christine Spiller bemerkenswerte Raritäten. Im Ausstellungsforum "Raum 3" neben dem Puppenmuseum kann man diese jetzt bewundern. Der Verein "Initiative Stadtmuseum in Coburg" wünscht sich seit über 20 Jahren eine Stätte für die Darstellung von Stadtgeschichte und Bürgerkultur. "Zu meiner Zeit war eine ganz andere Welt", sagte Gudrun Zwingelberg. "Ich habe zahlreiche Sachen jahrzehntelang im Coburger Land zusammengetragen." Bis 2000 war Gudrun Zwingelberg Kreisheimatpflegerin. Sie war aktiv im Gerätemuseum Alte Schäferei in Ahorn, im Förderverein, beim Aufbau des Museums und der Sammlungen. Sie war Fotografin und leidenschaftliche Sammlerin alter Textilien, Spitzen und Handarbeiten. Ihr Großvater war Bürgermeister im Dorf. "Und ich kenne die Dorfbevölkerung, die dort lebt und arbeitet." Zwingelbergs Sammlung "Kronen und Kränze" wurde für die Sonderausstellung im Ahorner Gerätemuseum angelegt und dort zuletzt im vergangenen Jahr gezeigt. Weil dort momentan wegen der Neuordnung des Depots und der Deakzession (Abbau/Abgang von Beständen) ein absoluter Aufnahmestopp herrsche, seien die Objekte aus dem Landkreis in den Städtischen Sammlungen Coburg gesichert, merkte Christine Spiller an.

Reiter bringe unterschiedliche Objekte, Grafiken auch von der eigenen Familie. "Das ist ein großer Schatz, den wir heute bekommen", sagte Nowak. "In Coburg fehlt eine Stätte des bürgerlichen Kulturverständnisses der eigenen Bürger. Da hapert's immer noch an dem fundamentalen Punkt", sagte Reiter. "Momentan ein großes Stadtmuseum? Das wird uns nicht so schnell gelingen, passende Räumlichkeiten zu finden", räumte Thomas Nowak ein. Wolfdieter Koch vom Verein "Initiative Stadtmuseum Coburg", sagte: "Die Schenkungen haben einen wichtigen Platz in Coburg." Norbert Anders, Amtsleiter für Schulen, Kultur und Bildung, meinte: "Es ist eine wunderbare Bereicherung, welche der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird."