von unserem Mitarbeiter 
Stephan Herbert Fuchs

Thurnau — Die nachhaltige Gewinnung von sauberem Trinkwasser stößt in Teilen Frankens schon heute an ihre Grenzen. Schuld daran ist nach den Worten von Johannes Luers vom Zentrum für Ökologie und Umweltforschung an der Universität Bayreuth der Klimawandel. Dadurch komme es unter anderem zu einer ungleichmäßigen Niederschlagsverteilung und zu längeren Trockenphasen, sagte der Wissenschaftler beim 7. Oberfränkischen Wasserforum am Freitag auf Schloss Thurnau.
Trotz immer wiederkehrender kurzer, aber heftiger Niederschlagsereignisse sei Wasserknappheit die Folge. Kanäle könnten nicht mehr gewässert werden, die Staubbelastung steige an, die Notwendigkeit von Wasserreserven werde wichtiger. "Eigentlich müsste man jetzt neue Stauseen bauen", sagte Luers. "Doch bauen Sie heute mal einen Stausee, wo Sie nicht mal eine Stromleitung errichten können", fügte er an.
Insgesamt sei die Wasserversorgungssituation in Oberfranken positiv, so Erich Haussel, Leiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft der Bezirksregierung. Er sprach von 498 Wasserschutzgebieten mit einer Fläche von 464 Quadratkilometern. Die Zahl der Wasserversorgungsanlagen bezifferte er auf 416. Aktuell hätten davon 40 Defizite, das bedeutet, sie könnten den Tagesspitzenbedarf nicht garantieren oder müssten mit einer dauerhaften Desinfektion betrieben werden. Die Anlagen, die uneingeschränkt laufen, versorgten aktuell über 900 000 Menschen tagtäglich mit Trinkwasser, was bei rund einer Million Einwohnern in Oberfranken bedeute, dass lediglich kleinere Anlagen Probleme hätten. Oberfrankens Wasserchef Haussel empfahl den Versorgern, als Gegenmaßnahmen das Rohrnetz zu überprüfen und instandzusetzen, um Verluste zu vermeiden. Außerdem sollten sämtliche Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers umgesetzt werden.

Größte Trockenperiode seit 1947

Wie brisant das Thema ist, machte Martin Grambow, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Umweltministerium, daran deutlich, dass das Wasser sogar in die aktuelle päpstliche Enzyklika Eingang gefunden hatte. Ganz aktuell sei in Bayern ein Wasserphänomen zu beobachten: Während es im Süden zu viel Wasser gebe, was zu verheerenden Schlammlawinen führe, sei in Unterfranken die größte Trockenperiode sei 1947 zu beobachten. "Wir wissen nicht, ob das der Klimawandel ist, aber wenn, dann sieht er so aus."