Für weitere sechs Jahre kommt der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Baunach (Baunach, Gerach, Lauter und Reckendorf) aus der Stadt Baunach. Bürgermeister Tobias Roppelt wurde kürzlich von der VG-Versammlung zum Nachfolger von Ekkehard Hojer gewählt, der sein Amt nach 18 Jahren abgab. Auch einen neuen Stellvertreter gibt es.

Zwei Wahlniederlagen musste Reckensdorfs Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) über sich ergehen lassen. Zwar war er sowohl für den Posten des neuen Gemeinschaftsvorsitzenden als auch als dessen Stellvertreter vorgeschlagen, die Wahl fiel aber auf die jeweils anderen Bewerber. Nachdem Ekkehard Hojer, der noch bis zur Neuwahl der Gemeinschaftsvorsitzenden die Sitzungsleitung innehatte, die Versammlung im Bürgerhaus "Lechner-Bräu" in Baunach eröffnet hatte, startete direkt die erste Wahlrunde.

Peter Großkopf (Baunach, CBB) schlug Tobias Roppelt (CBB) als neuen Gemeinschaftsvorsitzenden vor. "Der Chef unserer VG sollte nahe an seinen Mitarbeitern sitzen", meinte Großkopf. Außerdem befinde sich das größte und wichtigste Zukunftsprojekt der VG, die Schule, in Baunach. Und Großkopf war sich sicher: "Wir werden nach der Corona-Krise eine veränderte Gesellschaft vorfinden - und brauchen gerade jetzt innovatives Denken."

Hartwig Pieler (Reckendorf, CSU) setzte hingegen auf Manfred Deinlein. Dieser sei Volljurist, Rechtsanwalt, bringe eine Zusatzqualifikation im Baurecht mit und könne einige kommunalpolitische Erfolge nachweisen. Zudem sei er der einzige wiedergewählte Bürgermeister in der VG - und ein Teamplayer.

Nach der Vorschlagsrunde durften die Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung geheim wählen. 15 gültige Stimmzettel wurden abgegeben, neun Stimmen entfielen auf Tobias Roppelt, fünf auf Manfred Deinlein, eine auf Ronny Beck (Lauter, CSU). Somit ist weiterhin der Bürgermeister der Stadt Baunach auch VG-Chef.

Nachdem einstimmig beschlossen worden war, erneut nur einen Stellvertreter für den Gemeinschaftsvorsitzenden zu wählen, startete die zweite Runde. Hartwig Pieler schlug erneut Manfred Deinlein vor, Helmut Hartmann (Lauter, Freie Wähler) brachte den neuen Lauterer Bürgermeister Ronny Beck ins Spiel. Dieser wurde mit neun Stimmen auch gewählt, Deinlein bekam sechs. Somit folgt Beck nicht nur in Lauter auf seinen Amtsvorgänger Armin Postler, sondern übernimmt auch dessen Position als stellvertretender Gemeinschaftsvorsitzender.

Plädoyer für Zusammenhalt

Ekkehard Hojer und Armin Postler (zwölf Jahre Hojers Stellvertreter) wurden dann verabschiedet, die Sitzungsleitung übernahm Tobias Roppelt. Der dankte für das Vertrauen und gab das Ziel aus, die VG in den kommenden sechs Jahren weiter zusammenführen zu wollen. "Wir müssen weg vom Kirchturmdenken", sagte Roppelt und nannte als positives Beispiel die Baunach-Allianz: Wenn es hier klappt, sollte es auch in der VG funktionieren.

Neun Standesbeamten

Die Gemeinschaftsversammlung benannte danach die Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses - aus Baunach Volker Dumksy (CWU, Stellvertreter Rudi Wacker, SPD/FBB), aus Reckendorf Markus Sippel (WBFW, Stellvertreter Hartwig Pieler), aus Lauter Helmut Hartmann (Stellvertreter Udo Karl, CSU) und aus Gerach Sascha Günther (CSU, Stellvertreterin Michaela Batz, CSU). Vorsitzender ist Markus Sippel.

Zu Eheschließungsstandesbeamten wurden die stellvertretenden Bürgermeister Tobias Roppelt, Peter Großkopf (Baunach), Manfred Deinlein (Reckendorf), Ronny Beck, Helmut Hartmann und Christian Albrecht (CSU, Lauter) sowie Sascha Günther, Thomas Motschenbacher (CSU) und Tobias Ebert (SPD, Gerach) bestellt.

Zu entscheiden hatte die Gemeinschaftsversammlung noch über die Arbeitsweise während der Corona-Krise, insbesondere falls es einen weiteren Lockdown inklusive Versammlungsverbot geben sollte.

Bürgermeister als Entscheider

Beschlossen wurde einstimmig, dass in einem solchen Fall die vier Bürgermeister bei Einstimmigkeit wichtige Entscheidungen ohne die Versammlung treffen dürfen. Dies soll zunächst bis zum 31. Dezember 2020 befristet gelten, falls von den Behörden entsprechende Versammlungsverbote ausgesprochen werden sollten.

Als Sitzungsort für die VG-Versammlung wurde das Rathaus in Baunach festgelegt, wobei Sitzungen auch in den Rathäusern der Mitgliedsgemeinden stattfinden können, sofern sie barrierefrei zugänglich sind.

Erlassen wurde zudem eine Entschädigungssatzung für die ehrenamtliche Tätigkeit der Mitglieder. Sie erhalten pro Sitzung 30 Euro, selbstständig Tätige können pro angefangene Stunde auf Antrag eine weitere Entschädigung erhalten.