von unserem Mitarbeiter 
STephan Herbert Fuchs

Neudrossenfeld — "Heuer soll die 15 000er Marke geknackt werden", sagt Intendant Jan Burdinski. Im zurückliegenden Jahr war der Fränkische Theatersommer (früher Theatersommer Fränkische Schweiz) mit exakt 14 910 Zuschauern haarscharf daran vorbeigeschrammt.
Damit die Theatermacher ihr Ziel erreichen, haben sie sich für dieses Jahr einiges vorgenommen. Was, das ist in einem druckfrischen, 60-seitigen Programmheft nachzulesen, das Burdinski zusammen mit dem Vorsitzenden des Trägervereins, Bernd Matthes, und dem neuen Büroleiter Bernd Ackermann in Neudrossenfeld der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

221 Aufführungen, 80 Spielorte

Im Mittelpunkt steht einmal mehr der große französische Dramatiker Jean-Baptiste Moliere. Insgesamt kommt der Spielplan bis Anfang Dezember auf 221 Aufführungen an 80 Spielorten in Unter-, Mittel- und Oberfranken. Die Hälfte der Aufführungen ist als Open-Air-Theater geplant.
Offizieller Saisonauftakt ist diesmal am 2. Mai in Memmelsdorf mit der Komödie Don Juan von Moliere. Bis 22 August soll das Hauptstück an insgesamt 15 Spielstätten zu sehen sein, unter anderem auch in Wernstein (13. Juni), Aufseß (25. Juni), Auerbach (18. Juli), Forchheim (14. August), Betzenstein (15. August) und Kühlenfels (21. August).
Zweite große Neuproduktion ist Molières Komödie "Der eingebildete Kranke", die am 20. Mai in Hollfeld startet und unter anderem in Kupferberg (23. Mai), Pegnitz (20. Juni), Waischenfeld (3. Juli, Hof (7. Juli), Aufseß (26. Juli) und in Kulmbach (30. Juli) zu sehen sein wird. Mit der Komödie "Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist gibt es außerdem eine attraktive Wiederaufnahme, die am 12. Juli in Weismain startet und auch in Selb (19. Juni) und Ebermannstadt (2. August) gastiert.

Sonderproduktionen

Daneben gibt es wie in jedem Jahr eine ganze Reihe von Sonderproduktionen, Musicals, Literatur-, Musik- und Kleinkunstabende - und besondere Theaterprojekte, beispielsweise gezielt für Schulen. Insgesamt stehen heuer 14 Neuproduktionen und etliche Wiederaufnahmen auf dem Spielplan. Darunter auch das Depressionsstück "Drum ist mir alle Freud entrissen" zusammen mit dem Bündnis gegen Depression und dem evangelischen Bildungswerk, oder das Jugendstück "Voll in Ordnung", das zusammen mit dem Bayreuther Kreisjugendring und der Polizei die Alkohol- und Drogenproblematik behandelt.

Erstmals afrikanischer Autor

Mit dem Stück "Frau Lot und ihr Kampf gegen die Engel" von Senouvo Agbota Zinsou gibt es auch erstmals ein Stück eines afrikanischen Autors. Zinsou lebt mittlerweile im Landkreis Bayreuth. Premiere des als Tanztheater angelegten Abends ist bereits am 23. April in Bayreuth. Weitere Aufführungen gibt es am 29. April in Hollfeld, am 12. Juni in Presseck, am 14. Juni in Veitlahm, am 3. Juli in Forchheim und am 24. Juli in Neudrossenfeld.
Als Schmankerl kündigte Intendant Jan Burdinski die Auftritte von Georg Schroeter und Marc Breitfelder an. Dabei handelt es sich um zwei Musiker aus Kiel, die 2011 als erste Deutsche Preisträger des renommierten Bluesfestivals von Memphis/Tennessee geworden sind. Beide treten unter anderem am 1. August in Auerbach und am 5. August in Hollfeld auf.
"Wir haben bereits in den vergangenen Jahren feststellen dürfen, dass es gar nicht so schwer ist, mit den Möglichkeiten des Schauspiels junge Leute zu erreichen", so Intendant Burdinksi. Nicht zuletzt soll sich damit auch das Theater den Problemen unserer Zeit öffnen. Primärer Anspruch soll es aber dennoch trotz aller Problemstücke bleiben, dass der Zuschauer zwei Stunden freudiges Theater erlebt und, wenn möglich, mit einem Lachen nach Hause geht.
"Wir haben eine gute Saison hinter uns", bilanzierte Trägervereinsvorsitzender Matthes. Er verschwieg aber nicht, dass der Theatersommer die Saison mit einer "leichten roten Null" abschließen musste. Trotzdem bestehe das gesamte Ensemble, Schauspieler wie Regisseure, wieder aus echten Profis.