Bei dem Wort "Sucht" fällt einem schnell das Wort "Drogen" ein. Das ist freilich eine korrekte Assoziation, aber eben nicht die einzig relevante, wie Andreas Waldenmeier am Montag vor dem Jugendhilfeausschuss des Landkreises Haßberge in Haßfurt erläuterte.
Waldenmeier ist Leiter der Psychosozialen Suchtberatungsstelle der Caritas in Haßfurt, bei seinem Vortrag ging es um die Einrichtung einer Jugendsuchtberatungsstelle für den Kreis Haßberge. Demnach gebe es ein solches Angebot in Unterfranken noch nicht. Sucht passiere nicht von heute auf morgen, "sondern hat immer eine Geschichte", die meist in der Kindheit beginnt. Mit Sucht ist, wie eingangs bereits erwähnt, nicht nur regelmäßiger Drogenkonsum gemeint, auch nichtstoffliche Süchte wie Spiel- oder Mediensucht fallen darunter.


Alkohol an der Spitze

Dennoch ist Drogenkonsum häufig der Einstieg in eine Sucht. Oft sei es "keine illegale Droge", sondern eine legale: "Alkohol ist die am weitesten verbreitete, psychoaktive Substanz unter Jugendlichen", sagte Waldenmeier, rund 13 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen trinken wöchentlich. Hinzu kommen illegale Drogen, die bei Jugendlichen neben gesundheitlichen auch soziale Folgen haben können: So kann es etwa bei einer strafrechtlichen Verfolgung Konsequenzen in Bezug auf den Arbeitsplatz geben oder es droht gesellschaftliche Ausgrenzung.
Waldenmeier erklärte, die Suchtberatungsstelle für Jugendliche wolle "verfestigte Suchtmuster" aufdröseln, die Kinder sollten umfassend beraten und betreut werden. Finanziert wird die Jugendsuchtberatungsstelle zunächst durch Fördermittel und die Caritas. Der Landkreis Haßberge erklärte sich laut Beschluss dazu bereit, sich nach der zunächst angesetzten Projektphase von vier Jahren "an der Finanzierung voraussichtlich zu beteiligen". al