Für den Ortsteil Röbersdorf hat der Marktgemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend "vorbereitende Untersuchungen" beschlossen: Ziel ist die Festlegung eines städtebaulichen Sanierungsgebietes entlang der Ortsdurchfahrt mit Umgriff in der Ortsmitte vom Friedhof bis zur Kirche.
Insgesamt sollen eine Fläche von 13,4 Hektar unter die Lupe genommen werden. Den Auftrag hat das Büro für Städtebau und Bauleitplanung GbR Bamberg erhalten. Es wird seine Arbeit nach umfangreicher örtlicher Information der Bürger in Kürze aufnehmen.
Die Frage "Was ist Städtebauförderung und was hilft sie Röbersdorf?" beantwortete Landschaftsplanerin Nadja Christmann vom Bamberger Planungsbüro. Wichtigstes Ziel ist es, die Verkehrs- und Wohnverhältnisse entlang der vielbefahrenen Ortsdurchfahrt zu verbessern.
Im Umfeld der Brücke über die Reiche Ebrach sind Verbesserungen nötig. Fehlende oder zu schmale Gehsteige - wahre "Missstände" - erhöhen die Risiken für die Fußgänger. Auch die Interessen der Radfahrer werden geprüft. Es sollen jedoch keine isolierten Einzelmaßnahmen durchgeführt werden, sondern eine umfassende städtebauliche Sanierung im gesamten Ortskern.
Als Schwerpunkte nannte Christmann die ökonomische, ökologische und soziale Stärkung der Ortsmitte, die Bewältigung der Verkehrsbelastung, die Sicherung der Daseinsvorsorge und Infrastruktur. Ferner geht es um die Bewahrung, Pflege und Modernisierung von Wohnraum, Siedlungs-, Landesstrukturen und des kulturellen Erbes. Ein weiteres Augenmerk gilt den Leerständen und Brachflächen.
Nach den vorbereitenden Untersuchungen, wobei sich Erweiterungen ebenso wie Reduzierungen der Fläche ergeben können, wird der Marktgemeinderat das Sanierungsgebiet förmlich festlegen und eine Sanierungssatzung beschließen.
Danach können Fördermittel für öffentliche Maßnahmen zur Städtebauförderung bei der Regierung von Oberfranken beantragt werden. Private Maßnahmen im Sinne der Ortssanierung können in den Genuss der erhöhten steuerlichen Abschreibung (EStG Paragraph 7h) kommen.
Wie positiv sich die Städtebauförderung auswirken könne, zeigte die Stadtplanerin anhand von "Vorher-nachher-Bildern" aus Litzendorf, Memmelsdorf oder auch Schönbrunn. Vieles sei machbar, vor allem, wenn der Staat wie meist 60 Prozent Zuschuss leistet: Im besten Falle würden öde Straßen zu gern genutzten Aufenthaltsräumen, ein unansehnlicher Bachlauf könne sich in eine Freizeitzone verwandeln, Barrieren könnten im Interesse älterer und behinderter Menschen abgebaut werden.


Auskunftspflicht ist gültig

Nach dem Beschluss des Marktgemeinderats wird das Planungsbüro die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse in Röbersdorf untersuchen. Die Eigentümer, Mieter, Pächter oder sonstige zum Besitz oder Nutzung eines Grundstückes, Gebäudes oder Gebäudeteils Berechtigte sowie deren Beauftragte unterliegen dabei der Auskunftspflicht nach Paragraph 138 BauGB.
Sie müssen der Gemeinde oder Auskunft über die Tatsachen erteilen, deren Kenntnis zur Beurteilung der Sanierungsbedürftigkeit des Gebietes oder zur Vorbereitung der Sanierung erforderlich ist.