Für Menschen, die nicht auf einem Friedhof in der Stadt oder im Landkreis Bamberg bestattet werden wollen, könnte es in Bamberg schon bald eine Alternative geben. Zumindest wenn es nach dem Willen der...
Für Menschen, die nicht auf einem Friedhof in der Stadt oder im Landkreis Bamberg bestattet werden wollen, könnte es in Bamberg schon bald eine Alternative geben. Zumindest wenn es nach dem Willen der SPD-Stadtratsfraktion geht. Die Sozialdemokraten haben auf ihrer letzten Sitzung einen sogenannten Bestattungswald auf dem früheren Muna-Gelände beschlossen, auf dem die Beisetzung der Urne am Fuße eines Baumes erfolgt.
"Viele Menschen suchen eine Alternative zur klassischen Beerdigung auf einem Friedhof mit akkuraten Gräberreihen, gepflegten Blumenarrangements, Kapelle, dauerhafter und zeitintensiver Betreuung durch die Angehörigen und hoher Folgekosten. Sie wünschen sich lieber in der Natur beerdigt zu werden, zum Beispiel in einem Bestattungswald. Diesem Wunsch wollen wir mit unserem Antrag nachkommen", erklärt der Fraktionsvorsitzende Klaus Stieringer in einer Pressemitteilung die Initiative der SPD.
Nachfrage ist große
Im Zuge der Diskussionen über eine zukünftige, ressourcenschonende und umweltverträgliche Nutzung der früheren Muna seien bei der SPD viele Vorschläge aus der Bürgerschaft eingegangen. Die Nutzung der schützenswerten Fläche als Fried- oder Bestattungswald gehörte laut der Mitteilung zu den beliebtesten und häufigsten Nutzungsvorschlägen. "In der Region wäre diese alternative Bestattungsform bislang einmalig. Die Nachfrage ist groß und nimmt stetig zu. Immer mehr Menschen wünschen für sich oder ihre Angehörigen eine naturnahe Bestattung unter Bäumen", so der SPD-Kreisvorsitzende Felix Holland.
Mit der Errichtung eines Bestattungswaldes kann für die SPD-Stadtratsfraktion nicht nur der Waldbestand auf dem Muna-Gelände dauerhaft gesichert, sondern auch der Zugang der teilweise abgesperrten Fläche wieder ermöglicht werden. Der genaue Ort des Bestattungswaldes soll mit der Bürgerinitiative Hauptsmoorwald, dem Bürgerverein und der Stadt festgelegt werden. "Der Wald soll Wald bleiben, künftig aber nicht mehr forstwirtschaftlich, sondern als Begräbnisstätte genutzt werden", so Stieringer.
In ihrem Antrag an die Verwaltung der Stadt Bamberg beantragt die SPD-Stadtratsfraktion einen Bebauungsplan auf dem früheren Muna-Gelände, der die Nutzung der Waldfläche für eine "naturnahe Bestattung" festschreibt und zugleich sicherstellt, dass bauliche Anlagen auf der Waldfläche ausgeschlossen sind.
"Es muss sichergestellt werden, dass auf dem Bamberger Bestattungswald nur Bio-Urnen beigesetzt werden dürfen, also Urnen aus biologisch abbaubaren Materialien, um die wertvollen Naturflächen nicht zu belasten", so Holland. Auf einer Tafel könne lediglich der Name des Verstorbenen angebracht werden: "Bepflanzungen oder Grabschmuck wie auf einem klassischen Friedhof sind nicht erlaubt, um die Natur der Muna nicht zu belasten und um die natürliche Atmosphäre des Waldes zu erhalten."
Grabpflege nicht nötig
Als einen der größten Vorteile eines Bestattungswaldes gegenüber einem herkömmlichen Friedhof bezeichnet die SPD-Stadtratsfraktion den Umstand, dass die herkömmliche Grabpflege entfalle, welche die hinterbliebenen Angehörigen oftmals finanziell und organisatorisch an die Grenzen ihrer Möglichkeiten bringe. "In einem Fried- oder Bestattungswald ist die Grabpflege weder nötig noch erwünscht", so Stieringer. red