Ein Szenario, wie geschaffen für das Rote Kreuz: viele Verletzte, ein brennendes Haus muss evakuiert werden. Die Betroffenen benötigen Verpflegung und Kleidung. Panik herrscht. "Wir haben die Möglichkeit, die Menschen im Fahrzeug zu versammeln. Wir versuchen, Unterkünfte zu finden. Und wir trösten und beruhigen", sagt Gerhard Hoch. Er ist Vorsitzender des Bayerischen Roten Kreuzes Forchheim.
Bei obigen Situationen muss es vor allem schnell gehen. Und die ehrenamtlichen Helfer müssen die Ruhe bewahren. So wie das in Forcheim der Fall. Dort wird der Bereitschaftsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in diesem Jahr 125 Jahre alt.
Doch so sehr der Begriff "Bereitschaftsdienst" zu dieser Annahme verleiten könnte - eine ruhige Kugel schieben die Mitglieder der Bereitschaft sicherlich nicht. Trotzdem: "Der Rettungsdienst und die Heime werden wahrgenommen, die Bereitschaft weniger", sagt Gerhard Hoch.


Viele verschiedene Aufgaben

Dabei ist der Bereitschaftsdienst des BRK bei sämtlichen Festen vertreten. Ob sich der normale Sanitätsdienst zu Fuß durch den Kellerwald beim Annafest schleppt, beim Fränkische-Schweiz-Marathon bereitsteht oder auch beim Altstadtfest: Die Mitarbeiter des BRK tun alles dafür, um hilfesuchenden oder verletzten Menschen zu helfen. Mitarbeiter der Bereitschaft sind es, die die SEG - die Schnelleinsatzgruppe - besetzen, die in Forchheim stationiert ist. "Die Gruppen werden regional wie überregional eingesetzt und waren bei der Maueröffnung 1989, beim Elbhochwasser in Dresden 2002, beim Donauhochwasser im Raum Deggendorf 2013 und beim G-7-Gipfel 2015 in Elmau im Einsatz", erzählt Hoch.
Alle sind sie Ehrenämtler. 120 Mitglieder haben sich zum freiwilligen Dienst laut Kartei bereiterklärt. "50 bis 60 Helfer sind dauerhaft aktiv", sagt Gerhard Hoch. Erst kürzlich wurde ein Werbekonzept durchgeführt, um neue Leute zu gewinnen für die vielfältigen, umfangreichen Aufgaben. Die Grundausbildung ist die zum Sanitäter. "Wo man dann tätig werden möchte, kann man selbst entscheiden", sagt Hoch. Das BRK Forchheim bildet selbst aus und Fortbildungen sind ebenso garantiert.


Ein großer Visionär

Denn wenn es so weit ist und nach Hilfe gerufen wird, müssen die Rotes-Kreuz-Helfer Gewehr bei Fuß stehen. Die Idee des Querdenkers und Visionärs Henri Dunant, der das Rote Kreuz ins Leben gerufen hat, lebt noch heute in jedem Rotes-Kreuz-Helfer fort. Es ging Dunant um die selbstlose Hilfe für Verwundete und das Bergen von denen, für die jede Hilfe zu spät gekommen ist.
Der Suchdienst im BRK Forchheim ist vor fünf Jahren von Margit Hoch wiederaufgebaut worden Dieser Dienst, der im Auftrag der Bundesregierung verlängert wurde, lag komplett flach. Doch auch dieser Dienst ist aktueller denn je. Als Beispiel nennt Hoch das Busunglück bei Münchberg, wo sich Angehörige bei ihr gemeldet haben. Sie wollten dann zum Beispiel wissen, in welchem Krankenhaus ihre Angehörigen liegen.