Klassentreffen sind eine Zeitreise. Wenn man nach Jahren wieder mal an die alte Penne (MGF) zurückkehrt, werden die Erinnerungen wach - an gute und weniger schöne Zeiten. Da steht man dann in jenem Klassenzimmer, wo der Erdkundelehrer montags früh immer erst eine Viertelstunde Fußball-Fachsimpelei auf den Lehrplan setzte. Später geht es in den legendären Physik-Saal, in dem der bierliebende Pä dagoge mit uns die Weizen-Schaum-Zerfallskonstante berechnet hat. Zweifellos der Höhepunkt der Schulkarrierre! Und dann der Musiksaal, wo mit dem Musiklehrer öfter mal die Fetzen geflogen sind.
Wehmütig sitzt man schließlich im Pausenhof auf Sandsteinen aus der alten Turnhalle. Musste die wirklich weg? Was hat die für legendäre SMV-Partys gesehen.
Und was ist aus den alten Kumpels geworden? Die einen haben auch mit Ende Dreißig ihr (Breiten-)Wachstum noch nicht eingestellt, die anderen sind in Ehren komplett ergraut. Jedenfalls entwickelt sich schnell das gleiche Gewaaf wie vor 20 Jahren. Allerdings wird der inzwischen im Münchner Süden beheimatete Softwareentwickler für seinen bajuwarischen Zungenschlag gerüffelt und an die fränkischen Wurzeln erinnert, die der Wahl-Hamburger aus Wirsberg ("Etzerd hull mer uns a boor Broodwerschd") auch nach langer Abstinenz nicht verleugnen kann.
In einem sind sich aber alle einig: Man staunt, wie sich das MGF verändert hat. Wie sagte doch einer schmunzelnd: "Unter den Bedingungen, die heute herrschen, hätte ich damals auch ein Einser-Abi gemacht..." Christian Schuberth