Es war am Abend des 6. Februar gegen 22 Uhr in einer Ortschaft in den sogenannten Heiligen Ländern. Die Polizei stoppte einen Autofahrer (50). Wie üblich überprüften die Beamten Führerschein und Kfz-Schein. Schließlich nahmen sie das Wageninnere unter die Lupe. Als sie das Handschuhfach des Autos öffneten, kam eine Schreckschusspistole zum Vorschein. Dies ist nach dem Waffengesetz verboten - der nicht vorbestrafte Mann muss deshalb laut Strafbefehl des Staatsanwalts eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen á 35 Euro, insgesamt also 1050 Euro zahlen.
Zur Verhandlung beim Amtsgericht in Haßfurt kam es nun, weil der Angeklagte irrtümlich dachte, die Strafe beziehe sich auf eine Auseinandersetzung mit seiner Ex-Freundin und aus diesem Grund legte er Einspruch ein. Die Sache mit der Pistole gab er unumwunden zu und nahm seinen Widerspruch zurück. Damit ist der Strafbefehl rechtskräftig.
Entschuldigend gab er an, dass er nicht gewusst habe, dass er sich damit strafbar gemacht habe. Und fügte hinzu, dass der Verkäufer des Shops, in dem er die "Knarre" vor wenigen Wochen für kaum 20 Euro gekauft hatte, ihm versichert habe: "Das ist bloß ein Spielzeug!"
Doch im deutschen Strafrecht gilt der Grundsatz: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe! Vielmehr ist jedermann verpflichtet, sich umfassend zu informieren, ob eine bestimmte Handlung strafbar ist oder nicht.


Man muss sich informieren

Im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass der Erwerb und Besitz eines solchen "Spielzeugs" erlaubt, das "Führen" der Waffe jedoch verboten ist. Dieses "Führen" wird von den Juristen immer dann angenommen, wenn man den "Colt" außerhalb der eigenen Wohnung oder des eigenen Grundstücks, also in der Öffentlichkeit, mit sich herumträgt oder eben im Auto spazieren fährt.
Warum befand sich die Waffe überhaupt im Fahrzeug? Dazu erklärte der Beschuldigte, dass er sich an dem angegebenen Tag mit seiner damaligen Lebensgefährtin gestritten habe und gerade dabei gewesen sei, aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Gekauft habe er das gute Stück, so der Angeklagte, weil er es einem Freund zu dessen Geburtstag habe schenken wollen.