von unserem Redaktionsmitglied Ralf Kestel

Ebern — Am heutigen Samstag endet die Aktion, am Montag sammelt Lothar Olbrich die Listen ein, die noch in Geschäften, Tankstellen und Banken aufliegen: Schon jetzt verbucht er die Resonanz der Protest-Aktion gegen die Rechts-vor-links-Regelung in der Altstadt als Erfolg. Rund 1800 Bürger halten diese Regelung für unglücklich, wie sie mit ihren Unterschriften bekunden. "Ich hatte gehofft, dass wir die 2000er-Marke noch knacken, das wird wohl nicht mehr gelingen", erzählt der Initiator, der die gesammelten Unterschriften nach den Faschingstagen an Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) übergeben will, um damit einen Umdenkprozess im Stadtrat anzustoßen.
Dort übte sich bislang stets eine Mehrheit für die vor zwei Jahren beschlossene Lösung im Schulterschluss, die zur Verkehrsberuhigung und Tempobeschränkung in der Altstadt führen sollte, weil die Verkehrsteilnehmer auch den von rechts aus kleinen Gassen kommenden Fahrzeugen Vorfahrt einräumen müssen.

Schlechte Einsehbarkeit

Eine Praxis, die nicht jedem gefällt, wie sich auch bei Online-Abstimmungen auf unserem Portal www.infranken.de zeigte. Zwar befürwortet eine Mehrheit die Tempo-30-Zone, mit der Vorfahrtsregelung mag sie sich aber nicht anfreunden.
Auch wenn es bisher nur zu kleineren Blechschäden gekommen ist, die Probleme sind unverkennbar: Einfallschneisen, die - nicht nur von Auswärtigen - für Vorfahrtsstraßen gehalten werden, sind plötzlich untergeordnet gegenüber den Gässchen, die kaum einsehbar sind. Dazu die Hirtengasse, die nur für Anliegerverkehr gedacht ist, nun aber "von rechts" daher kommt, am Grauturm so unglücklich von unten, dass herannahende Autos kaum zu erkennen sind, weil der Seitenspiegel die Sicht verdeckt.