Weil er mit einem Edding-Stift SS-Runen auf seinem Briefkasten und sein Klingelschild aufgemalt hatte, ist ein 29-jähriger Mann aus dem Landkreis zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro verurteilt worden.
Bei den Runen handelt es sich um Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Wer so etwas im öffentlichen Raum anbringt, muss mit einer Verurteilung rechnen.
Angezeigt hatte den Mann ein Polizeibeamter aus Stadtsteinach. Er wollte den Angeklagten eigentlich in einer ganz anderen Sache vernehmen, als er auf dem Klingelschild und auf dem Briefkasten die Runen entdeckte. "Es war öffentlich einsehbar", bestätigte der Beamte. Er sagte auch, dass der 29-Jährige die Runen mittlerweile einigermaßen entfernt habe.
Zu einem Ladungstermin bei der Polizei war der Angeklagte nicht erschienen. Wortkarg gab er sich auch vor Gericht. "Es gibt nichts dazu zu sagen", meinte er und verweigerte jede weitere Auskunft. Nötig war dies sowieso nicht, denn die Polizei hatte Fotos angefertigt, die dem Gericht vorlagen.
Allerdings war der Angeklagte längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Bereits zweimal wurde er zu Geldstrafen verurteilt, einmal wegen Fahrens ohne Führerschein, ein zweites Mal wegen Sachbeschädigung. Ein weiteres Verfahren, in dem es wohl um eine verbotene Tätowierung geht, wurde zwischenzeitlich eingestellt.
Die letztlich auch verhängte Geldstrafe von 1200 Euro hatte bereits die Anklagevertreterin gefordert. Der Mann habe in Kauf genommen, dass Passanten die verbotenen Runen sehen können, sagte sie. Richterin Sieglinde Tettmann schloss sich dem an. shf