Die Bürger der Großgemeinde Stockheim trauern um Rektor a. D. Otto Kestel, der im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Der verdiente Pädagoge hat nach dem Zweiten Weltkrieg ganz entscheidend am Aufbau des Schulwesens in Stockheim mitgewirkt. Kestel hat sich vor allem als ein Freund der Jugend erwiesen. Er war nicht nur ein Lehrer, sondern für viele Schüler ein Vorbild.

In all den Jahren seiner Tätigkeit hat er den guten Geist der Schule entfalten helfen und der Jugendbildung Kraft und Richtung geben können. Die Schule als eine Stätte menschlicher Begegnung hat er in eindrucksvoller Weise demonstriert. Kein Weg, kein vermittelndes Wort war ihm zu viel, wenn es galt, eine menschliche Brücke zu bauen. Das stark ausgeformte "Sich verantwortlich fühlen" für jedermann an der Schule hat Eindrücke geschaffen, die bei Schülern und Lehrern in steter Erinnerung bleiben werden. In Erinnerung bleiben vor allem seine lebendigen Unterrichtsstunden in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Naturkunde. Als Lehrer von Format und großem Einfühlungsvermögen hat Otto Kestel zahlreichen Schülern das Rüstzeug für ihr späteres Leben vermittelt.

Der Weg zum "Traumberuf Lehrer" war für den Reitscher alles andere als leicht. 1943 musste er in den Krieg ziehen, geriet in russische Gefangenschaft und kam erst Ende 1949 wieder heim. Auf schwierigen Wegen musste er das Abitur nachholen und das Studium absolvieren. Von den 36 Jahren im Schuldienst war Otto Kestel 33 Jahre im Gebiet der Großgemeinde Stockheim tätig. Nachdem er die ersten drei Jahre seiner Dienstzeit in Oberfranken herumgeschickt wurde, wurde er 1956 an die Volksschule Stockheim versetzt. Seit 1970 arbeitete er in der Volksschule Reitsch, deren Leitung er 1983 übernahm.1989 verabschiedete die Schulfamilie Reitsch Rektor Otto Kestel, der während seiner Amtszeit zahlreiche bauliche Veränderungen an der Schule vornehmen ließ und die Hauptschule Reitsch auf den bestmöglichen Stand gebracht hat.

Neben der Schule lag dem Rektor auch die Dorfgemeinschaft am Herzen. Insbesondere sei erinnert an die 800-Jahrfeier der Reitscher im Jahre 1980. Ganz entscheidend hat Kestel den historischen Festzug geprägt. Sein Name wird in guter Erinnerung bleiben.

Der Trauergottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Freitag, 20. Dezember, um 14.30 Uhr statt. gf