Der Markt Thurnau möchte den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Wie Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) bei der Haushaltsverabschiedung im Ferienausschuss betonte, wolle man trotz der Unwägbarkeiten der Corona-Krise langfristig die Innen- und Außenentwicklung des Marktes weiter in den Fokus rücken. Mit einem Volumen von 15,8 Millionen Euro übertrifft das Zahlenwerk das des Vorjahres noch einmal deutlich. Die Sitzung fand in der Turnhalle statt - mit Mundschutz und in der gebotenen Kürze.

"Den Anteil an den Einkommenssteuereinnahmen haben wir mit 2,4 Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau veranschlagt. Hier werden gegebenenfalls Kurzarbeit und andere Effekte greifen. Für die Gewerbesteuereinnahme haben wir einen um rund 25 Prozent niedrigeren Ansatz gewählt", erklärte der Bürgermeister. Mit 950 000 Euro gehört die Sanierung der Limmersdorfer Ortsmitte zu den Großprojekten.

Vorgetragen wurden die Haushaltsansätze von Kämmerer Michael Ganzleben in bewährter Weise.

Der Markt Thurnau hat aktuell zwei Beamte, 50 Arbeitnehmer und eine Auszubildende - das ergebe rund 30 Vollzeitstellen, so Bernreuther. Durch vorübergehende Doppelbeschäftigungen für Kämmerer und Klärwärter sei der Ansatz deutlich gestiegen.

Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 7,287 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt umfasst 8,59 Millionen.

Der Breitbandausbau geht nunmehr in die fünfte Verfahrensrunde. Die vorgesehenen Investitionen belaufen sich auf 191 040 Euro. Außerdem plant Kämmerer Ganzleben mit 279 000 Euro ordentlichen und außerordentlichen Tilgungen.

Den Gesamtbetrag der Kreditaufnahmen für Investitionen legten die Räte auf 559 990 Euro fest. "Der Kreditbedarf dient in erster Linie der Wohnraumschaffung, vorfinanziert über zinsgünstige Darlehen", erläuterte Martin Bernreuther.

Noch ein Rückhaltebecken

Michael Ganzleben betonte, dass die 2019 gewährte Stabilisierungshilfe von 600 000 Euro zur Hälfte zur Schuldentilgung und zur Hälfte als Investitionshilfe eingesetzt wurde.

Auch die Haushaltssatzung der Marktwerke brachten die Mitglieder des Ferienausschusses einstimmig auf den Weg. Der Etat hat ein Volumen von 4,2 Millionen Euro. Der Höchstbetrag für Kassenkredite soll auf 1,1 Millionen Euro festgesetzt werden. Nach bisherigen Planungen wird die Neuverschuldung für die Marktwerke auf 1,431 Millionen Euro ansteigen. "Wir konnten im Bereich Kanal- und Wassernetz in den letzten vier Jahren einige Probleme beheben. Heuer steht die Resterschließung des neuen Industriegebiets an. Ein Regenrückhaltebecken für den Altbestand wurde umgesetzt, ein weiteres Becken befindet sich gerade im Bau", sagte Bernreuther.

Ein "Super-Haushalt"

Kämmerer und Bürgermeister ernteten für den Entwurf Zustimmung von allen Mitgliedern des Ferienausschusses. "Was aus den Gewerbesteuer- und Einkommenssteuereinnahmen wird, ist unklar. Aber notfalls verschieben wir einfach Maßnahmen", kommentierte Hans-Friedrich Hacker (CSU).

"Die fetten Jahre sind wohl bald vorbei", merkte Dietmar Hofmann (SPD) mit Blick auf die Folgen der Corona-Krise an. Umso wichtiger und richtiger sei es gewesen, in der zu Ende gehenden Legislaturperiode die verschiedenen Fördertöpfe zu nutzen. "Ich wünschte mir, dass wir so weiter wirtschaften können wie bisher. Das ist ein Super-Haushalt", sagte auch Erwin Schneider (FW).

"Es wird eine wichtige Aufgabe von Bürgermeister, Verwaltung und neugewähltem Marktgemeinderat sein, die Auswirkungen der Krise und finanziellen Folgen aufmerksam zu verfolgen und gegebenenfalls einen Nachtragshaushalt aufzustellen", so Veit Pöhlmann (FDP).

Die Satzung, der Haushaltsplan, das Investitionsprogramm zum Finanzplan, der Stellen- und Wirtschaftsplan wurden einstimmig verabschiedet.

Der Ferienausschuss behandelte die Stellungnahmen zur Einbeziehungssatzung Alladorf. Nicht in den Beschluss aufgenommen werden soll die Anregung der Unteren Naturschutzbehörde, das betroffene Grundstück rundum zu begrünen. Erwin Schneider (FW) meinte, die Parzelle dürfe nicht vom restlichen Ort abgeschnitten werden.

Keine Bedenken hatte das Gremium gegen den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in Alladorf.

Den Zuschlag für die Erschließung des Baugebiets "Limmersdorf - Unteres Dorf" erhielt die Firma D & Z Bau aus Neudrossenfeld zu einem Angebotspreis von 88 858,01 Euro.