Die Webergasse macht den Anfang, weitere Einbahnstraßen in Coburg werden aller Voraussicht nach ebenfalls für Radfahrer in beide Fahrtrichtung freigegeben. Der Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen machte am Mittwoch den Weg frei und öffnete die Webergasse für Radler in beide Richtungen. Bislang durfte nur in Richtung Judengasse gefahren werden.

Eigentlich ist es nicht nur eine Idee, sondern eine Forderung des Bundesverkehrsministeriums, Einbahnstraßen vermehrt für den Radverkehr zu öffnen. "Die Freigabe des Radverkehrs soll in Zukunft der Regelfall werden, die Restriktion die Ausnahme", sagte Katja Link von der Verkehrsplanung. Als die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune (AGFK) Coburg jüngst unter die Lupe nahm, sei darauf großer Wert gelegt worden. "Für den Autofahrer solle es selbstverständlich werden, dass Einbahnstraßen von Radfahrern in Gegenrichtung befahren werden dürfen."

Damit das in der Webergasse funktioniert, werden am Anfang der Gasse zwei Kfz-Stellplätze entfernt und eine Ausweichstelle geschaffen. Dann gibt es noch sechs Stellplätze in der Webergasse, die tagsüber zum gebührenpflichtigen Kurzparken und von Anwohnern kostenfrei genutzt werden können. Vier weitere reine Anwohnerparkplätze sind von der Änderung nicht berührt. An der Ausfahrt des Parkhauses Mauer werden Schilder und Straßenmarkierungen auf die Freigabe für Radler aufmerksam machen. Möglich ist dies in der 200 Meter langen Webergasse, weil dort die Fahrbahn mit fünf Metern ausreichend breit und die Höchstgeschwindigkeit auf 20 Kilometer pro Stunde festgesetzt ist.

Die Polizei und das Ordnungsamt haben sich gegen die Öffnung der Webergasse für Radler in beide Richtungen ausgesprochen. "Weil dort öfters Autofahrer verbotswidrig halten und parken", zitierte Stadtplanerin Katja Link. Aber das könne wohl keine Begründung sein. Vertreter aller Parteien begrüßten das Vorhaben, nur Birgit Weber und Barbara Kammerscheid (beide CSU) hatten Bedenken und versagten ihre Zustimmung.

Radweg an der Uferstraße

Mit dem neuen Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Itz und Bamberger Straße wurde auch der geplante neue Radweg entlang der Uferstraße festgeschrieben. Anstelle des Parkstreifens in der Uferstraße soll dort die Radwegeverbindung in Nord-Südrichtung geschlossen werden. Der Weg führt unter dem Schafsteg in der Wassergasse hindurch und führt weiter nach Creidlitz.

Umkleidegebäude kleiner

Das seit vielen Jahren diskutierte neue Umkleidegebäude an der Schulsportanlage in der Wiesenstraße wird kleiner. Für den Schulsport seien zehn Umkleideräume nötig, hatte die bisherige Planung festgeschrieben. Wegen geringerer Schülerzahlen hat die Regierung von Oberfranken die Zahl der Umkleideräume nun auf vier zusammengestrichen. Für den Vereinssport baut die Stadt zwei weitere Umkleiden. Der Senat für das Bauwesen gab für die Änderung grünes Licht. cw