von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold

Coburg — Es gibt bereits 5000 Unterschriften dafür, aber auch viele Stimmen dagegen. Jetzt machte auch der Bürgerverein Coburg die "Schlossplatztiefgarage" zum Thema. Im "Münchner Hofbräu" wurde über die Pläne des Weitramsdorfer Architekturbüros Glodschei eifrig und kontrovers diskutiert.
Nach den aktuellen Entwürfen könnte die Tiefgarage eingeschossig unter dem Rondell mit dem "Ernst-Denkmal" gebaut werden und Parkplätze für 220 bis 250 Fahrzeuge bieten. Über die Rückertstraße und die Grafengasse soll die Tiefgarage angefahren werden können.

Investor an der Hand

"Es soll eine direkte Anbindung zur Altstadt und zum Theater geben", erklärte Claus Glodschei. Über die Kosten wollten sich die Architekten nicht äußern, aber: "Wir können heute sagen, dass wir sowohl einen Betreiber als auch einen Investor an der Hand haben."
Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) betonte, dass über das Vorhaben noch nicht entschieden sei. Bevor man Details bespreche, müsse in den politischen Gremien abgestimmt werden. Aktuell werde ein Parkraumkonzept erstellt, das im Frühjahr 2016 vorliegen soll. Sie setze auf Transparenz, möchte die Gewerbetreibenden, den Einzelhandel und verschiedene Projektgruppen wie die Altstadtfreunde mit ins Boot holen.
Erst wenn alle Schritte abgeschlossen seien, könne weiter diskutiert werden, machte Weber deutlich. Sollte die Entscheidung pro Garage fallen, dann werde frühestens Mitte 2017 mit dem Bau begonnen.

"Es läuft gewaltig etwas schief"

Nicht allen gefällt der Gedanke einer Tiefgarage. Laut SPD-Stadträtin Petra Schneider gibt es eben nicht nur Zustimmung für dieses Vorhaben, deswegen sollte der Bürgerverein auch Neutralität wahren. "Es läuft doch gewaltig etwas schief, wenn über Dinge diskutiert wird, für die es noch keinen Beschluss im Stadtrat gibt."
Wolf-Rüdiger Benzel von den Grünen wies darauf hin, dass die Stadt Coburg viele Probleme wie das BGS-Gelände, das Kinderhaus oder die Schule lösen müsse. "Wir müssen erst gründlich prüfen und dann verhandeln. "
Als völlig legitim bezeichnete hingegen Stadtrat Peter Kammerscheid (Pro Coburg) die Einladung des Bürgervereins zu diesem seit 1984 diskutierten Thema. Als Vorsitzender des Fördervereins "Tiefgarage" habe er 5000 Befürworter-Unterschriften vorliegen. Die Variante der Architekten Glodschei habe Charme, müsse aber nicht die letzte Lösung sein, meinte er.
Eine Lanze für die Realisierung des Projektes brach IHK-Geschäftsführer Siegmar Schnabel. "Aus Sicht der Wirtschaft wird die Tiefgarage als dringend notwendig angesehen," betonte er. "Dies ist eine Chance, die genutzt werden sollte," betonte Schnabel. Die Praxis zeige, dass in Coburgs Zentrum freie Parkplätze immer rarer werden. "Größere Kaufkraft bringen aber Kunden mit Autos", so der Geschäftsführer. Die IHK habe zu diesem Thema auch eine Resolution verfasst (siehe Artikel rechts).

Intendant schickt E-Mail

Entschuldigt hatte sich der Theaterintendant Bodo Busse. In einer E-Mail teilte er mit, dass er das Thema "Schlossplatztiefgarage" nicht im Zuge der Sanierung des Landestheaters diskutieren wolle. Beides müsse unabhängig voneinander behandelt werden. Die aktuelle Diskussion verzögere eher die Arbeiten am Landestheater.