Eine ausführliche Diskussion um das Baugebiet "Rhönhof" gab es in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Architekt Johannes Hahn stellte einen ersten Entwurf vor, danach solle es ein innerörtliches und lebensprägendes Bauquartier werden.

Regenwasserspeicher

Die Erschließung erfolge von der Quellenstraße aus, und auf dem Areal selbst sei eine Ringstraße geplant. Geplant seien ferner acht Baugrundstücke für Wohngebäude und ein größeres Grundstück für ein Mehrgenerationen- oder ein Mietobjekt. Moderne Bauformen mit Pultdächern seien in dem abgeschlossenen Quartier durchaus eine Überlegung wert, und in der Mitte der Ringstraße soll es einen Regenwasserspeicher mit 800 Kubikmeter geben.

Mit ins Spiel brachte Hahn auch ein Blockheizkraftwerk und Photovoltaikanlagen auf jedem der Dächer. Auch dürften die Straßen nicht zu schmal gebaut und es müssten öffentliche Parkplätze geschaffen werden.

"Die eineinhalb Stellplätze pro Wohneinheit reichen nicht aus, und wir können nicht erzwingen, dass die Leute nicht im öffentlichen Straßenraum parken", bilanzierte Hahn. Möglichst viel Wohnraum zu schaffen gelte nicht nur für Einfamilienhäuser, verteidigte Bürgermeister Mario Götz das große Grundstück für ein Investorenprojekt. Er sprach sich gegen zu eng gefasste Vorgaben aus, die Häuser müssten nicht alle gleich aussehen.

Konzept bis 30. Dezember

Mit der ersten Veröffentlichung könnten jetzt auch Ideen und Meinungen seitens der Öffentlichkeit mit einfließen. Bis 30. Dezember solle ein Konzept an die Direktion für Ländliche Entwicklung gehen, um die Fördermöglichkeiten zu prüfen. "Am Ende des Tages geht es um die Innenentwicklung", sagte Götz.

Frank Mersdorf sah es als primäres Ziel mehr private Baugrundstücke zu schaffen, und es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, öffentliche Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Auch Daniel Bahn sprach sich für ein Maximum an Baugrundstücken aus. Daniela Spahn wollte wissen, ob das große Grundstück leicht wieder in drei einzelne Baugrundstücke umzuwandeln sei, falls keine Nachfrage für ein Großprojekt bestünde.

Diskussion

Alexander Schlereth konnte sich mit der Bauweise Pultdach nicht anfreunden, und Jürgen Kolb fragte an, ob der Regenwasserspeicher auch als Löschwasserzisterne genutzt werden könne. Geschäftsleiterin Nicole Wehner widersprach der Meinung, dass ein später folgendes Baugebiet billigere Grundstückspreise zur Folge haben könnte. "Ein Maßstab ist der Wert am Markt. Die Gemeinde darf ein Grundstück nicht unter Wert verkaufen", so Wehner.

Auftragsvergabe

Die Firma Swoboda aus Bad Kissingen erhielt den Zuschlag zur Entfernung aller schadstoffhaltigen Materialien und Gebäudeteile vom Grundstück Rhönhof. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 122 000 Euro.