Kronach — Der Hospizverein Kronach wählte in seiner Jahresversammlung im BRK-Seniorenhaus einen neuen Vorstand. Auf einigen Positionen gab es Veränderungen. Zudem wurden drei verdiente, langjährige Vorstandsmitglieder aus dem Gremium verabschiedet.
"Diese drei Vorstandsmitglieder gehören dem Hospizverein seit der Gründung an oder sind kurz danach im Jahr 1994 eingetreten und seither stets sehr aktiv und engagiert gewesen", sagte Vorsitzender Peter Witton. Christel Thum war langjährig die ehrenamtliche Koordinatorin (früher Einsatzleitung). Inge Schmidt gründete eine der ersten Trauergruppen und war unter anderem auch zwölf Jahre Leiterin. Friederike Degelmann ist maßgeblich an der Erstellung der Briefe an die Mitglieder beteiligt gewesen. "Ohne diese drei engagierten Frauen wäre der Verein nicht zu dem geworden, was er heute mit 191 Mitgliedern ist", betonte Witton.
Bei den Neuwahlen wurde Peter Witton, der bereits zehn Jahre Vorsitzender ist, mit großem Vertrauensvotum in seinem Amt bestätigt. Neue Zweite Vorsitzende ist Anja Männl. Auch das Amt des Schatzmeisters wurde mit Frank Schubert neu besetzt.
Witton informierte über zeitweise Probleme einzelner Vorstandsmitglieder mit der hauptamtlichen Koordinatorin, womit sich am Ende sogar das Gericht befassen musste. "Wir haben viel daraus gelernt. Als Folge dieser Personalentscheidung wurde die Vorstandsarbeit noch intensiver und zeitaufwendiger, aber dadurch sind wir auch noch mehr zusammengewachsen und haben klare, deutlich professionellere Vorgaben bei einer nächsten Vertragsgestaltung und bei der Kontrolle der Tätigkeit einer Koordinatorin, die wir zum 1. Januar 2015 suchen und gerne einstellen würden", so der Vorsitzende.
Witton berichtete weiter, dass in der Helios-Frankenwaldklinik mittlerweile ein Büro für spezielle ambulante Palliativversorgung (SAPV) eingerichtet sei, das gemeinsam mit Burgkunstadt versorgt werde. Ab Januar werde für den Kronacher Stützpunkt eine eigene Fachkraft eingestellt. Die SAPV hat das Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten, zu fördern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod zu ermöglichen.

"Haarsträubende Debatte"

Klar äußerte sich der Vorsitzende zur "haarsträubenden Debatte über Sterbehilfe". Den Begriff "Sterbehilfe" solle man völlig streichen, weil er zu Unsicherheiten und Verwechslungen führe. Vor allem die Bezeichnung "aktive Sterbehilfe" ist in den Augen Wittons ein sehr gefährlicher Begriff; er sei verharmlosend und verwirrend zugleich. Hier gehe es um Töten auf Verlangen, was in Deutschland strafbar sei. "Um uns von dem ganzen Begriffswirrwarr abzuheben und zu distanzieren, nennen wir unsere Hospizbegleiter nicht mehr Hospizhelfer, die den Sterbenden in ihrer letzten Lebensphase helfen."
Für die Trauergruppe Brücke gab Hella Beyer in Vertretung von Iris Zinkand einen Bericht ab. Die Trauergruppe trifft sich jeden letzten Freitag im Monat in den Räumlichkeiten des Hospizvereins. Sie bietet ein offenes Angebot für Trauernde nach dem Verlust einer geliebten Person. Momentan entwickle man ein eigenes Kunstwerk zum Thema "Der Weg meiner Trauer, Trauer so sehe ich mich". Im vergangenen Jahr seien zehn neue Personen zur "Brücke" gekommen, die aber nicht alle in der Gruppe geblieben seien.
Der Hospizverein biete auch das "Caféchen", informierte Friederike Degelmann. Jeden dritten Dienstag im Monat freut man sich zwischen 14 und 17 Uhr auf Gäste, um bei Kaffee oder Tee und selbst gebackenen Kuchen über den Hospizgedanken zu informieren und Meinungen auszutauschen.
Christel Thum informierte über die Hospizbegleitung von 28 Betroffenen im Alter von 37 bis 93 Jahren, wofür insgesamt 85 Stunden aufgebracht wurden. Zusätzlich fanden 16 Beratungen statt. Aktuell stehen sieben Begleitungen an. Von derzeit 30 Hospizbegleitern stehen 15 zur Verfügung.
Resi Jakob organisiert an jedem zweiten Montag im Monat ein Frühstückstreffen in den Hospizräumen.
Schatzmeister Heinz Stengel berichtete von einer soliden Finanzlage. eh