Manchmal kommt es eben anders als man denkt. "Wir wollten ein Baugebiet, das sich ganz schnell erschließen lässt", sagt Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Deshalb habe er sich mit den Großwenkheimer Stadträten Georg Heymann (CSU), Johannes Röß (CSU) und Christian Radina (damals CSU, inzwischen nicht mehr im Stadtrat) zusammengesetzt. Eine Fläche war schnell gefunden, der Eigentümer bereit zu verkaufen. Aber schon bei der ersten Anhörung der Träger öffentlicher Belange trat ein Problem auf: die Anbindung des neuen Baugebiets an die Staatsstraße. Denn die geplante Zufahrt führt unmittelbar an der Friedhofsmauer entlang, welche Autofahrern den Blick nach rechts in Richtung Großbardorf versperrt hätte. "Die schnellste Lösung wäre eine Ampelanlage gewesen", sagt der Bürgermeister. Aber leider auch die teuerste, vor allem, was den Unterhalt betrifft.

Mauer versetzen

"Aber die jungen Leute wollen bauen", sagt Helmut Blank, eine Erschließung über eine andere Zufahrt sei nicht möglich gewesen, und so wurden Gespräche mit der Kirchenverwaltung aufgenommen, ob man nicht ein Teilstück entlang der Staatsstraße versetzen könnte, einschließlich zweier Kreuzwegstationen. Gleichzeitig sollte der Zugang neu gestaltet werden. "Aufgrund der Dringlichkeit waren sie einversanden", sagt Helmut Blank, der den Mitgliedern der Kirchenverwaltung sehr dankbar ist. "Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen", ist er überzeugt. Das bekomme er auch von den Großwenkheimern zu hören. "Es ist ein ordentliches, abgeschlossenes Bild, und die Zugänglichkeit zum Friedhof ist deutlich verbessert worden."

"Spitzenmäßig" findet auch der Planer des neuen Baugebiets, Matthias Kirchner vom Büro Bautechnik Kirchner (Oerlenbach), das Ergebnis der Arbeiten. Leider gebe es nicht mehr viele Firmen, die Natursteinmauern bauen können. "Das ist ein aussterbendes Gewerbe", meint Matthias Kirchner. Die Firma hatte einen Auftrag im Rahmen der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt in Wermerichshausen erhalten und konnte so auch gleich für die Großwenkheimer Friedhofsmauer rekrutiert werden.

Aus der Welt geschafft werden konnte auch das zweite Problem, das bei der Planung des Baugebiets aufgetreten ist. "Wir brauchen ein Regenrückhaltebecken für das Oberflächenwasser", bekräftigt Helmut Blank. Ein Platz jenseits der Staatsstraße war schnell gefunden, wieder gab es keine Probleme, den nötigen Grund zu erwerben. Nur stellte sich heraus, dass auf dem Areal die Bekassine, ein seltener Wiesenbrüter, lebt. "Wir haben das Nachbargrundstück als Ausgleichsfläche erworben", erinnert der Bürgermeister. Das Becken ist inzwischen fertiggestellt, es muss allerdings noch ein Teilstück der Zuleitung gebaut werden.

Im Zeit- und Kostenplan

"Wir sind voll im Kosten- und im Zeitplan", sagt Matthias Kirchner. Derzeit wird die Straße gebaut. Ob die letzte Feinschicht noch in diesem Jahr aufgebracht wird oder erst im nächsten, könne er im Moment nicht sagen, aber das Baugebiet werde heuer fast fertig. Bis die potenziellen Häuslebauer aber tatsächlich anfangen können, muss erst alles vermessen sein. "Beim Baugebiet ,Malbe‘ in Althausen waren wir richtig flott", erinnert Matthias Kirchner. Dann habe es allerdings lange gedauert, bis alles vermessen war. Es sei aber damit zu rechnen, dass die Bauwerber in Großwenkheim im zeitigen Frühjahr mit ihren Vorhaben beginnen können.

Für alle Bauplätze in dem neuen Gebiet gebe es derzeit Bewerber, sagt Helmut Blank. Er rät Interessenten, sich trotzdem bei der Stadtverwaltung Münnerstadt zu melden, weil erfahrungsgemäß einige Bewerber noch abspringen.