Die Sitzung des Gemeinderats startete mit dem Thema "Mobilstation Zapfendorf". Bereits im Oktober 2019 war dies Thema, das Gremium beschloss damals einstimmig, das intermodale Mobilitätskonzept des Landkreises Bamberg zu unterstützen. Nun war Markus Hammrich vom Landratsamt Bamberg erneut zu Gast und erläuterte kleinere Änderungen. Auch eine Kostensteigerung hatte er im Gepäck. Denn: Das Konzept der Mobilstationen sei zwar von der Regierung von Oberfranken in Bayreuth sehr positiv bewertet worden, die bayerische Staatsregierung hingegen habe Elemente gestrichen und die Förderpauschalen decken somit nicht den Bedarf.

Der Landkreis stocke zwar seine Förderung auf, so Hammrich, für Zapfendorf bedeute das aber einen höheren Eigenanteil - er steige von rund 32 000 auf 53 000 Euro. "Aktuell besteht Kontakt mit dem Freistaat und auch dem Verkehrsministerium in Berlin, um doch noch eine höhere Förderung zu erreichen."

Für die neuen Gemeinderatsmitglieder stellte Hammrich die Mobilstation nochmals vor. Enthalten sind unter anderem überdachte und auch geschlossene Fahrradstellplätze, eine Elektro-Ladesäule, Kfz-Stellplätze und eine Informationsstele. Der Baubeginn sei aktuell für das vierte Quartal dieses Jahres geplant.

Insgesamt kostet die Mobilstation Zapfendorf knapp 200 000 Euro. Bürgermeister Michael Senger empfahl, trotz Kostensteigerung am Projekt festzuhalten, der Beschluss fiel dann auch erneut einstimmig.

Zum zweiten Mal beraten wurde über die Entwicklung der Scheune auf dem Gelände "Ziegelhöfer" gegenüber vom Anwesen Hofmann in der Hauptstraße. Der Obst- und Gartenbauverein Zapfendorf möchte die Scheune pachten und sie für Vereinsaktivitäten nutzen. Außerdem, so Gemeinderätin und OGV-Vorsitzende Klara Ott (CSU), könnte eine Art Marktscheune etabliert werden, in der regionale Erzeuger ihre Produkte anbieten könnten. Die Abtei Maria Frieden aus Kirchschletten, die einen Biohof betreibt, habe bereits Interesse bekundet. Die angrenzende Wiese könnte außerdem als Lehrgarten eingerichtet werden, da der Verein gerade auch eine Kinder- und Jugendgruppe gründet.

Nicht ohne Umbau

Für die Nutzung der Scheune sind allerdings einige Umbauarbeiten nötig, unter anderem müssen zwei Stallungen abgebaut sowie das Dach erneuert werden. Die Gemeinde habe für die Erstellung eines Vorentwurf-Planes sowie die Vermessungsarbeiten ein Angebot eingeholt, so Bürgermeister Senger, rund 8000 Euro würde dies kosten. Die Räte befürworteten die weitere Entwicklung einstimmig. Robert Zenk (Vereintes Umland) und Mona Bahr (Zukunft Zapfendorf, ZuZ) gaben aber zu bedenken, dass keine Bevorzugung des OGV gegenüber anderen Vereinen stattfinden dürfe - vielmehr sollten die Vereine insgesamt mit einbezogen werden. Gut gefiel, dass eventuell die Möglichkeit bestünde, im Rahmen der Umbaumaßnahmen eine öffentliche Toilette zu integrieren und auf dem Platz vor der Scheune einen Rastplatz für Fahrradwanderer einzurichten.

Abgestimmt wurde auch über die Neuverpachtung gemeindlicher Acker- und Wiesenflächen - rund 40 Hektar hat der Markt Zapfendorf hier aktuell an Landwirte verpachtet. Bürgermeister Senger schlug vor, diese Verträge soweit möglich zu verlängern, gleichzeitig die Pacht größtenteils um 20 Prozent anzuheben.

Regionale Pächter bevorzugt

Pro Jahr nimmt die Gemeinde mit der Verpachtung rund 5000 Euro ein. Gemeinderat Andreas Hofmann (ZuZ) fragte, ob die Gemeinde bei den Verträgen Festlegungen treffen könne, so dass etwa ökologischer Landbau vorgeschrieben werden könne. Senger erklärte, solche Festlegungen seien zweimal in jüngster Vergangenheit vom Gremium abgelehnt worden, als es um die Glyphosat-Frage ging, daher wolle er dieses Fass nicht erneut aufmachen. Dagmar Raab (Grüne/Soziales Zapfendorf) meinte, es sei damals über Ackerland, aber nicht über Wiesenflächen gesprochen worden, für die auch ein Zeitpunkt für das frühestmögliche Mähen definiert werden solle. Robert Zenk erklärte, auf Wiesen werde ohnehin nicht gedüngt und verwies ebenfalls auf den bestehenden Beschluss des Gemeinderats. Bürgermeister Senger meinte, bei vielen Wiesenflächen müsse die Gemeinde dankbar sein, überhaupt Pächter zu finden, ansonsten müsste sich der Bauhof um diese kümmern. Er trug abschließend den Beschlussvorschlag vor, dass erneut an regionale Pächter verpachtet werden und dass er die Verhandlungen führen soll und dass Einzelfallentscheidungen möglich seien, zum Beispiel, bestimmte Pächter auszuschließen. Mit zwölf zu sechs wurde dem stattgegeben.