Niklas Schmitt Hoch oben auf dem Staffelberg hat man einen wunderschönen Ausblick auf die ihn umgebende Landschaft. Eine Landschaft, die ebenso Einheimische aus ihren Häusern in die Natur lockt, wie sie Touristen anzieht.

Damit sie auch weiterhin faszinieren kann, haben Forstrat Norbert Wimmer und Forstdirektor Klaus Stangl einen Managementplan für die Kommunen Lichtenfels, Bad Staffelstein, Scheßlitz und Markt Ebensfeld, sowie Naturschutzbehörden der Regierung Oberfranken und das Landratsamt Lichtenfels und den Landschaftspflegeverband erstellt. Dieser gibt ganz konkrete Richtlinien zum Schutz der hiesigen Natur vor.

Alptrauf im Landkreis Lichtenfels

14 dicke Ordner hatte Klaus Stangl auf dem Staffelberg mit dabei, die er den Vertretern mitgegeben hat. In diesen Ordnern ist das gesamte Schutzgebietssystem Natura 2000 verzeichnet - 1 853 Hektar umfasst das Flora-Fauna-Habitat "Alptrauf im Landkreis Lichtenfels".

Das Naturschutzsystem Natura 2000 ist ein Projekt der Europäischen Union zum Schutz des Naturerbes, zu dem sich alle Mitgliedsländer verpflichtet haben. Es geht darum, besondere Naturräume durch klare Vorschriften für die zuständigen Behörden zu schützen.

In den Ordnern befinden sich also nicht bloß Karten und Verzeichnisse der Blumenwiesen, Orchideenarten, Höhlen und Buchenwäldern, sondern auch Leitlinien, durch welche Maßnahmen diese Gebiete geschützt werden sollen - es ist ein "Pflege- und Entwicklungsplan".

Die Naturschutzbehörden des Landkreises und der Regierung Oberfrankens sind verpflichtet, diese zu befolgen und für deren Umsetzung zu sorgen. Für die Kommunen ist der Managementplan ein Handlungsvorschlag.

Auf der Insel der Glückseligen

Dabei geht es in der Region darum, den bisherigen Zustand zu erhalten, denn die Natur sei hier in sehr gutem Zustand. Schließlich betont Norbert Wimmer, dass man schon seit über zehn Jahren in der Umsetzung für einen Erhalt der Vielfalt arbeite. "Es ist das Beste, was der Naturschutz in Oberfranken zu bieten hat", sagt Stangl: 50 geschützte Wildbienen, Vogelschutzgebiet, seltene Fledermäuse und Schmetterlinge sowie 150 geschützte Pflanzenarten, darunter sehr seltene. Vieles wurde von Martin Ringer kartiert. Ein Gebiet der Superlative sei es, sagt Stangl: "Hier sind wir auf der Insel der Glückseligen."

Möglich war und ist das auch, weil eine Harmonie zwischen Natur und Nutzer herrsche und zwischen Landwirten und Naturschützern kommuniziert wird. Bevor der Plan aufgesetzt wurde, habe es einen runden Tisch gegeben, von dem der Forstdirektor auch Anregungen mitgenommen hat.

Denn auch wenn der Plan nur für die Behörden verpflichtend ist, dient er doch ebenso unterstützend den Landwirten und Grundstücksbesitzern. "Die Leute hier wissen um ihr Kapital", sagt Stangl. Als runde Sache fasste er das nun vorgestellte Ergebnis zusammen.

Das Lob des Forstdirektors sendet ein wichtiges Signal, das Hauke Petersen, zweiter Bürgermeister des Marktes Ebensfeld zusammenfasst: "In der Landwirtschaft herrsche gerade schlechte Stimmung, weil man sich nicht überall schuldig fühlen muss."

Wichtig ist das Miteinander von allen Akteuren, sagte Hans-Josef Stich, zweiter Bürgermeister von Bad Staffelstein. "Wir decken Probleme auf und versuchen, die Leute zusammenzuführen", meint Stangl.

Ein Projekt der EU

Auch wenn es im Landkreis mit dem gemeinsamen Naturschutz funktioniert, betont Martin Ringer noch einen weiteren Akteur: "Die EU hat uns dieses Projekt gebracht. Wir setzen europäisches Recht direkt um."

So fügt Wimmer hinzu, dass bisher ein Großteil der Lebensraumtypen geschützt war. Nun jedoch seien auch Blumenwiesen und Buchenwälder Teil eines feststehenden Schutzes. Er betont jedoch auch, dass viele Programme bisher zu tollen Ergebnissen geführt hätten. "Wir betreten jetzt nicht Neuland, es ist mit der Behördenverbindlichkeit eine Fortführung."