Die kommunale Abfallwirtschaft im Landkreis Kulmbach arbeitet weiterhin erfolgreich und hat auch die Mengenentwicklung im Griff. Dies ging aus dem Bericht hervor, den Sachbearbeiter Günter Söllner in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Kreistags vorlegte. Danach ist die Restmüllmenge, bestehend aus Haus-, Sperr- und Gewerbemüll, 2019 gegenüber dem Vorjahr gesunken.

So wurden Söllner zufolge pro Einwohner und Jahr 210 Kilogramm Restmüll und damit vier Kilogramm weniger als im Vorjahr entsorgt. Der bayerische Durchschnitt lag 2018 bei 180,9 Kilogramm, in ländlichen Gebieten war er mit 173,4 Kilogramm noch niedriger. Insgesamt lag die zu entsorgende Restmüllmenge im Kreis bei 15 090 Tonnen.

"Unsere kommunale Abfallwirtschaft arbeitet auf einem sehr hohen Niveau, unsere Gebühren sind bürgerfreundlich", bilanzierte Landrat Klaus Peter Söllner (FW).

Die Menge der Abfälle, die nicht aus Haushaltungen stammen und über die zentrale Müllstation entsorgt wurde, stieg gegenüber dem Vorjahr um 114 Tonnen oder 40,7 Prozent. Insgesamt wurden hier 313 Tonnen verwertet.

Dagegen sank die Gewerbemüllmenge gegenüber dem Vorjahr um 1340 Tonnen. Stark angestiegen ist dagegen die Sperrmüllmenge, und zwar um 228 auf 2820 Tonnen.

Bei der Metallabfuhr wurden 65 Tonnen eingesammelt und einer sinnvollen Verwertung zugeführt.

Biomüllmenge konstant

Die angefallene Biomüllmenge betrug im Landkreis ähnlich wie im Vorjahr 2713 Tonnen. Die Grüngutmenge lag mit 16 645 Tonnen um 8,5 Prozent unter dem Vorjahresaufkommen.

Daneben wurden noch folgende Verwertungsmengen entsorgt: Altpapier 4896 Tonnen; Altglas 1930 Tonnen; Alu- und Weißblech 304 Tonnen; Leichtfraktion 1741 Tonnen.

Zur Frage von Dagmar Keis-Lechner (Bündnis 90/Die Grünen), ob sich mit der früheren Integra eine Lösung abzeichne, stellte Abfallberater Detlef Zenk fest: "Wir haben großes Interesse daran, dass wieder ein Markt aufgebaut wird, aber es fehlt noch eine geeignete Immobilie." Und Landrat Söllner fügte hinzu: "Das Interesse ist da, aber wir haben noch keinen Erfolg."

Dass sich ein Kreisgremium auch mit Windeln beschäftigen muss, wurde beim Zuschuss für die Mehrwegwindelsysteme deutlich. Als Anreiz zur Abfallvermeidung gewährt der Landkreis Kulmbach seit 1997 einen Zuschuss zur Anschaffung von Mehrwegwindeln.

Nach einer Anfangseuphorie war diese Möglichkeit der Abfallvermeidung fast in Vergessenheit geraten, doch erfreulicherweise zieht die Nutzung wieder merklich an. Wie Detlef Zenk feststellte, soll der erfreuliche Trend unterstützt werden. Der Umweltausschuss erhöhte den Zuschuss für Mehrweg-Windelsysteme rückwirkend zum 1. Februar 2020 auf 50 Prozent der Anschaffungskosten mit maximal 150 Euro. Landrat Söllner merkte noch an, dass der Landkreis bei der Einführung der Förderung belächelt worden sei, inzwischen jedoch viele Kreise nachgezogen hätten.

Daneben wurden die Haushaltsansätze für die allgemeine Abfallwirtschaft zur Kenntnis genommen.

Kostenloser Zugriff

Die Ergebnisse des von der CSU-Fraktion beantragten Solarpotenzialkatasters stehen inzwischen in der Geodatenbank des Kreises. Alle 22 Gemeinden sind erfasst. Unter www.solare- stadt.de/landkreis-kulmbach stehen die Daten für alle Gebäude kostenfrei zur Verfügung. "Das ist wirklich eine tolle Geschichte und ein Pfund, mit dem wir wuchern können", meinte der Landrat.

Vor Jahren hätte man für die Erfassung noch 150 000 Euro berappen müssen, jetzt habe man lediglich 10 000 Euro aufgewendet.

Weitere Solarworkshops sind an folgenden Terminen geplant: in Mainleus am 17. Februar, in Thurnau am 19. Februar und in Stadtsteinach am 4. März. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr in den Schulen.

Keine Einwände erhob der Umweltausschuss gegen die von Kreiskämmerer Rainer Dippold dargestellten Ansätzen für den Haushalt 2020, was den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz (Volumen 234 242 Euro) sowie die Land- und Forstwirtschaft einschließlich der ländlichen Entwicklung (7000 Euro) angeht.