Vor anderthalb Jahren beschloss der Stadtrat der Stadt Hallstadt, die Sanierung des katholischen Pfarr- und Jugendheims mit 50 Prozent zu bezuschussen. Die aktuelle Kostenschätzung beläuft sich auf 912.000 Euro. Diskutiert wurde im Stadtrat zudem erneut über einen Mobilfunkmast in der Nähe des Bahnhofs. Auch um die Besetzung von Beauftragten ging es - viele wurden erst einmal aufgeschoben.

Im November 2018 präsentierte Kirchenpfleger und CSU-Stadtrat Günter Hofmann dem Gremium die angedachten Arbeiten im Pfarr- und Jugendheim. So sollen drei Räume im Erdgeschoss zu einem größeren Raum zusammengefasst werden. Dieser soll auch vom im Keller befindlichen FLIP erreichbar sein. "Somit müssen wir den großen Saal nicht mehr bei kleineren Veranstaltungen bereitstellen und sparen so auch Heizkosten", erklärte Hofmann damals. Außerdem soll eine neue Heizungsanlage eingebaut werden, die bisherige aus den 1980er Jahren sei eine "Energieschleuder". Auch stehen zahlreiche Schönheitsreparaturen an. Die damalige vorsichtige Kostenschätzung ging von rund 700  000 Euro Investition aus.

Nun liegt eine neue Kostenschätzung vor, welche die verschiedenen notwendigen Arbeiten detailliert aufführt - sie kommt auf rund 912 000 Euro. In mehreren Bauabschnitten soll das rund 30 Jahre alte Gebäude wieder auf einen technisch aktuellen Stand gebracht werden. Dazu gehören beispielsweise der Umbau des Theken- und Küchenbereichs, die energetische Sanierung inklusive Heizung und Lüftung, die Renovierung des großen Saales und vieles mehr.

Nutzungsvereinbarung ändern

Der Stadtrat beschloss einstimmig, die Arbeiten so auszuführen und die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Die Maßnahme wird auf drei Jahre aufgeteilt und insgesamt 460 000 Euro verschlingen.Claudia Büttner und Ludwig Wolf (beide BBL/FW) regten an, die Nutzungsvereinbarung für das Gebäude zeitnah zu überarbeiten, damit die Stadt die Räumlichkeiten auch kostenfrei nutzen kann.

Zum zweiten Mal auf der Tagesordnung fand sich der Punkt "Errichtung und Betrieb eines Sendemastes auf einem städtischen Grundstück durch die Fa. Deutsche Funkturm GmbH". Dieser Funkturm soll den Handyempfang im Bereich des Bahnhofs verbessern und die ICE-Strecke versorgen. Vorgesehen ist eine Höhe von bis zu 35 Metern. Im Januar hatte der Stadtrat die angedachten Standorte im Bereich der Bahnunterführung abgelehnt und den Wunsch geäußert, der Mast solle weiter nördlich entstehen.

Als Alternative hatte sich nun ein städtisches Grundstück nahe der Firma John angeboten - auch hier gab es aber kritische Stimmen aus dem Gremium. Ludwig Wolf fand den Standort "unmöglich", erstens aufgrund der Nähe zu der Firma John, zweitens aufgrund der ohnehin hohen Belastung in diesem Gebiet durch Bahn und Stromleitung. Hallstadt wolle sich möglicherweise eines Tages nach Norden erweitern - und dann sei eine neue Emissionsquelle eine Belastung. Mehrere Räte brachten einen weiter außerhalb liegenden Standort, etwa bei der ehemaligen Mülldeponie, ins Gespräch.

Sollte die Stadt keinen Standort billigen, könnte sich der Investor auf die Suche nach einem Standort auf Privatgrund machen, so Bürgermeister Thomas Söder. Verena Luche (Grüne) wollten wissen wie wahrscheinlich es sei, dass ein solcher gefunden werde. Söder entgegnete, das sei schwer abschätzbar, im ungünstigsten Fall fände sich aber einer, der auch mitten in der Wohnbebauung liegen könnte.

5G-Funkloch

Wäre kein Standort verfügbar, entstünde hier mit Blick auf den 5G-Ausbau ein Funkloch. "Das wäre nicht weiter schlimm", meinte Luche dazu. Joachim Karl (CSU) sah das anders: "Der Abstand zur Wohnbebauung mit rund 300 Metern ist gegeben. Wir alle wollen Smartphones nutzen, daher könnte ich diesen Standort mittragen." Und Veit Popp erklärte: "Meines Wissens ist ein großer Mast im Außenbereich deutlich besser als mehrere kleine im Innenbereich."

Dem Wunsch des Gremiums, die Vertreter der "Deutsche Funkturm" einzuladen und Details zu erfahren, kam Bürgermeister Söder nach und vertagte die Entscheidung.

Öffnet das Freibad in Kürze?

Umbau- und Renovierungsmaßnahmen an der Gaststätte "Rhodos" in der Bahnhofstraße - das Gebäude befindet sich im Besitz der Stadt - lehnte der Stadtrat aktuell ab. Eine Berechnung hatte Gesamtkosten von über 800 000 Euro gezeigt, dies sei momentan nicht realisierbar. Stadtrat Günter Hofmann bat allerdings darum, eine Renovierung nicht allzu lange aufzuschieben.

Die Räume im Obergeschoss, wo das Personal wohne, seien in einem schlechten Zustand, in der Gaststätte befänden sich alte, nur einfach verglaste Fenster. Selbst wenn nur ein Teil der Maßnahmen, die in der Kostenberechnung enthalten seien, ausgeführt würden, wären die Pächter mit Sicherheit bereits zufrieden.