Große Ehre für Michael Götz. Der junge Regisseur, der drei Spielzeiten am Landestheater Coburg engagiert war, inszeniert den Saison-Auftakt am Stadttheater Fürth. In der Theaterfassung von Kristo Sagor bringt Götz Lion Feuchtwangers Roman "Die Jüdin von Toledo" auf die Bühne.


Roman wird Bühnenstück

Sein Gespür dafür, literarische Vorlagen im Theater zu präsentieren, hatte Götz auch in Coburg schon unter Beweis gestellt - mit seiner eindringlichen Fassung der Kleist-Novelle "Michael Kohlhaas", die als Gast-Regie im Januar 2014 erfolgreich Premiere feierte.
Feuchtwangers großer historischer Roman wurde im Jahr 1954 veröffentlicht. Der Autor greift darin einen mittelalterlichen spanischen Skandalstoff auf. Darin geht es um Alfonso VIII., König von Kastilien, der sich für sieben Jahre die schöne Jüdin Raquel zur Nebenfrau nahm und für sieben Jahre alle Pflichten und politische Rücksichtnahmen vergaß.
Dieser Stoff aus der Zeit der Kreuzzüge wurde von vielen Autoren behandelt - von Racine und Lope de Vega ebenso wie von Franz Grillparzer. Aber nur Feuchtwanger schilderte die Geschichte aus jüdischer Sicht. In seinem Roman zeigt Feuchtwanger, dass das Opfer Raquel stellvertretend steht für ein ganzes geschundenes und bedrohtes Volk.
Kristo Sagor, der Autor der Bühnenfassung, wurde bereits mehrfach mit Preisen bedacht. So erhielt er 2001 den Publikumspreis des Heidelberger Stückemarktes und 2008 den Deutschen Theaterpreis "Der Faust" für die beste Regie im Kinder- und Jugendtheater. ct/jb