Erfreuliche Nachricht (nicht nur) für Büchereileiterin Brigitte Rößler-Reuß: Der im Zuge der Rathaussanierung vorgesehene Umbau der Stadtbücherei zu einer öffentlichen Mediathek hat beste Chancen auf erhebliche finanzielle Zuschüsse des Freistaates Bayern. Dies hat Dritter Bürgermeister Martin Stingl (SPD) am Dienstagabend bei einer Sitzung des Kultur-, Sport- und Städtepartnerschaftsausschusses im Rathaus mitgeteilt.
Basis für diese gute Nachricht ist eine Stellungnahme der in München angesiedelten Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen. Die kann zwar schon lange keine finanziellen Mittel mehr zum Aus- und Umbau von Bibliotheken zur Verfügung stellen, hat aber immer noch großen Einfluss. "Eine positive Stellungnahme ist der entscheidende Schritt zur Finanzierung", erklärte Stingl. Die Stadt werde jetzt die Zustimmung der Landesfachstelle an die Abteilung Städtebauförderung bei der Regierung von Oberfranken weiterleiten, dann gebe es weitere Gespräche. Dass die neue Mediathek mehr als nur eine umgebaute Stadtbücherei sein wird, machte Stingl noch einmal deutlich: "Ziel ist es, die Fläche im Vergleich zu jetzt weit mehr als zu verdoppeln."
Walter Thamm (CSU) zeigte sich erfreut über die positive Einschätzung der Landesfachstelle. Denn für ihn stand außer Frage: "Ohne hohe Förderung wäre die neue Mediathek nicht zu stemmen." Denn ohne Förderung, das stand für Thamm fest, hätte der Stadtrat wohl "Zeichen setzen" und die Mediathek beschneiden oder gar ganz aus den Plänen für den Rathausumbau streichen müssen. Martin Stingl sah dies nicht anders: "Wir können uns die Mediathek nur dann leisten, wenn wir alle Fördertöpfe ausnutzen." Eine hohe Förderquote - die sei ganz klar das Ziel der Stadt Neustadt.


Aus Infostelle wird "BiG"

Auf Nachfrage von Heike Stegner-Kleinknecht (SPD) ging der Dritte Bürgermeister noch grob auf den Zeitplan für die Mediathek ein. Demnach steht derzeit lediglich ein Termin fest: "Wir müssen bis 2019 fertig sein." Denn dann laufe die Finanzierungszusage der Regierung von Oberfranken aus. Derzeit entwickele das städtische Bauamt einen genauen Zeitplan - "unter großem zeitlichen Druck", wie Stingl dazu ergänzte.
Personell ein bisschen ins Schleudern geraten sind die Planungen für die Neuausrichtung der Grenzinformationsstelle zur deutschen Teilung, die derzeit in der Austraße 99 untergebracht ist. Diese soll in die "Kultur.Werk.Stadt" im Patzschke-Areal umziehen und dort unter dem Titel "Bildungsstätte innerdeutsche Grenze" (BiG) firmieren. Weil Julia Zenglein als zuständige Sachbearbeiterin vorerst nicht zur Verfügung steht, werden sich Kulturamtsleiter Andre Röttger und Martin Stingl die Aufgaben teilen. Der Kulturbürgermeister zeigte sich aber überzeugt davon, dass die Personal-Rochade "keine wesentlichen Verzögerungen" mit sich bringen wird. Im Klartext: Die Eröffnung der Bildungsstätte dürfte im Herbst kommenden Jahres stattfinden.