Der zweitgrößte Verein in Bad Staffelstein feierte am 20. Juli sein 75- jähriges Bestehen. Schon die erste Jahreshauptversammlung des Vereins zählte 87 Mitglieder . Durch eine Singgruppe, instrumental durch Mandolinen und Gitarren verstärkt, entstand schon damals eine besondere Atmosphäre. Diese Gruppe war es auch, die bereits im ersten Jahr nach der Gründung einen wesentlichen Teil zur Aufwärtsentwicklung des Vereins beitrug.

Jugend- und Kindergruppen

Die Lizensierung des Vereins durch die damalige amerikanische Militärregierung war mit der Erlaubnis verbunden, eine Jugendgruppe zu gründen. Deren erster Leiter war Max Kohles. Ein Jahr später gründete Edith Müller die erste Kindergruppe. 1948 schlossen die Vereinsmitglieder einen Pachtvertrag für das Baugelände unterhalb des Dornig Plateaus. Einen Monat später begannen die Erdarbeiten. Nach 14 000 Arbeitsstunden fand am 6. Juli 1952 die Hauseinweihung statt. 1949 hatte Konrad Müller die Vereinsführung übernommen. Unter seiner Leitung entstanden die beiden Vereinshäuser „am Dornig“ und später das Stadtheim, das heutige „Angerstübla“.

Die Mitgliederzahl wuchs 1950 auf 181 an. Die Musik bildete damals einen wesentlichen Bestandteil des Vereinslebens: Die Freunde Konrad Müller , Sepp Raab und Sepp Wondrak hatten die Klampfen- und Sängergruppe gegründet. Sie spielte auf Konzerten und Hüttenabenden, beim Dorfsingen und bei Volkssingabenden, Weihnachts- und Sonnwendfeiern sowie vielen eigenen Festen . Etliche Musikkassetten und CDs hat die Klampfengruppe unter der Leitung von Rudi Paul in den vergangenen Jahrzehnten mit Erfolg veröffentlicht. Die Musiker sind noch immer einer der Grundpfeiler des Vereins.

Nicht nur die Musik, sondern auch das Wandern und andere sportliche Interessen fand alsbald Platz in dem jungen Verein: Es bildeten sich eine Tischtennis- und eine Judoabteilung. Auch eine aktive Wintersportabteilung ging an den Start. Sie veranstaltete 1952 den ersten Staffelberg-Ski-Abfahrtslauf unter der Leitung von Fred Jiptner. Dieses Event fand anschließend regelmäßig statt – teilweise vor 3000 Zuschauern.

Einweihung des Stadtheims

Am 10. September 1956, gleichzeitig mit dem zehn-jährigen Jubiläum erfolgte die Einweihung des Stadtheims. Außerdem gründete Hans Jähnel eine Fotogruppe, Herbert Rösner eine Schachabteilung.

Im Januar 1960 übergab Konrad Müller die Vereinsführung an Adolf Bäumler. Die weit über die Stadtgrenzen bekannte Klampfengruppe trat kurz darauf erstmals im Fernsehen auf.

Im Januar 1970 riefen Alois Raschke und Wally Wiedel eine Bergsteiger- und Bergwandergruppe ins Leben.

1971 feierte der Verein sein 25. Jubiläum mit einer Festwoche. 1976 übergab Adolf Bäumler dann die Geschicke in die Hände von Georg Müller , dem Sohn des Ehrenvorsitzenden Konrad Müller . Nach sechs Jahren musste der neue Vorsitzende aus beruflichen Gründen – er wurde zum Bürgermeister der Stadt Bad Staffelstein gewählt – sein Amt jedoch aufgeben. Sein Bruder Karl-Heinz übernahm die Führung. Im Oktober 1986 stand dann das 40. Jubiläum an. Der Mitgliederstand war bis dahin auf 845 Personen gewachsen.

Fotoabteilung und Diavorträge

Im Jahr 1987 gründeten Peter Kruppa und Karl-Heinz Müller eine Fotoabteilung. Durch zahlreiche Diavorträge machte sich die Gruppe einen Namen. Seit 2010 bringt sie einen beliebten Jahreskalender heraus, der die Schönheiten der Region widerspiegelt.

2011 kam es zu einer schmerzhaften Trennung – der Verein spaltete sich: Die Kultur- und Freizeitfreunde Bad Staffelstein und die Naturfreunde Bad Staffelstein waren fortan selbstständig.

Seit dem Februar 2011 gibt es eine Bogenschützenabteilung unter der Leitung von Bernd Freisleben. Sie trainiert auf einem anspruchsvollen Bogenparcours am Dornig mit 29 Abschüssen und über 55 3D-Zielen.

Im Jahre 2012 feierte die Klampfengruppe ihr 60-jähriges Bestehen. Höhepunkt war ein großer bunter Abend in der Adam-Riese-Halle mit über 800 Zuhörern, bei dem der Leiter der Gruppe, Rudi Paul, die Ehrenmedaille der Stadt Bad Staffelstein bekam. 2017 übergab der Vorsitzende Georg Müller sein Amt an Hilmar Schubert. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Rudi Paul führt er den Verein, dem aktuell 357 Mitglieder angehören. Auf großes Interesse bei den Senioren stoßen aktuell die Ausflüge von Georg Müller : Alle 14 Tage stehen Ziele in der weiteren und näheren Umgebung auf dem Programm.

Das Jubiläum muss leider dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen, wird aber, wenn die Möglichkeit besteht, nächstes Jahr nachgeholt werden.