"Gier" oder effektive Maßnahme? Neue Gebühr an Ausflugsziel erhitzt die Gemüter

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Urlaub in Österreich - Bregenz
Vor der beeindruckenden Alpenkulisse des Bodensees liegt der Hafen von Bregenz. Die Einführung der jährlichen Wartelisten-Gebühr sorgt für Kritik ...
Urlaub in Österreich - Bregenz
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Urlaub in Österreich - Bregenz am Bodensee bei Nacht
Stimmung am Bodensee bei Sonnenuntergang: Die idyllische Kulisse des Bodensees täuscht über den Ärger vieler Bootsbesitzer hinweg. In Bregenz sorgt die neue Wartelisten-Gebühr für hitzige Debatten ...
Urlaub in Österreich - Bregenz am Bodensee bei Nacht
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Urlaub in Österreich - Blick auf Bregenz von der Pfänder Seilbahn
Blick von der Pfänder Seilbahn auf Bregenz und den Bodensee: Bregenz bietet eine traumhafte Aussicht auf den Bodensee, ist jedoch von einem akuten Mangel an Bootsliegeplätzen betroffen ...
Urlaub in Österreich - Blick auf Bregenz von der Pfänder Seilbahn
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Am Bodensee fehlen tausende Liegeplätze. Nun sorgen neue Gebühren für Wartelisten in Bregenz und anderen Orten für hitzige Debatten und Kritik.

Am Bodensee ist die Nachfrage nach Bootsliegeplätzen so groß, dass man viele Jahre auf einen freien Platz warten muss. Jetzt sorgt eine neue Gebührenregelung in Bregenz für Aufruhr. Bootsbesitzer müssen künftig zahlen, um überhaupt auf der Warteliste zu bleiben – und das, bevor sie einen Platz sicher haben.

Die Situation am Bodensee ist schon lange angespannt. Besonders am deutschen Ufer, wo die Plätze knapp und die Wartezeiten lang sind. Doch auch in Österreich und der Schweiz ist der Engpass deutlich spürbar. Mit der Einführung von Gebühren für Wartelisten haben Städte wie Bregenz und Lochau eine neue Strategie gefunden, die für viele Bootsbesitzer einer Abzocke gleichkommt.

Platzmangel und lange Wartelisten: Neue Gebühr sorgt für Diskussionen am Bodensee

Der Bodensee, der sich über Deutschland, Österreich und die Schweiz erstreckt, zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen Europas, insbesondere bei Wassersportlern und Touristen. Laut Schwäbische Zeitung sind über 52.000 Boote auf dem See zugelassen, während nur etwa 28.000 Liegeplätze verfügbar sind, was zu einem erheblichen Platzmangel und langen Wartelisten führt.

Vornehmlich am deutschen Ufer des Bodensees ist der Mangel an Bootsliegeplätzen besonders groß. Wie der SWR berichtet, gibt es hier doppelt so viele registrierte Boote wie verfügbare Liegeplätze. Auch auf der österreichischen und schweizerischen Seite des Sees ist die Situation angespannt: Der Platzmangel liegt je nach Region zwischen 3 und 25 Prozent, und Wartezeiten von bis zu 25 Jahren sind keine Seltenheit.

Die Bodensee-Stadt Bregenz in Österreich hat kürzlich eine sogenannte Evidenzhaltungsgebühr eingeführt, die Bootseigner jährlich 30 Euro kostet, um auf der Warteliste für einen Liegeplatz zu bleiben. Laut offiziellen Informationen der Stadt Bregenz verwaltet die Stadt zwei Hafenanlagen: den Sporthafen mit 391 Wasserliegeplätzen, von denen 140 für Motorboote mit mehr als 15 PS reserviert sind, und den Gondelhafen. Die Einführung der Gebühr soll die Verwaltungskosten decken und Einnahmen von bis zu 45.000 Euro jährlich generieren.

Neue Gebührenregelung in Bregenz erhitzt die Gemüter

Die Regelung stößt auf gemischte Reaktionen. Kritiker werfen der Stadt Bregenz Abzocke vor, während andere, wie der Präsident des Bregenzer Segelclubs, die Maßnahme begrüßen. Urs Hämmerle erklärte laut Boote Magazin, dass die neue Gebühr die Warteliste verkleinern könnte, da nur ernsthafte Interessenten darauf bleiben würden. Allerdings räumte er im Gespräch mit dem österreichischen Nachrichtenportal Vorarlberg Online auch ein: "Ich weiß nicht, ob die Höhe der Gebühr gerechtfertigt ist. Ob hier wirklich so viel Verwaltungsaufwand entsteht, kann ich nicht beurteilen."

Auf Facebook sorgt die Wartelisten-Gebühr für hitzige Diskussionen. Viele Nutzer reagierten kritisch und bezeichneten die Maßnahme als "Gier" und "Abzocke". Laut dem Boote Magazin werfen einige Bootsbesitzer der Stadt vor, mit der neuen Gebühr von 30 Euro jährlich lediglich zusätzliche Einnahmen generieren zu wollen, ohne den akuten Platzmangel zu lösen. Besonders die langen Wartezeiten von bis zu 25 Jahren sorgen für Frustration in den Kommentaren. Andere Nutzer verteidigen die Gebühr und argumentieren, dass sie dazu beitragen könnte, die Wartelisten zu verkleinern und effizienter zu gestalten.

Auch die Ungleichbehandlung zwischen Einheimischen und auswärtigen Bootsbesitzern wird auf Facebook kontrovers diskutiert. Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, zahlen ortsansässige Bregenzer erheblich weniger für ihre Liegeplätze als Bootsbesitzer aus anderen Städten, was häufig als ungerecht empfunden wird. Eine Bootsbesitzerin brachte den Fall sogar vor Gericht und klagte die Stadt Bregenz an, da sie als Nicht-Bregenzerin 50 Prozent höhere Gebühren entrichten musste. Diese Entscheidung wird von vielen Facebook-Nutzern als unfair kritisiert, während andere die niedrigeren Gebühren für Einheimische als gerechtfertigt ansehen, da diese bereits durch andere kommunale Abgaben belastet seien.

Wartenlisten-Gebühren keine Seltenheit

Auch andere Orte rund um den Bodensee erheben Gebühren. In Lochau, ebenfalls in Österreich, müssen Anwärter eine einmalige Gebühr zahlen, um sich auf die Warteliste eintragen zu lassen. Gemäß der Gemeinde Lochau erfolgt die Vergabe der Liegeplätze nach Datum des Zahlungseingangs. In der Schweiz variieren die Kosten für die Eintragung in die Warteliste zwischen 50 und 80 Euro, wobei zusätzliche Gebühren für Verlängerungen anfallen können.

Am deutschen Ufer des Bodensees sind die Regelungen unterschiedlich. In Bodman-Ludwigshafen in Baden-Württemberg zahlen Bootseigner jährlich 25 Euro, wie die Gemeindeverwaltung Bodman-Ludwigshafen mitteilt. Dagegen erhebt die Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB), eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Konstanz, für ihre 350 Liegeplätze in Städten wie Konstanz, Friedrichshafen und Meersburg, nur eine einmalige Gebühr. Laut den offiziellen Informationen der BSB ist die Warteliste für neue Anwärter jedoch aufgrund der hohen Nachfrage dauerhaft geschlossen.

Die sozialen Medien sind ein wichtiger Ort für die Debatte um die Gebühren. Kritiker werfen den Städten vor, dass die Gebühren keinen proportionalen Verwaltungsaufwand widerspiegeln und das Bootfahren am Bodensee zunehmend zu einem Luxus machen könnten. Gemäß Yacht.de sind solche Gebühren jedoch bei den Bodensee-Anrainern keine Seltenheit.

Angesichts der angespannten Situation rund um Bootsliegeplätze am Bodensee schlagen Experten vor, die Kapazitäten durch den Ausbau von Häfen oder durch alternative Konzepte wie temporäre Liegeplätze zu erweitern. Laut Boote Magazin könnte eine transparente und gerechte Gebührenregelung helfen, das Vertrauen der Bootsbesitzer zurückzugewinnen und die Attraktivität des Bodensees als Wassersportziel zu erhalten.

Die Bodenseeregion, auch als Dreiländereck bekannt, bietet eine Vielzahl an Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten. Wie in einem Artikel beschrieben, reicht das Angebot von Schluchten und Wasserfällen bis hin zu historischen Städten wie Friedrichshafen. Hier locken Highlights wie das Zeppelinmuseum oder der Moleturm, der eine imposante Aussicht auf die Alpen und den Bodensee bietet. Die Uferpromenade in Friedrichshafen ist mit 2,5 Kilometern eine der längsten am Bodensee und bietet eine idyllische Kulisse.

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