In einer Kommandoaktion haben die USA den autoritären Staatschef Maduro festgesetzt. Deutschland reagiert mit einer Warnung für Reisende - und einer Mahnung.
Nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung für Venezuela ausgeweitet. "Für ganz Venezuela gilt nun eine Reisewarnung", teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin mit. "Deutsche Staatsangehörige im Land sind aufgerufen, an einem sicheren Ort zu bleiben." Bisher galt eine Teilreisewarnung.
Außerdem heißt es auf der Website des Auswärtigen Amts, dass man "insbesondere auch von Fahrten zum Flughafen" absehen sollte, " (...) solange Ihnen keine Bestätigung Ihrer Fluggesellschaft vorliegt, dass Ihr Flug tatsächlich durchgeführt wird." Es komme laut dem Auswärtigen Amt immer wieder zu "Einreiseverweigerungen sowie Verhaftungen deutscher und anderer EU-Staatsangehöriger, denen jeweils Terrorismusunterstützung" vorgeworfen werde. Eine konsularische Betreuung sei "in diesen Fällen bisher nicht möglich gewesen". Von amerikanischer Seite ist aktuell kein Luftverkehr möglich: Die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hatte aufgrund ihrer militärischen Aktivität bereits am Samstagmorgen Flüge rund um Venezuela untersagt.
Deutschland mahnt zur Einhaltung von Völkerrecht
Vor der Verschärfung der Reisewarnung war der Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt zusammengetreten. "Das Auswärtige Amt steht im engsten Kontakt mit der Botschaft in Caracas", so die Sprecherin weiter. "Die Lage im Land beobachtet die Bundesregierung weiter mit Sorge, fortlaufend und sehr genau", erklärte die Sprecherin. Deutschland stehe im engsten Austausch mit seinen Partnern. "Wir rufen alle Beteiligten auf, nichts zu tun, was zu einer Zuspitzung der Lage führen könnte und Wege zu einer politischen Beilegung zu suchen."
Sie betonte: "Völkerrechtliche Normen sind einzuhalten." Die Unterstützung Deutschlands für das venezolanische Volk bleibe bestehen. "Die Venezolanerinnen und Venezolaner verdienen eine friedliche und demokratische Zukunft."
Die USA hatten bei einem Angriff auf Venezuela Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefasst. US-Spezialkräfte nahmen Maduro fest.
EU-Bürger in Venezuela: Was Betroffene tun können
Das Auswärtige Amt hat Hinweise veröffentlicht, was Betroffene noch unternehmen können, sollten sie sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt in einem Gebiet befinden, für das eine Reisewarnung ausgesprochen wurde:
- Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig meiden
- Den Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte Folge leisten
- Man soll sich in der Krisenvorsorgelistedes Auswärtigen Amts eintragen bzw. prüfen, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind. Dabei sollte auch die Funktion der Notfall-Benachrichtigung per SMS freigeschaltet werden