Ulli Zenk, die Leiterin der Kindertagesstätte St. Michael, lacht und überreicht einen bunten Flyer. „Schuhbiduuuu .. .gebt uns die Schuh!“ steht darauf. Ulli Zenk klärt auf: „Weil die Ebensfelder tüchtig Schuhe sammeln, können wir hier Kultur genießen!“.

Schon seit zwei Jahren steht rechts neben dem Eingang der Kita in der Prälat-Meixner- Straße eine grüne Tonne in einem kleinen Verschlag. Hier können die Bürger ihre nicht mehr getragenen oder benötigten Schuhe einwerfen. Einmal im Monat werde die Tonne von ehrenamtlichen Helfern geleert, die Schuhe sortiert und verpackt. Sie finden weitere Verwendung mithilfe des Projektes „Shuuz“ und der „Kolping Recycling“. Im Unterschied zu den anonymen Altkleider-Containern, die oft an Supermärkten oder Parkplätzen stehen, hätten die Geber so direkt die Gewissheit, was mit dem Erlös aus dem Verkauf ihrer alten Schuhe geschieht, berichtet Ulli Zenk. Die Kita St. Michael verwendet diesen Erlös stets für die Kinder ihrer Einrichtungen.

An diesem Dienstag war es ein Erzählnachmittag für die Vorschulkinder . Finanziert vom Elternbeirat , sozusagen vom Geld aus der Schuh-Sammlung, hatten die mehr als 30 Vorschulkinder die Märchenerzählerin Alexandra Eyrich zu Gast. Wegen der besonderen Hygienebestimmungen fand die gut einstündige Erzähl- und Singstunde auf der grünen Wiese im Pfarrgarten statt.

Die Kinder der drei Standorte Kehlbachstrolche, Mainzwerge und des Waldkindergartens hatten es sich in mehreren Gruppen auf Decken gemütlich gemacht. Pavillonzelte waren aufgestellt und mit blau-weiße Girlanden geschmückt, mittig aus der Wiese ragte ein großer Ständer mit vielen Brezen aus dem Boden und mit der Gitarre in der Hand stellte sich die Märchenerzählerin als „Alex“ vor.

„Wir sind in Bayern“, begrüßte sie die Kinder, die nur noch wenige Wochen bis zum Schulstart haben. Geschickt verführte Alex ihre Zuhörer zum Jodeln: ein tiefes kurzes „Hö!“, so als würde man einen Fahrraddieb verscheuchen, danache ein hohes, langes und leises „iiiiiii“ – „schon könnts’ ihr mitjodeln“ , versprach sie. Alle machten mit – es hat funktioniert.

Geschichten zum Nachdenken

Neben den bayerischen Begriffen „Grias’ di“  für „Grüß dich“ und dem Abschiedsgruß „Pfüat’ di“ für „ Gott behüte dich“ hörten die 32 Mädchen und Buben auch einige Geschichten zum Nachdenken. Dass Freundschaft sehr viel zählt im Leben, dass die Liebe richtig wichtig ist und dass man mit einem starken Willen und Glauben niemals alleine ist.

„Erinnert euch dran, wenn ihr in die Schule kommt“, sang und jodelte die in mittelalterlicher Tracht angezogene Erzählerin. Ein Lebkuchenherz für jedes Kind und eine frische Brezel zum Abschied sollten die Liebe und Freundschaft noch einmal symbolisieren. Das gefiel den Kindern und ihren Erzieherinnen gleichermaßen. Sie spendeten reichlich Applaus für den schönen Nachmittag.