Das größte Schulbauprojekt des Landkreises Kulmbach seit Jahren schreitet direkt am Kreuzstein voran. Runde 13,5 Millionen Euro wird das künftige Cluster Bautechnik am Beruflichen Schulzentrum kosten.

Das neue sogenannte C3-Gebäude bietet Platz für acht Klassenzimmer, einen CAD-Raum, einen Teamraum für die Lehrer, einen Raum zur Differenzierung und drei Bauhallen samt Baustoffprüflabor und Tiefbaugraben. Ende kommenden Jahres soll soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Die Firma Schick aus Bad Kissingen liegt nahezu im Zeitplan.

Landrat Klaus Peter Söllner und Schulleiter Alexander Battistella sprachen bei einem Baustellentermin von einem Leuchtturmprojekt, das weit über Kulmbach hinausstrahle.

Hohe Fördermittel

Söllner verwies auf das Kommunalinvestitionsprogramm für Schulen (Kip-S), das dem Kreistag im Oktober 2017 vorgestellt worden sei. Das Gremium habe damals grünes Licht für die Bewerbung um Fördermittel gegeben. Bis Ende 2018 seien dann das notwendige Vergabeverfahren durchgeführt und Planer ausgewählt worden. "Die finale Beschlussfassung erfolgte im Herbst 2020 im zuständigen Kreisausschuss", sagte der Landrat. Wenige Tage vor Weihnachten 2020 habe die Stadt Kulmbach die Baugenehmigung erteilt. Anfang 2021 sei es dann richtig losgegangen.

Im Zuge des Projekts werden laut Söllner auch die Außenanlagen samt Zufahrten und Parkplätzen neu gestaltet. Geplant seien auch E-Ladesäulen auf vier dauerhaft zugänglichen Parkplätzen an der Hohenzollernstraße. Grundsätzlich sei die Verwirklichung nur dank der Förderungen möglich gewesen. "3,3 Millionen Euro fließen aus dem Kip-S-Programm, etwa fünf Millionen Euro aus der FAG-Schulförderung." Mit einer Förderquote von rund 60 Prozent sei das Projekt sehr solide finanziert. "Die nötigen Eigenmittel von gut fünf Millionen sind in die Haushaltsplanung eingestellt."

Derzeit sind Söllner zufolge rund 80 Prozent der Gewerke ausgeschrieben und vergeben. Der Landrat dankte den Nachbarn in der Hohenzollernstraße für ihr großes Verständnis. "Sie mussten schon viel Lärm aushalten, aber sie waren echt kooperativ."

Alexander Battistella zeigte sich rundum zufrieden: "Für uns ist das klasse, wir sind mittlerweile das zweitgrößte Schulzentrum in Oberfranken." Das Konzept der beruflichen Ausbildung habe sich in den letzten Jahren geändert, denn es gebe keine klassischen Lernfächer mehr. Theorie und Praxis seien eng verzahnt.

Lernfelder statt Fächer

"Der Unterricht wird nicht mehr in traditionellen Fächern organisiert, sondern in Form von Lernfeldern strukturiert, die sich an den Prozessen der Unternehmen orientieren." Der finde nicht mehr nur im Klassenzimmer, sondern auch in den Werkstätten, Laboren und anderen Fachräumen statt.

Die räumliche Nähe zwischen Werkstätten und Klassenzimmern nannte der Schulleiter nicht nur wünschenswert, sondern unbedingt notwendig. "Die Zusammenfassung aller Berufe und Ausbildungsrichtungen einer Fachrichtung in Cluster ermöglicht die bessere Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums, die effizientere Nutzung der Ausstattung und kurze Wege für Schüler und Lehrkräfte." Rei.