Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt für Hansi Hümmer

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Markus Söder überreichte an Hansi Hümmer das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt.Klaus Rössner
Markus Söder überreichte an Hansi Hümmer das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt.Klaus Rössner

Er ist ein wahrer Tausendsassa, eine Allzweckwaffe im Bereich des Sports und der Kultur: Hansi Hümmer. Über Jahrzehnte hinweg hat sich der Stadtsteinacher unzählige Verdienste erworben. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder verlieh ihm nun das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt.

Hansi Hümmer war ein Mann der ersten Stunde der Sportgemeinschaft Biathlon und maßgeblich an der Gründung des Vereins beteiligt. Im Winter 1982, während eines Jagdbiathlons auf der Hubertushöhe im Frankenwald, beschlossen einige Ausdauersportler aus Stadtsteinach, einen eigenen Verein zu gründen. So entstand die SG Biathlon als Unterabteilung der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft von 1854 Stadtsteinach.

In den schneereichen Wintern der 1980er Jahre wurden unter der Federführung von Hansi Hümmer eigene Loipen im Raum Stadtsteinach gespurt und sportliche Wettbewerbe organisiert. Selbst eine Flutlichtloipe entstand in Eigenregie.

Doch nicht nur im Winter waren Sportler aktiv. Auch im Sommer wurden Marksteine im Bereich des Ausdauersports gesetzt. So gab es Rollskiwettbewerbe auf der Staatsstraße 2195 zwischen Stadtsteinach und Presseck. Die Aktiven waren sehr erfolgreich und holten bayerische und deutsche Meistertitel nach Stadtsteinach.

1993 trennte sich die SG Biathlon von der Schützengesellschaft und gründete einen eigenständigen Verein, die Sportgemeinschaft Biathlon Stadtsteinach. Hansi Hümmer stand von da an bis zum Jahre 2010 als Vorsitzender an der Spitze des Vereins.

Seine guten Kontakte in den Sport ermöglichten es ihm, zahlreiche Langlauf- und Biathlonveranstaltungen auszurichten. Zudem war er einer der Ideengeber und Mitorganisator des „Steinachtallaufes“, der 2004 seine Premiere feierte – eine Sportveranstaltung, die bis heute sehr beliebt ist.

Als Dank für sein langjähriges und außerordentliches Engagement über fast vier Jahrzehnte wurde Hümmer im Februar 2020 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Hümmer ist außerdem ein Urgestein des Stanicher Faschings und aus der fränkischen Karnevalsszene kaum mehr wegzudenken. Mit noch nicht einmal 20 Jahren trat er 1974 als Mitglied der Faschingsgesellschaft Stadtsteinach bei. Bereits in der nächsten Session gehörte er dem Elferrat an und brachte sich dort von 1975 bis 1981 und nochmals von 2001 bis 2003 ein. Viel Einsatzbereitschaft und Initiative zeigte er als Faschingsprinz in der Session 1976/77 sowie als Zeremonienmeister 2001 und 2002.

In der Session 1976 war er der erste Büttenredner, der als Nachwuchsakteur aus den eigenen Reihen von der Faschingsgesellschaft bei einer Prunksitzung präsentiert werden konnte. Damit begann die bis heute anhaltende Karriere eines großen Büttenredners. Legendär waren aber auch seine Auftritte im Bayerischen Fernsehen bei „Fastnacht in Franken“ und bei „Franken Helau“. Darüber hinaus landete er 2013 und 2015 im Finale der Show „Franken sucht den Supernarr“.

Einen eigenen Höhepunkt bei den Prunksitzungen stellt die Hugo Schneckerich-Show dar. Hansi Hümmer, der - wie er es ausdrückt - „als Kind von seinen Eltern zum Akkordeon spielen verurteilt wurde“, brachte sich selbst das Gitarrespielen bei. 1981 gründete er die Band „Die Hugo-Schneckerich-Crew“. Später wurde daraus „Hugo Sixpack“ und schließlich die „Hugo-Schneckerich-Show“. Als Organisator, Moderator, Texter und Sänger bildet er den Kern dieser Formation.

In der Faschingsgesellschaft Stadtsteinach übernahm Hümmer ab 2003 als 2. Vorsitzender und seit 2009 als erster Mann des Vereins Verantwortung. Er ist, so kann man sagen, der personifizierte Stanicher Fasching. Als Moderator führt er beim jährlichen Marktplatztreiben durchs Programm. Zudem sorgt er bei den Prunksitzungen für die musikalische Unterhaltung.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unterstrich beim Festakt im Heimatministerium den Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements. Würde dies komplett wegfallen,müsste der Saat als Ausgleich Mittel von rund 60 Milliarden Euro in die Hand nehmen.

Zu den ersten Gratulanten gehörten Landrat Jonas Gleich (CSU) und dessen Vorgänger Klaus Peter Söllner (FW). Glückwünsche gab es auch von Cornelia Wehner (SPD), der Bürgermeisterin von Untersteinach, wo Hümmer seit einigen Jahren lebt.

 Klaus Rössner