Die Schlepperfreunde Schmölz laden am Wochenende zum großen Schlepperfest ein. Eine historische Vorführung lässt das Dreschen wie zu Großvaters Zeiten wieder lebendig werden. Am Sonntag findet auch ein großes Schlepper- und Oldtimertreffen statt.

Kein Strom, keine Elektronik, keine Software, dafür solide Mechanik – „die meisten Tätigkeiten in der Landwirtschaft mussten in früheren Zeiten von Hand gemacht werden“, weiß Vorsitzender Matthias Bauer. Das Getreide sei mit Sense oder Sichel gemäht worden. Die Halme habe man zu Garben gebunden und zum Trocknen aufgestellt und später mit dem Dreschflegel bearbeitet.

Das alte Brauchtum rund um die Landwirtschaft zu bewahren und an die Bevölkerung weiterzugeben, ist den Schlepperfreunden ein großes Anliegen. Aus diesem Grund hatten einige Mitglieder im März im „Luitpold-Gärtla“ Sommer-Saatgut mit älteren Landmaschinen ausgebracht, die trotz ihres Alters einwandfrei funktionierten. Als Partner für ihr Vorhaben konnten die Schlepperfreunde die Mälzerei Weyermann aus Bamberg gewinnen, die die alte Sorte für sie reservierte.

Nachdem nunmehr im Juli das Getreide gemäht wurde, steht am Wochenende das Dreschen an. Die Körner werden dabei nach historischem Vorbild aus den Ähren getrennt. Eingebettet wird das große Ereignis in ein zweitägiges Schlepperfest.

Am Samstag und Sonntag erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Höhepunkten. Die historische Dreschvorführung startet am Sonntag ab 13.30 Uhr, wobei dann auch die alten Maschinen aus der Nähe bestaunt werden können. Das Fest mit zuletzt rund 1000 Besuchern findet wieder in Verbindung mit einem großen offenen Schlepper- und Oldtimertreffen am Sonntag ab 10 Uhr statt.

Seinen Auftakt findet das Programm bereits am Samstag ab 17 Uhr mit dem Schlepperabend und einem zünftigen Ziehsägen-Wettbewerb. Zu gewinnen gibt es „flüssiges Brot“.

Besonders gedacht ist auch an die jüngsten Besucher. Diese dürfen sich am Sonntag von 13 Uhr bis 16 Uhr auf den Besuch des Spielmobils und ein Kinderschminken freuen.

Die Schlepperfreunde bedauern, dass heute viele Menschen keine Vorstellung mehr davon haben, wie hart früher in der Landwirtschaft gearbeitet wurde. Zudem wollen sie das schlechte Image der Bauern aufbessern, das insbesondere auf Unwissenheit oder falschen Vorstellungen beruhe.

Die Spannung wächst

Nach dem Schlepperfest soll die Braugerste in der Mälzerei Weyermann zu Malz verarbeitet werden. Ob dies tatsächlich möglich sein wird, hängt von der Größe der Körner ab. Man darf also gespannt sein.

Auf großes Interesse stößt die Aktion auch beim Bayerischen Rundfunk , der bereits bei der Aussaat dabei war und dem Vorhaben in der Fernsehsendung „Unser Land“ einen Beitrag gewidmet hat. Dieser ist in der Mediathek abrufbar. Der entsprechende Link findet sich auf Facebook unter „Schlepperfreunde Schmölz “. hs