Die sprachliche Entwicklung von Kindergartenkindern bestmöglich fördern – Darauf zielt das Programm des Bundesfamilienministeriums „ Sprach-Kita : Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ ab. Seit fünf Jahren nimmt hieran auch die evangelische Kita „Villa Sonnenschein“ in Kronach teil, nachdem diese bereits im Vorgängerprojekt „Frühe Chancen“ aktiv gewesen war. Unterstützt wird die Einrichtung dabei von der zusätzlichen Fachkraft für sprachliche Bildung , Andrea Roderer, die zusammen mit der Einrichtungsleiterin Elke Reif-Beck ein Tandem bildet. Am Dienstag nahmen beide ihre Teilnahme-Zertifikate entgegen.

„Es ist sehr anerkennenswert, wie engagiert und kreativ ihr als Tandem immer wieder die Inhalte des Bundesprogramms und vieles mehr in euer Team und euren Kita-Alltag transportiert und dabei mit Herz und großer Flexibilität immer wieder auf die aktuellen Geschehnisse reagiert“, würdigte die Sprach-Fachberaterin Angela Birkner vom evangelischen Kita-Verband Bayern e.V., die die Kita beim Bundesprogramm begleitet. In gesonderten Sitzungen erarbeitet das Team gemeinsam mit der Fachkraft Themen wie „Inklusive Pädagogik“, „Alltagsintegrierte Sprachliche Bildung “ sowie „Zusammenarbeit mit Familien“, welche auch Schwerpunktthemen des Projektes sind.

Besondere Angebote

Durch die intensive Auseinandersetzung mit diesen Themen und die Ausrichtung der pädagogischen Arbeit entstanden an der Einrichtung viele Ideen, die gemeinsam in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden. Zu den besonderen Angeboten für Kinder und Eltern zählen beispielsweise das Willkommenskindergarten- und Krippenbuch, die Spielothek, der Bücherkoffer, der Raum der Sprache , ein Vorlese- sowie Büchertag, regelmäßige Büchereibesuche und Buch-Ausstellungen.

„Euer unermüdlicher Einsatz im Bereich Teamentwicklung trägt Früchte“, stellte die Sprach-Fachberaterin heraus. Bei jedem ihrer Besuche in der Kita sei sie erneut beeindruckt, wenn sie das Teamzimmer betrete und immer wieder neue Visualisierungen, Flipcharts, Themen und Vereinbarungen wahrnehme. Wichtig sei der Kita die Gemeinschaft; finden doch vielerlei Unternehmungen für die ganze Familie statt.

Zuletzt hatte das Team sogar eine selbst inszenierte Theateraufführung für Kinder und Familien im Café „Kitsch“ geplant, die leider bislang Corona-bedingt noch nicht stattfinden konnte. Gerade auch in Pandemie-Zeiten hätten sie alle miteinander viele Ideen entwickelt, um die Familien und Kinder zu erreichen. Dabei bedienten sie sich der digitalen Möglichkeiten wie zum Beispiel Videokonferenzen , schickten Grüße und Materialien nach Hause und ersetzten Feste wie unter anderem St. Martin durch die St. Martinstütchen.

„Aktuellen Studienergebnissen zufolge, entscheidet sich Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu zwei Drittel im Alter von 0 bis 6 Jahren. Deshalb seid ihr so unfassbar wichtig“, stellte Angela Birkner heraus, die Elke Reif-Beck und Andrea Roderer anschließend die Gesamtbestätigung für den Zeitraum 2016 bis 2020 übergab. Sie freuten sich vor allem darüber, dass es sich bei dem kleinen Festakt um keine Abschiedsveranstaltung handelt; könne man doch aufgrund der Verlängerung des Bundesprogramms bis Ende 2022 auch weiterhin in diesem Rahmen zusammenarbeiten.

Zwischenwürdigung

„Wir sind alle begeistert von diesem Programm, da es uns in unserer Arbeit neue Impulse gibt“, erklärte Kita-Leiterin Elke Reif-Beck. Dem Kita-Team sei es sehr wichtig, die Kinder von Anfang an in ihrer Entwicklung zu begleiten und die Arbeit dahingehend immer wieder zu reflektieren und zu erweitern. Diese prozesshafte Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität komme nicht nur dem Kita-Team zugute, sondern entscheidend den Kindern und ihren Familien. Die Übergabe der Zertifikate verstehe man als Zwischenwürdigung, was bereits alles geschafft wurde, aber auch als Anstoß für die Zukunft. Ihr Dank galt dem Bundesministerium für die Finanzierung des Programms. Geld sei das Eine; das Andere seien die richtigen Leute, die man für die Umsetzung benötige – so wie die Fachkraft für sprachliche Bildung , Andrea Roderer, die seit 2012 an der Einrichtung tätig ist. Die halbe Fachkraftstelle mit wöchentlich 20 Stunden sei qualitativ hochwertige Zeit und ein riesengroßes Geschenk. Weiter dankte sie Angela Birkner, von deren Fachwissen man sehr profitiere, wie auch dem gesamten Kita-Team. Sie alle trügen maßgeblichen Anteil am an der Einrichtung so erfolgreich verlaufenden Programm. „ Sprache ist wirklich der Schlüssel zur Welt“, so Pfarrer Achim Gerber, der zur Zertifikationsübergabe herzlich gratulierte. Sprache bilde eine Brücke zu einem selbst, da man sich so besser kennenlerne, aber auch zu anderen. „Ihr macht diesen Brückenschlag möglich und helft damit Kindern , ihren Schatz der eigenen Sprache zu bergen“, lobte er.