Eine erfreuliche Entwicklung zeichnet sich beim Bike-Center Dressel in Kronach-Fröschbrunn ab: Das erst vor einigen Jahren von der Schwedenstraße in einen Neubau im Baugebiet „Fröschbrunn“ umgesiedelte Fahrradcenter wird um Verkaufs- und Lagerflächen in einer Größe von rund 11,50 Metern in der Länge und circa 33 Metern in der Breite sowie um eine weitere Fläche von 7,95 auf circa 29 Meter vergrößert. Das bestehende Gebäude hat die Maße von rund 63 auf circa 30 Meter. Die größte Höhe bleibt bei rund zehn Metern. Der Antrag fand bei der Sitzung am Donnerstag das Einverständnis der Mitglieder des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses des Stadtrates Kronach .

Eine faustdicke Überraschung

Daneben hatte es das Gremium auch mit kniffligen Kanten des Baugesetzbuches und baurechtlicher Gesetzgebung zu tun. Da möchte ein junger Entwicklungsingenieur eines Autoherstellers aus Stuttgart in seine Heimat nach Friesen zurück. Voller Tatendrang stellte er einen Bauantrag für ein Wohnhaus für Betriebsleitung mit Garage auf dem elterlichen Betriebsgelände, einem Sägewerk in Friesen. Doch dann erlebte der heimatverbundene Friesener eine faustdicke Überraschung: Stadtplaner Daniel Gerber musste ihm sagen, dass es so nicht gehe. Zwar gab es grundsätzlich keine Einwände gegen das geplante Wohnhaus , aber die Formulierungen stimmen nicht, so dass hier „der zweite vor dem ersten Schritt getan wird, und das geht nun mal rechtlich gar nicht“, informierte Gerber.

Im Bauantrag ist nämlich von einem „Betriebsleiterwohnhaus“ die Rede, obwohl es den Betrieb noch gar nicht gibt. Es müsste also erst einmal ein Antrag auf Nutzungsänderung des bestehenden Sägewerkes auf eine neue Betriebsbezeichnung für einen Motorencenter gestellt werden. Weil dafür aber noch kein Genehmigungsverfahren (inklusive Immissionsschutzprüfung) durchgeführt wurde, kann das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt werden, sagte Gerber. Der Sägewerksbetrieb soll laut Bauantragssteller zeitnah eingestellt werden. So empfahl Gerber weiter, dass die Planung nach erfolgtem Genehmigungsverfahren für die oben genannte Nutzungsänderung weiterverfolgt werden sollte, wobei noch einige weitere Punkte zu beachten seien.

„Die richtige Schrittfolge einhalten“

Nach Intervention von Bürgermeisterin Angela Hofmann ( CSU ) und Drittem Bürgermeister Bernd Liebhardt ( CSU ) schlug Stadtplaner Gerber dem Antragsteller vor, den Bauantrag zurückzuziehen und danach die richtige Schrittfolge einzuhalten. Im Zuge dessen sollen – um gleich richtig vorzugehen – vorab Gespräche zwischen dem Bauherrn , der Stadt Kronach und dem Landratsamt geführt werden, um die Sache zu beschleunigen.

Der Bauherr und auch das Gremium zeigten sich mit dieser Vorgehensweise einverstanden. „Es wird sicher alles gut“, war sich die Rathauschefin sicher.

Dagegen konnte einem Antrag auf einen Tankstellenneubau mit Verkaufsgebäude, Fahrbahndach und Waschhalle in der Industriestraße in Kronach kein Einvernehmen erteilt werden. Der Stadtrat Kronach hatte am 16. September 2019 für den betreffenden Bereich eine Veränderungssperre erlassen.

Tankstellenneubau abgelehnt

Einem Antrag auf Vorbescheid für einen Wohnhausneubau mit Doppelgarage und Arbeitsraum im Neubaugebiet „Alte Heeresstraße/Sandäcker“ in Vogtendorf wurde ebenfalls kein Einvernehmen erteilt. Das Bauvorhaben ist mit Walmdach statt Satteldach geplant und weicht damit von den Festsetzungen des Bebauungsplanes ab. Für diese Abweichung wurde keine Befreiung erteilt.

Einstimmiges Einvernehmen wurde dagegen einem Antrag auf Neubau eines Einfamilienhauses mit Pkw-Doppelgarage in der Alten Ludwigsstädter Straße in Kronach erteilt. Der Anregung von Tino Vetter (FW) und Martina Zwosta (FL), eine Holzverkleidung für das Obergeschoss oder zumindest einen Farbwechsel zur Auflage zu machen, wurde nicht zugestimmt.

Einem Wohnhausneubau mit Doppelcarport und Stellplatz im Judengraben in Gehülz wurde einstimmig das Einvernehmen erteilt.

Klaus Simon ( SPD ) regte zur Geschäftsordnung an, Unterlagen für die Ausschusssitzung schon früher als bisher an das Gremium zu geben. Das sei schlecht möglich, antwortete Stadtplaner Gerber. Heute sei wieder ein Fall auf der Tagesordnung, bei dem man kurzfristig, erst einen Tag vor der Sitzung, vollständige Unterlagen in der Verwaltung erhalten habe. Doch man wolle diese Bauwilligen nicht vier Wochen bis zur nächsten Sitzung warten lassen.

Simon wollte auch wissen, ob die Verwaltung eine Mitteilung vom Landratsamt erhält, wenn dieses anders als das Ausschussgremium der Stadt entscheidet. Daniel Gerber meinte, dies geschehe manchmal, und die Stadtverwaltung erhalte dann Rückmeldung vom Landratsamt und manchmal liege der Fall dann erneut dem Gremium vor.

Dritter Bürgermeister Liebhardt lobte die Verwaltung und Stadtplaner Gerber dafür, dass regelmäßig alle vier Wochen Ausschusssitzungen stattfinden und dazu auch kurzfristig eingehende Bauanträge behandelt werden. Dies sei ein Ausdruck baufreundlicher Politik im Rathaus und im Stadtrat.